Bauernproteste in mehreren flämischen Provinzen mit Traktorenblockaden gegen Mercosur
Landwirte planen für heute weitere Proteste gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen. Der Allgemeine Bauernverband (ABS) kündigte Traktorenblockaden an stark frequentierten Kreuzungen in mehreren flämischen Provinzen an.
Mit den Protesten wollen die Bauern die Entscheidungsträger davon überzeugen, gegen das Abkommen zu stimmen, da sie unfaire Konkurrenz durch Agrargüter aus Südamerika befürchten, berichtet Vilt.be.
Der Belgische Bauernorganisation (Boerenbond) hat angekündigt, keine Straßenproteste zu organisieren, sondern auf diplomatische Gespräche zu setzen. Vorsitzender Lode Ceyssens traf sich am Dienstag mit dem flämischen Landwirtschaftsminister Jo Brouns, noch vor dessen Gespräch mit der Europäischen Kommission. Auch Premierminister Bart De Wever (N-VA) wurde über die Angelegenheit informiert.
Im Dezember hat der Belgische Bauernorganisation gemeinsam mit rund 40 weiteren europäischen Landwirtschaftsverbänden bei einer großen Bauern-Demonstration in Brüssel seine Stimme erhoben.
Etwa 10.000 europäische Landwirte versammelten sich anlässlich eines EU-Gipfels, um gegen die europäische Agrarpolitik und das Mercosur-Abkommen zu protestieren.
Die Abstimmung über das Abkommen sollte ursprünglich wenige Tage nach diesem Protest stattfinden, wurde jedoch unter Druck von Ländern wie Italien und Frankreich verschoben, die zusätzliche Garantien für den Agrarsektor forderten.
Die Schlüsselrolle liegt bei Frankreich und Italien
Anfang Dezember wurde bekannt, dass Belgien das Mercosur-Handelsabkommen nicht unterstützen wird. Besonders Italien spielt eine entscheidende Rolle.
„Ob Mercosur genehmigt wird oder nicht, liegt nicht in belgischer Hand. Der Schlüssel liegt vielmehr in Paris und Rom. Deshalb bleiben wir in engem Kontakt mit unseren italienischen und französischen Kollegen. Hoffentlich können sie ihre Regierungen weiterhin überzeugen, dieses Abkommen nicht zu genehmigen“, sagte Ceyssens.
Auch Der Belgische Bauernorganisation kündigte an, in den kommenden Tagen weiterhin Gespräche mit europäischen Parlamentariern zu führen.
Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg unterstützt die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni offenbar das Abkommen. Insiderberichten zufolge hat ihre Regierung Fortschritte bei den Verhandlungen über Garantien für den Agrarsektor und mögliche zusätzliche Mittel aus dem EU-Haushalt erzielt.
Frankreich und Polen bleiben die Hauptgegner des Abkommens mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Ohne Italiens Unterstützung fehlen ihnen jedoch die nötigen Stimmen, um eine Blockade durchzusetzen.
Mehreren Quellen zufolge streben EU-Diplomaten nun die Unterzeichnung des Handelsabkommens am 12. Januar in Paraguay an, vorausgesetzt, die nationalen Genehmigungsverfahren werden rechtzeitig abgeschlossen.
Source: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 08.01.2026

