73. Kartoffel-Herbstbörse: Kartoffelwirtschaft blickt trotz kleinerer Ernte zuversichtlich auf den Markt
Die deutsche Kartoffelwirtschaft blickt trotz einer deutlich kleineren Ernte mit Zuversicht auf die kommende Vermarktungssaison. Bei der 73. Internationalen Kartoffel-Herbstbörse in Hamburg standen die Ernte 2026, die aktuelle Marktlage und die Rahmenbedingungen für die Kartoffelwirtschaft im Mittelpunkt.

(v.l.): Dr Illya Kolba, DKHV-Geschäftsführer; Thomas Herkenrath, DKHV-Präsident; Heidekartoffelkönigin Junona I.; Bayerische Kartoffelkönigin Julia I; Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg; Olaf Feuerborn, UNIKA-Vorsitzender. (Foto © DKHV)
Rund 150 Vertreter aus Erzeugung, Handel, Politik und Verbänden nutzten die Veranstaltung zum Austausch über die aktuellen Entwicklungen.
Die diesjährige Kartoffelernte fällt deutlich geringer aus als im Vorjahr. 2025 wurden in Deutschland rund 13,9 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet.
Für 2026 wird nach dem vorläufigen, vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) am 28. September veröffentlichten Ergebnis der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) eine Erntemenge von 10,4 Millionen Tonnen erwartet.
Neben den schwierigen Witterungsbedingungen hat auch die um rund 11 Prozent geringere Anbaufläche zum Rückgang beigetragen.
Thomas Herkenrath, Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes e.V. (DKHV), betonte, dass die geringere Ernte eine differenzierte Betrachtung der Marktsituation erfordere: „Entscheidend ist, was tatsächlich am Markt verfügbar ist und wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln.
Wir sollten deshalb mit Augenmaß auf die aktuelle Situation schauen und nicht vorschnell von Versorgungsengpässen sprechen.“

Christoph Hambloch, Marktexperte der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI). (Foto © DKHV)
Christoph Hambloch, Marktexperte der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI), gab in seinem Impulsvortrag „Warum Kartoffeln nicht allzu knapp sind – Stand und Perspektiven“ einen aktuellen Überblick über die Marktsituation und die Aussichten für die kommenden Monate.
Dabei ging er auch auf die Entwicklung der Nachfrage und die verschiedenen Einflussfaktoren für den weiteren Saisonverlauf ein. „Der Kartoffelmarkt ist in Bewegung.
Für die kommenden Monate wird entscheidend sein, wie sich die Nachfrage entwickelt und wie die Marktteilnehmer mit den verfügbaren Mengen umgehen“, so Hambloch.

Teilnehmer der 73. Internationalen Kartoffel-Herbstbörse. (Foto © DKHV)
Neben der Marktlage standen auch politische und regulatorische Fragen auf der Agenda.
Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, kündigte eine engere Zusammenarbeit der Pflanzenschutzdienste in Hamburg und Bremen an, um die phytosanitären Kontrollen und die Beprobung von Kartoffeln künftig schneller und effizienter abzuwickeln: „Für den Warenverkehr und die Lebensmittelwirtschaft sind funktionierende Strukturen von zentraler Bedeutung. Damit wir Waren im Regal vorfinden, braucht es verlässliche und praktikable Rahmenbedingungen in der Lebensmittelwirtschaft.“
Für die Kartoffelwirtschaft sind verlässliche und praktikable Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung.

Neben den Anforderungen an Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit beschäftigen die Branche auch die Folgen des Klimawandels sowie zunehmende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Dokumentation.
Gleichzeitig arbeitet die Branche mit neuen Technologien, Digitalisierung und innovativen Anbauverfahren an Lösungen für die aktuellen Herausforderungen.

Die Internationale Kartoffel-Herbstbörse ist seit vielen Jahren ein wichtiger Treffpunkt der Kartoffelwirtschaft.
Auch in diesem Jahr stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt und bot Gelegenheit, gemeinsam auf die kommende Vermarktungssaison zu blicken.
Veröffentlichungsdatum: 01.10.2026
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