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Mittwoch, 22.05.2013 E-mail Print Impressum RSS Feed

EU will wegen EHEC Alarmstufe ausrufen

Aktuelle Presseberichte aus dem Obst- und Gemüsesektor zu EHEC

EU will wegen EHEC Alarmstufe ausrufen

Laut deutschen Medienberichten wird die EU wegen der EHEC-Epidemie in Deutschland bald europaweit die Alarmstufe 1 ausrufen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im EU-Parlament, Jo Leinen (SPD), erzählte der "Neuen Osnabrücker Zeitung, "Die EU-Kommission und wir im Parlament nehmen die besorgniserregende Entwicklung in Deutschland sehr ernst. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der gefährliche EHEC-Erreger auch auf andere EU-Länder überspringt" erläuterte Leinen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten in Stockholm sei bereits eingeschaltet worden.

Wie das Uni-Klinikum laut Medien am Donnerstag mitteilte, stellten die Forscher am späten Mittwochabend fest, dass es sich um "einen Vertreter des Typs 'HUSEC 41'. Den Angaben zufolge ist dies einer von "42 repräsentativen EHEC-Typen", die seit 1996 in Deutschland bei Patienten aufgetreten ist. Mit diesem EHEC-Typ sei es bislang weder in Deutschland noch weltweit zu dokumentierten Ausbrüchen gekommen.

Die Enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) verursachen blutigen Durchfall und führen zum hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS). Dem Robert Koch-Institut wurden bis zum Abend des 25. Mai 2011 rund 214 HUS-Fälle übermittelt, darunter 2 Todesfälle.


afbeelding logo zentral verband gartenbau ZVG: Erste Analyseergebnisse entlasten deutsche Gemüseerzeugnisse

Gurken aus Spanien mit EHEC-Erreger verunreinigt


Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt (HU) der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat Salatgurken aus Spanien als Träger der gefährlichen EHEC-Erreger identifiziert. Auf Anfrage der Fachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau (ZVG) bei der BGV stammen alle belasteten Proben aus der Umgebung von Malaga, Spanien. Bei drei Gurken aus Spanien sei der Erreger eindeutig festgestellt worden. Die Ergebnisse sollten bei weiteren Messungen überprüft werden.

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sieht sich durch bisherige Ergebnisse der laufenden Untersuchungen bestätigt, dass die Produktionsmethoden der deutschen Gärtnerinnen und Gärtner zuverlässig sind. So werden Tomaten und Gurken im professionellen Anbau unter Glas angebaut. Zudem wird keine Gülle auf die Kulturen im Gemüse- und Obstbau aufgebracht.

Im Sinne der Betroffenen und vor dem Hintergrund der Gefahr weiterer Ansteckungen und auch um die heimische Produktion zu schützen, sei es dringend erforderlich, so fordert der ZVG, den Ursprung für die EHEC-Krankheitsfälle zu lokalisieren und lückenlos aufzuklären.

Derzeit werden weitere Möglichkeiten der Infektionswege von den Behörden mit Hochdruck überprüft. QS Qualität und Sicherheit GmbH in Bonn hat eigene Analysen, auch auf Anregung des Berufsstandes und der Fachgruppe Gemüsebau im ZVG, in Auftrag gegeben. Die ersten Ergebnisse liegen voraussichtlich am morgigen Freitag in anonymisierter Form vor.

Der Berufsstand sieht es nach wie vor als oberste Priorität an, einwandfreie Ware für die Bürgerinnen und Bürger zu produzieren und zur Verfügung zu stellen. Der Gesundheitswert von frischem Obst und Gemüse sei unbestritten, so Gerhard Schulz weiter, und dürfe auch über die tragischen aktuellen Ereignisse nicht in Frage gestellt werden. (ZVG)


logo afbeelding van vereniging bveoDie BVEO und ihre angeschlossenen Erzeugerorganisationen führten (unabhängige) EHEC-Untersuchungen durch

Verzehrsempfehlungen in Norddeutschland, nicht für Gemüse aus Norddeutschland

Die BVEO und die ihr angeschlossenen Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse haben größtes Interesse an einer zügigen und vollständigen Aufklärung der bedauerlichen aktuellen EHEC-Situation. Aus diesem Grund sind seit Wochenanfang von den 3 in Norddeutschland ansässigen Erzeugerorganisationen EHEC-Untersuchungen durchgeführt worden, deren Ergebnisse uns vollständig vorliegen.

Das Robert-Koch-Institut hat bei seiner gestrigen Bewertung der aktuellen EHEC-Lage u.a. empfohlen, „vorsorglich bis auf Weiteres Tomaten, Gurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren“. Weiterhin sei denkbar, dass die kontaminierten Lebensmittel vorrangig dort vertrieben werden.

Bei der Verbreitung der RKI-Notiz sind insofern Falschmeldungen im Umlauf, als drei verschiedene Varianten der Warnung verbreitet werden nämlich, „dass Tomaten, Gurken und Blattsalate
- in Norddeutschland bzw.
- aus Norddeutschland bzw.
- in Norddeutschland in Verkehr gebracht sind.“
Der tatsächliche Ursprung der Kontaminationsware und die mutmaßlichen Handelsströme waren jedoch völlig unbekannt.

Erfreulicherweise kann festgestellt werden, dass in allen untersuchten Artikeln und Proben für Ware aus Norddeutschland der EHEC-Erreger nicht festgestellt wurde. Dies gilt für verprobten Romana-Salat, Tricolar-Salate, Salarico, Salaverde, Salather-zen, Kohlrabi, Bio-Miniromane, Kopfsalat, Erdbeeren, Mixsalat, Rucola, A und L-Nutteln, Sala-nova, Spargel, Eisbergsalat, Lauchzwiebeln und OM-Pilze. Eindeutige Negativuntersuchungs-ergebnisse liegen auch von der in Süd-Oldenburg ansässigen Erzeugerorganisation vor, der Region, mit der größten Veredlungs- und Gülledichte Deutschlands. Da die dort anfallende Gülle nicht zu den Nährstoffquellen im kommerziellen Gemüseanbau zählt, sind negative Untersuchungsergebnisse verständlich.

Bei der im Weser-Ems-Gebiet ansässigen Erzeugerorganisation, deren Mitglieder keine Blatt-salate aber Tomaten und Salatgurken erzeugen, findet der Anbau ausschließlich im Unter-Glas-Anbau statt. Die Pflanzen wachsen auf Steinwolle, werden ausschließlich mineralisch ernährt und kommen zu keinem Zeitpunkt mit Boden oder Naturdünger in Kontakt. Es ist daher verständlich, dass bis zur Stunde für Produkte aus diesem Unternehmen keine positiven EHEC-Untersuchungsergebnisse vorliegen, die auf EHEC hindeuten. Auch die im Großraum Hamburg und in Mecklenburg-Vorpommern ansässige Erzeugerorganisation hat seit Wochen-anfang eine Vielzahl von EHEC-Untersuchungen durchführen lassen, erfreulicherweise eben-falls mit ausschließlich negativem Resultat.

Darüber hinaus werden Vor-Ernte-Proben der zu erntenden Ware gezogen, um vor dem Ernte-termin sichergehen zu können, dass der EHEC-Erreger in den Nahrungsmitteln auf keinen Fall vorkommt. Die BVEO hat darüber hinaus empfohlen, für die Freilandproduktion zusätzlich Bo-denproben zu entnehmen und auf EHEC untersuchen zu lassen. Ergebnisse hierzu liegen bis zur Stunde noch nicht vor.

Abschließend wiederholt die BVEO ihre uneingeschränkte Bereitschaft, im Rahmen der Vorsorgepflicht Vorsorgeuntersuchungen auf freiwilliger Basis parallel zu den amtlichen Untersuchungen durchführen zu lassen, um zu einer Eingrenzung der möglichen Kontaminationsquellen aktiv beizutragen. (BVEO)


bild zwitsers agrarisch nieuws Swisscofel: EHEC-Bakterien auf spanischen Gurken gefunden

Laut einer Pressemitteilung von Swisscofel, hat das Hamburger Hygiene-Institut auf drei Salatgurken aus Spanien und einer Salatgurke unbestimmten Ursprungs die EHEC-Erreger gefunden. Das teilte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auf einer Pressekonferenz in Hamburg mit. Die Gurken stammen von verschiedenen Produzenten; darunter ein konventioneller und ein Biobetrieb. Alle entsprechenden Produkte würden aus dem Verkauf genommen, laut der Bericht.

Die Studie sei bislang nur in Hamburg erfolgt und habe nur bedingten Aussagewert für andere betroffene Orte, sagte Frau Prüfer-Storcks „Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen“.
Das Robert-Koch-Institut hatte vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und Blattsalat gewarnt (fruchtportal berichtete). Unterdessen steigt die Zahl der infizierten Patienten weiter.. Erste EHEC-Fälle werden jetzt auch aus Dänemark gemeldet.

Die derzeitige Ausbreitung ist alarmierend, weil die Erkrankung auffällig häufig einen schweren Verlauf mit Nierenversagen (hämolytisch-urämisches Syndrom = HUS) nimmt. Auffällig ist, dass – im Gegensatz zu sonstigen HUS-Ausbrüchen in der Vergangenheit – überwiegend Erwachsene betroffen sind. Ernst zu nehmen sind die Erkrankungen derzeit vor allem, weil der Anteil von schweren Krankheitsverläufen ungewöhnlich hoch ist. Mittwochabend waren noch 140 HUS-Fälle bekannt, inzwischen sind es laut Berliner Robert Koch-Institut (RKI) schon 214. (SWISSCOFEL)



logo rlv provinciaal verbondProvinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer (RLV): Unbedenklichkeit von rheinischem Gemüse bestätigt

„Wir sind erleichtert, dass die bisherige Unsicherheit endlich ausgeräumt ist“, stellt Christoph Nagelschmitz, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer (Bonn), fest. Nachdem Salatgurken aus Spanien als Infektionsquelle für EHEC nachgewiesen worden seien, könnten die rheinischen Gemüseerzeuger aufatmen. Er hoffe, dass die Verbraucher und der Handel jetzt reagieren würden und ihre Kaufzurückhaltung aufgäben.

Die Einschätzung, dass rheinisches Gemüse für die Verbraucher unbedenklich sei, habe sich voll und ganz bestätigt, so Nagelschmitz. Er ruft dazu auf, Produkte aus der Region zu kaufen und zu verzehren. „Wir haben derzeit ein umfangreiches Sortiment an frischem Obst und Gemüse aus dem heimischen Anbau zur Verfügung. Noch frischer und gesünder als Obst und Gemüse, das hier direkt vor der Haustüre der Verbraucher erzeugt wurde, geht es nicht“, so Nagelschmitz.

Rheinisches Gemüse unbedenklich

Insbesondere Tomaten und Salatgurken würden ausschließlich in Gewächshäusern angebaut und kämen daher nicht mit Wirtschaftsdüngern aus tierischer Herkunft in Berührung. Darüber hinaus kämen weder Blätter noch Früchte dieser beiden Gemüsearten mit Beregnungswasser in Berührung. Die Bewässerung erfolge über Tropfschläuche, die nur die Wurzeln mit Wasser benetzten, so Nagelschmitz.

Im Salatanbau sei es absolut unüblich, Gülle vor der Kultur auf die Felder auszubringen. Bei einer Ausbringung von Gülle auf den gepflanzten Salat würden die jungen Pflänzchen eingehen, stellt Nagelschmitz fest. Die Beregnung des Salates erfolge zum weitaus überwiegenden Anteil mit Brunnenwasser, das dem Grundwasser entnommen werde. Mindestens einmal jährlich würde die Wasserqualität untersucht. Dies schrieben verschiedene Zertifizierungssysteme für den Gemüsebau vor, an denen die Gemüsebaubetriebe flächendeckend teilnähmen. Bei allen Gemüsearten, die vor der Vermarktung gewaschen würden, müsse grundsätzlich in jedem Fall der letzte Waschgang mit Wasser in Trinkwasserqualität erfolgen. Natürlich seien wie stets die bekannten Grundsätze der Hygiene bei der Zubereitung einzuhalten. (RLV)


duitse boerenverbond dbv logoDBV: Erste Analyseergebnisse zu Rohprodukten negativ

RKI-Empfehlungen entlastet Gemüse- und Obstbau in Deutschland



Die Empfehlung des Robert-Koch-Institutes (RKI) zum aktuellen EHEC-Ausbruch legt nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die Vermutung nahe, dass die deutsche landwirtschaftliche und gärtnerische Urproduktion als Verursacher nicht in Frage kommt. Auch wenn die Ursache derzeit immer noch nicht geklärt ist, so steht doch fest, dass im Freiland zurzeit noch keine Tomaten und Gurken, schon gar nicht in Norddeutschland geerntet werden können. Gurken und Tomaten in Norddeutschland kommen derzeit nur aus dem Unterglasanbau.

Seit Montag dieser Woche werden verstärkt Untersuchungen bei Obst und Gemüse auf EHEC durchgeführt. Erste Ergebnisse dieser Lebensmittelbeprobung waren bisher negativ.

Der DBV weist nachdrücklich darauf hin, dass im Gemüsebau und im Obstbau wie bei Erdbeeren keine Gülle auf die Kulturen ausgebracht wird. Außerdem scheint sich wegen der besonderen Form des EHEC-Erregers der Verdacht zu verdichten, dass der Erreger im Ausland seinen Ursprung haben könnte. (DBV)


ministerie van land en tuinbouw niedersachsen afbeelding logoLandwirtschaftskammer Niedersachsen: Gülledüngung im Gemüse nicht üblich

Seit einigen Tagen sorgt das vermehrte Auftreten von Durchfallerkrankungen, die durch einen speziellen Stamm von Coli-Bakterien (sogenannten EHEC-Erregern) ausgelöst werden, für Schlagzeilen. Während bisher kein konkretes Lebensmittel als Infektionsquelle identifiziert werden konnte, wird über die Medien mit Gülle gedüngtes Gemüse bzw. Salat als mögliche Quelle ins Gespräch gebracht.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellt dazu fest, dass eine Gülledüngung in bestehende Gemüsekulturen, also die Ausbringung auf den wachsenden Pflanzenbestand, in der Praxis nicht üblich ist. Auch die Verwendung organischer Dünger direkt vor dem Anbau der Gemüsekultur wird nicht empfohlen. Nur mit einer gezielten Mineraldüngung kann eine bedarfsgerechte und damit optimale Nährstoffversorgung der Pflanzen gewährt werden. Diese ist gerade bei besonders sensiblen Gemüsekulturen erforderlich, um die Voraussetzung für optimale Erträge zu schaffen.

Um Belastungen von Gemüse und Obst auszuschließen, werden durch die Gartenbau-Betriebe, neben dem eingeschränkten Einsatz organischer Dünger in der Vorkultur, in der Regel zahlreiche weitere Vorkehrungen getroffen, die dieses Risiko deutlich minimieren können. Dazu gehören Hygienevorgaben für die Erntearbeiter, Analysen von Bewässerungswasser, Pflanzenuntersuchungen und die Teilnahme an Qualitätssicherungssystemen wie QS Qualität und Sicherheit. Gefordert und kontrolliert werden durch diese Prüfsysteme unter anderem detaillierte Risikoanalysen sowie die Einhaltung strenger Auflagen bei Kultur, Ernte, Transport, Lagerung und Verarbeitung der Produkte. (lwk-N)



Veröffentlichungsdatum: 27.05.2011
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