Unwetter und Dürreschäden in Italien führen zu Ernteverlusten von bis zu 80%
Ein schweres Unwetter verschärft die Schäden durch extreme Hitze und verschlechtert die Lage auf dem Land, wo in einigen Regionen Ernteverluste von bis zu 80 % auftreten, so Coldiretti.

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„Bauern werden zudem durch steigende Kosten unter Druck gesetzt, etwa bei Energie, Dünger und Bewässerung, um ihre Ernte zu retten“, heißt es in der aktuellen Einschätzung von Coldiretti zu den durch den Klimawandel verursachten Schäden, die sich durch heftige Regenfälle abwechseln mit anhaltender Dürre.
„Damit wird erneut die dringende Notwendigkeit für strukturelle Maßnahmen zur Rettung der Made-in-Italy-Lebensmittelproduktion unterstrichen.“
Aufgrund extremer Hitze, Dürre, Hagel und Waldbrände belaufen sich die Schadenssummen in der italienischen Landwirtschaft laut ersten Schätzungen von Coldiretti auf über 3 Milliarden Euro.
„Wasserknappheit und hohe Temperaturen setzen ganze Lieferketten unter Druck. Besonders betroffen sind Mais, Reis und Ackerfrüchte.“
Besonders schlimm ist die Situation in Piemont:In den nicht bewässerten Gebieten der Baraggia zwischen Vercelli und Biella leiden Haselnussplantagen, vor allem ältere Pflanzen, unter Ertragsverlusten von 20 bis 30 % im Vergleich zu durchschnittlichen Jahren.
In Emilia-Romagna: Die anhaltende Hitze hat die Maisernte im Raum Ferrara um etwa 20 % reduziert, während Hagel und Aflatoxinprobleme (giftige Substanzen, die von bestimmten Schimmelpilzen wie Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus produziert werden), in einigen Gebieten bis zu 80 % Ernteausfall verursachten, wodurch Teile der Ernte ungenießbar sind.
Sommer- und Herbstfrüchte, die nicht vom Hagel getroffen wurden, verzeichnen Ertragsrückgänge von rund 20 bis 30 %, verbunden mit kleineren Früchten. Auch die Reben leiden: Die Trauben sind sehr klein, die Erträge entsprechend niedrig.
Im Gebiet Bologna führt die Hitze ebenfalls zu einem Rückgang der Sommerernte und steigenden Bewässerungskosten.
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In Trentino: Hitze und Dürre haben zu einem Rückgang der Apfelernte um 9-10 % geführt, verbunden mit kleineren Früchten.
In Mittelitalien: Hohe Temperaturen und Wassermangel belasten weiterhin Gemüse, Weinberge und Olivenplantagen.
In den Abruzzen: Nach 130 Tagen ohne Regen sind die Auswirkungen auf die Weinproduktion besonders deutlich: In nicht bewässerten Gebieten wird ein Verlust von rund 50 % geschätzt.
Im Süden und auf den Inseln:Hitze und Wasserstress treffen vor allem Gemüse, Obst, Oliven- und Weinanbau.
In Apulien sind Tomaten und Wassermelonen besonders betroffen, mit drastischen Ernteverlusten sowie Problemen bei Größe und Qualität. Auch Tafeltrauben leiden.
In Kalabrien:Anhaltende Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit verursachen schweren Stress bei den Kulturen: Citrusfrüchte verlieren schätzungsweise 30 bis 40 % durch Sonnenbrand und Fruchtfall. Die Bewässerungs- und Energiekosten steigen ebenfalls.
Auf Sardinien:Die extreme Hitze belastet die Bauern weiterhin, obwohl die Bewässerung teilweise Verluste eindämmt.
Besonders schlimm ist die Lage bei Artischocken: Viele Landwirte müssen nach erheblichen Verlusten ihre Pflanzen neu anbauen, was die Kosten verdoppelt.
Auch bei Blattgemüse und Salat gibt es große Engpässe, während Zitrusfrüchte und Olivenbäume genau beobachtet werden.
„Die Wirtschaftskrise wird durch die Produktionskrise verschärft: durch die geringere Verfügbarkeit von Produkten, höhere Bewässerungs- und Energiekosten sowie oft niedrige Preise für die Erzeuger“, so Coldiretti.
„Die aktuelle Lage bestätigt die dringende Notwendigkeit, in einen nationalen Wasserspeicher-Plan zu investieren:Derzeit kann Italien nur 11 % seines Regenwassers speichern – viel zu wenig, um den zunehmenden und intensiveren Dürreperioden entgegenzuwirken.
Ein sofort umsetzbares Projekt würde es ermöglichen, Regenwasser ganzjährig zu sammeln und zu speichern, die Folgen extremer Wetterereignisse zu verringern und Überschwemmungen vorzubeugen.
Die Speicher, gebaut aus natürlichen Materialien ohne Beton, sollen für zivile und landwirtschaftliche Zwecke dienen und zugleich eine nachhaltige Energiequelle in Form von Wasserkraft bieten“, so Coldiretti.
Der Plan umfasst außerdem die Wiederherstellung und umfassende Aufwertung der bestehenden Wasserinfrastruktur: Um die Klimakrise wirksam zu bekämpfen, ist eine umfassende Strategie notwendig, die die Pflege von Wasserläufen und den Ausbau der Verteilernetze beinhaltet, um eine effizientere Nutzung der Wasserressourcen zu gewährleisten.
Quelle: Coldiretti
Veröffentlichungsdatum: 11.09.2026

