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LWK Niedersachsen: Trockenheit und Hitze prägen Kartoffel- und Zwiebelernte

04. September 2026

Die anhaltende Trockenheit und mehrere Hitzeperioden haben den Anbau von Kartoffeln und Zwiebeln in Niedersachsen im Jahr 2026 maßgeblich geprägt. Während sich die Anbauflächen der beiden Kulturen unterschiedlich entwickelten, zeigt sich bei beiden Kulturen ein ähnliches Bild: Die hohen Temperaturen und der Wassermangel haben das Größenwachstum der Knollen und Zwiebeln deutlich eingeschränkt.


Foto ©  LWK Niedersachsen

Kartoffeln: Anbaufläche sinkt – Hitze begrenzt Knollengröße und stützt die Preise

Nach der außergewöhnlich großen Kartoffelanbaufläche des Vorjahres wurde die Anbaufläche 2026 um 10,6 Prozent auf 124.852 Hektar reduziert. 

Gleichzeitig haben die anhaltende Trockenheit und mehrere Hitzeperioden das Knollenwachstum erheblich beeinträchtigt. 

Entsprechend wird in vielen Regionen mit einer geringeren Erntemenge und einer eher kleinfallenden Sortierung gerechnet. Das begrenzte Angebot dürfte die Preise stützen.

Besonders die Witterung ab Ende Juni war für die hitzeempfindliche Kartoffel von entscheidender Bedeutung. 


Bildquelle: Pixabay

Zwar hatten die Pflanzen zunächst eine ausreichende Anzahl an Knollen angesetzt, unter den anschließenden heißen und trockenen Bedingungen konnten diese jedoch vielfach nicht mehr ausreichend an Größe zulegen. 

Infolgedessen wird bei vielen Partien ein höherer Anteil kleinerer Kaliber erwartet.

Die trockene Witterung hatte jedoch auch positive Auswirkungen auf die Pflanzengesundheit. Der Befall mit Blattkrankheiten blieb vergleichsweise gering und ließ sich gut kontrollieren. 

Insbesondere erwies sich 2026 nicht als Krautfäule-Jahr, sodass der Krankheitsdruck deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt lag.


Bildquelle: Pixabay

Zwiebeln: Rekordanbaufläche – Wassermangel begrenzt Bulbengröße

Der Aufwärtstrend im niedersächsischen Zwiebelanbau setzt sich auch im Jahr 2026 fort. Die Anbaufläche aller Allium-Arten wurde gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent beziehungsweise 393 Hektar auf knapp 9.700 Hektar ausgeweitet. 

Damit wurde erneut eine Rekordanbaufläche erreicht, wenngleich das Wachstum deutlich moderater ausfällt als in den vergangenen Jahren. Rund 80 Prozent der Gesamtfläche entfallen auf Sommerspeisezwiebeln.

Die Zwiebelproduktion konzentriert sich weiterhin auf wenige Regionen Niedersachsens. Die größten Anbauflächen befinden sich im Landkreis Uelzen mit rund 2.300 Hektar, gefolgt vom Emsland (1.290 Hektar), Lüchow-Dannenberg (830 Hektar) sowie der Region Hannover (650 Hektar).

Trotz der Flächenausweitung stellt die diesjährige Witterung die Erzeuger vor große Herausforderungen. Zwiebeln verfügen über ein vergleichsweise schwach ausgeprägtes Wurzelsystem und sind spätestens ab Beginn der Bulbenbildung im Juni auf eine zuverlässige Wasserversorgung angewiesen. 

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen wurde dieses Entwicklungsstadium in vielen Beständen bereits früher als üblich erreicht.

Dort, wo die Kulturen weder durch Niederschläge noch durch Beregnung ausreichend mit Wasser versorgt werden konnten, blieb das Größenwachstum der Zwiebeln deutlich hinter den Erwartungen zurück. In der Folge wurden vielerorts kleinere Bulben ausgebildet. 

Gleichzeitig steigt damit das Risiko, dass die geforderten Qualitätsstandards insbesondere hinsichtlich der Kalibrierung nicht vollständig erreicht werden.

Veröffentlichungsdatum: 04.09.2026

Schlagwörter

LWK Niedersachsen, Trockenheit, Hitze, Kartoffel, Zwiebelernte