Belgien: Gemüsepreise erreichen Höchststände aufgrund von Dürre und Hitze
Blumenkohl für 3 EUR das Stück, Endivien für 2,40 EUR, grüner Eichblattsalat für 1,80 EUR: Das sind beispiellose Preise im Gemüseanbau.
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„Aufgrund der Hitze und Dürre gibt es ein deutlich geringeres Angebot und Qualitätsprobleme“, erklärt die Obst- und Gemüsegenossenschaft BelOrta und begründet damit die exorbitanten Preisanstiege.
Die Situation betrifft vor allem Freilandgemüse, wie das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) berichtet.
„Die Zahl der Erzeuger sinkt, und wenn die Hitze die Produktion drückt, entsteht ein verstärkender Effekt.“
Endivien wurden letzte Woche für mehr als 2 EUR gehandelt, mit Spitzenwerten von bis zu 2,40 EUR. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Endivienanbauer Bert De Keyser aus Sint-Katelijne-Waver.
Er führt dies auf das durch die Hitze bedingte geringe Angebot zurück. „An den Auktionstagen stehen nur 2.400 Endivienköpfe zur Verfügung, das sind 60 % weniger als im Vorjahr.“
Dies wird durch die Statistiken des Verbands der belgischen Gartenbaugenossenschaften (VBT) bestätigt.
In der vergangenen und der vorletzten Woche belief sich das Angebot bei der Auktion auf 31.120 Einheiten, während die Menge in dem gleichen Zeitraum der Vorjahre bei etwa 70.000 Einheiten lag.
Ein deutlicher Mengenrückgang zeigt sich in den VBT-Zahlen auch bei anderen Gemüsesorten wie Salat und Blumenkohl.
De Keyser konnte den Schaden in seinem Betrieb begrenzen, unter anderem weil er über ausreichend Regenwasser verfügt.
Ihm kommt zugute, dass das Gewächshaus leer steht, da dort erst in drei Wochen wieder Salat gepflanzt wird.
Hohe Preise, insbesondere bei Freilandgemüse
Dies erklärt, warum die Preise für Freilandsalate im Vergleich zu Gewächshaussalaten hoch sind. Im Freiland werden vor allem rote Salatsorten angebaut, wie etwa roter Eichblattsalat und Lollo Rosso.
In der vergangenen Woche wurden Auktionspreise von rund 2 EUR pro Stück verzeichnet, während die Ware normalerweise eher für 50 Cent gehandelt wird.
In Gewächshäusern werden vorwiegend helle Salatsorten angebaut, wie etwa Lola Bionda und grüner Eichblattsalat.
Da die Erzeuger hier das Klima besser steuern können, ist die Produktion stabiler und die Preise entsprechen in diesem Zeitraum eher denen der Vorjahre.
Auch Blumenkohlerzeuger Koen Dewit kann sich in seiner Laufbahn nicht an Preise von 3 EUR erinnern. Reich wird er dadurch jedoch nicht.
„Vor zwei Wochen war die Lage am schlimmsten. Ich hatte kaum Ertrag. Das Gesamtangebot an den Auktionstagen bei BelOrta lag damals bei 500 Kartons, während es normalerweise 4.000 bis 5.000 Kartons sind. Zudem gab es deutlich weniger Ware aus den südlichen Niederlanden, was den Preis ebenfalls in die Höhe treibt.“
Bei Blumenkohl führt die Hitze zu einer Verzögerung der Kopfbildung, während es bei Endivien und Salat zu Verbrennungen kommt.
Da sich die Temperaturen seit einigen Tagen wieder auf einem normalen Niveau bewegen, ist die Produktion wieder angelaufen.
Der Blumenkohl- und Rosenkohlerzeuger, der gemeinsam mit seinem Sohn arbeitet, rechnet damit, dass sich die Preise innerhalb von zwei Wochen wieder normalisieren werden.
Quelle: Vilt.be
Veröffentlichungsdatum: 25.08.2026

