„Unterstützung der Politik gefordert“ Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer: Überleben der Obst- und Gemüsebaubetriebe sichern
Wird der Anbau von Obst und Gemüse vor der Haustür überhaupt noch gewünscht? Diese Frage stellt Georg Boekels, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, in einem Brief an NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
„In allen Bereichen des Obst- und Gemüsebaus decken die Erlöse die Kosten nicht. Dies ist bei den Energie- und Lohnkosten wie auch bei den Bürokratiekosten in erheblichem Maße mit politischen Entscheidungen verbunden“, stellt Boekels fest.

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Als Beispiele für aktuelle Misere führt er die derzeit laufende Zwetschgenernte an. Die angebotenen Preise des Handels decken nicht einmal die Pflückkosten.
Damit verdorrt die Ernte auf den Bäumen. Das Gemüseangebot gehe bedingt durch die heiße Witterung seit 14 Tagen zurück.
Dennoch fordere der Lebensmitteleinzelhandel von den Gemüsebauern Preiszugeständnisse, die kleinsterweise die gestiegen Kosten bei Dünger und Löhnen wie auch den Aufwand, für die angesichts der anhaltenden Hitze notwendigen Beregnungsmaßnahmen, widerspiegeln.
„So darf das nicht weitergehen! Die Liquidität der Betriebe ist bis an die Grenze strapaziert“, so der Präsident. In Normaljahren würden, beginnend mit den Erlösen ab dem Monat Juli, die Reserven gebildet, die erfahrungsgemäß bis in den Sommer des Folgejahres reichten.
In diesem Jahr werde dies aufgrund der beschriebenen Situation nicht so sein, konstatiert Boekels. Er macht deutlich, dass die Zeit dränge und die politischen Entscheidungsträger handeln müssten.
In seinem Brief bittet Boekels die zuständige Ministerin Silke Gorißen daher, sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die angespannte Lage im Obst- und Gemüsebau im Rahmen der Agrarministerkonferenz vom 23. bis 25. September in Würzburg behandelt werden müsse.
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Im Einzelnen forderte er folgende konkrete Maßnahmen ein, um das Überleben der Betriebe zu sichern:
- Schaffung einer Liquiditätshilfe mit deutlich reduzierten Zinssätzen
- Einführung einer Ausnahmeregelung bezüglich des gesetzlichen Mindestlohnes mit einem Abschlag in Höhe von 20 %
- Öffnung der Drittstaatenregelung auch für Erntetätigkeiten in der Landwirtschaft
- Schaffung von Rechtssicherheit bei der kurzfristigen Beschäftigung
- Dauerhafte finanzielle Förderung einer Mehrgefahrenversicherung
- Weitergehende Entlastung bei den Energiekosten
- Einführung der steuerlichen Risikoausgleichsrücklage
- Dauerhafte Förderung von Beregnungsmöglichkeiten als Klimaanpassungsmaßnahme
- Sofortiger wirksamer Abbau von überbordender Bürokratie

„Wir brauchen kurzfristige wie dauerhaft wirksame Lösungsansätze, die mit der deutlichen Botschaft gegenüber der Bundesebene eingefordert werden und schnellstmöglich auf den Weg zu bringen sind“, betonte Boekels.
Veröffentlichungsdatum: 18.08.2026

