Schweiz: Zwetschgen - Das blaue Wunder
Kaum eine Frucht steht so sehr für den Spätsommer wie die Zwetschge. Botanisch gesehen reift die Frucht spät, etwa von Anfang bis Mitte September, was sie zur klassischen Spätsommerfrucht macht. Angebaut wird sie in der Schweiz auf rund 320 Hektaren, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID).
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Foto © LID
Jede Schweizerin und jeder Schweizer isst von der Zwetschge im Schnitt rund 1,5 Kilogramm pro Jahr – eine stattliche Menge, die zeigt, dass die blaue Frucht in der hiesigen Esskultur verankert ist.
2026 wird eine gute Ernte erwartet
Der Schweizer Obstverband rechnet für 2026 mit einer Ernte von rund 3’600 Tonnen Zwetschgen ein Wert, der leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt.
Die Haupterntezeit hat dieses Jahr Ende Juli begonnen und zieht sich bis Anfang September hin.
Je nach Wetterlage kann sich die Saison regional, aber deutlich verschieben: Die Zwetschgensaison am Bodensee dauert, abhängig vom Wetter, ungefähr von Mitte Juli bis Mitte Oktober.
Zwetschgen werden weltweit angebaut. Der grösste Produzent ist China, gefolgt von den USA. Deutschland führt die Liste der meistproduzierenden Länder in Europa an.

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Jahresbericht 2025 des SOV. *Die grau markierten Kantone (AI, AR, GL, NW, OW, UR) weisen insgesamt eine Anbaufläche von 0,2 Hektaren auf und die Kantone BS und BL werden in der Statistik gemeinsam geführt. Stand: 2025 (Infografik © LID)
Regional betrachtet ist das Wallis die grösste Anbauregion des Landes, gefolgt von der Waadt sowie Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Historisch war gerade die Region Basel besonders eng mit dem Zwetschgenanbau verbunden.
Die Sorte mit ungeklärter Herkunft
Unter den zahlreichen Sorten dominiert eine Sorte in der Schweiz klar: Die Fellenberg-Zwetschge wurde vor mehr als 200 Jahren in die Schweiz gebracht und weitergezüchtet und füllt bis heute die Regale der Supermärkte.
Die Fellenberg-Zwetschge ist die einzige Zwetschgensorte, die unter eigenem Sortennamen verkauft wird, andere beliebte Sorten wie Čačaks Schöne oder Dabrovice werden schlicht als «Zwetschgen» vermarktet.
Interessant ist die Herkunftsgeschichte der beliebten Zwetschgensorte, die bis heute nicht abschliessend geklärt ist.
Die Fellenberg-Zwetschge stammt vermutlich ursprünglich aus Italien, wahrscheinlich aus der Lombardei. Wer genau die Sorte in die Schweiz brachte, bleibt jedoch ein ungelöstes Rätsel.
Ihr Name geht auf den Berner Reformer, Agronomen und Politiker Philipp Emanuel von Fellenberg zurück, der von 1771 bis 1844 lebte und massgeblich zur Verbreitung der Sorte in der Schweiz beitrug.
Die Fellenberg-Zwetschge macht rund ein Drittel der gesamten Schweizer Ernte aus. Ihre grosse, dunkelblau bereifte Schale, das feste, süss-würzige Fruchtfleisch und die Tatsache, dass es sich leicht vom Stein lösen lässt, machen sie zum bevorzugten Snack.
Neben der Fellenberg gibt es in der Schweiz rund 300 eigenständige, dokumentierte Zwetschgen- und Pflaumensorten, von denen viele einen starken regionalen Bezug haben, wie etwa die Damassine aus dem Jura.
Die blaue Farbe ist gesund
Das «blaue Wunder» hat seine Farbe vom wasserlöslichen Pflanzenfarbstoff Anthocyan.
Dieser Farbstoff verleiht Früchten nicht nur eine rote, violette oder blaue Farbe, sondern hat auch eine gesundheitliche Wirkung.
Er enthält nämlich wichtige Antioxidantien für den Körper.
Quelle: LID
Veröffentlichungsdatum: 31.07.2026

