EU ratifiziert neues Handelsabkommen mit Mexiko
Die EU-Staaten haben am Dienstag das Interims-Handelsabkommen (ITA) mit Mexiko endgültig angenommen. Zuvor hatte das Europäische Parlament am 8. Juli das Abkommen bereits ratifiziert.
Auf der EU-Seite ist das Verfahren damit abgeschlossen. Sobald auch die mexikanische Ratifizierung erfolgt, kann das Abkommen in Kraft treten. „Die EU steht weiterhin für offenen, regelbasierten und für beide Seiten vorteilhaften Handel“, erklärte die irische Außenministerin und amtierende EU-Ratspräsidentin Helen McEntee laut MBI.
Angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheiten sei es wichtiger denn je, die Beziehungen zu verlässlichen Partnern auszubauen.
Das Interimsabkommen gilt bis zum Inkrafttreten des vollständigen Globalabkommens zwischen der EU und Mexiko. Vorgesehen ist der Abbau nahezu aller verbleibenden Zölle: Das bedeutet einen verbesserten Zugang zu den Märkten für Dienstleistungen, Investitionen und öffentliche Aufträge.
Von dem Handelsabkommen soll unter anderem die europäische Landwirtschaft profitieren. Mexiko importiert mehr EU-Agrarprodukte als es nach Europa exportiert, schützt seine eigene Produktion bislang aber mit hohen Zöllen.
Nun sollen zahlreiche Aufschläge wegfallen. Für Produkte wie Käse, Butter, Geflügel- und Schweinefleisch gelten Obergrenzen für die zollfreie Einfuhr aus der EU.
Es soll mehr als 45.000 europäische Unternehmen, überwiegend kleine und mittlere Betriebe, beim Export nach Mexiko unterstützen. Das Interimsabkommen modernisiert nach Angaben der Ratspräsidentschaft den Handelsteil des bestehenden Globalabkommens zwischen beiden Partnern.
Da das Handelsabkommen ausschließlich in die Zuständigkeit der EU fällt, ist keine Ratifizierung durch die einzelnen Mitgliedstaaten erforderlich.
In Mexiko wird der Abschluss des Ratifizierungsverfahrens nach der Sommerpause erwartet. Anschließend ist eine zweimonatige Vorbereitungsphase vorgesehen, bevor das Abkommen angewendet wird.
Die Beziehungen zwischen der EU und Mexiko beruhen bislang auf dem Globalabkommen aus dem Jahr 2000. Die Verhandlungen über dessen Modernisierung begannen 2016 und wurden im Januar 2025 abgeschlossen.
Mexiko ist der zweitwichtigste Handelspartner der EU in Lateinamerika, während die EU für Mexiko den drittgrößten Handelspartner darstellt.
Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2025 auf rund 87 Milliarden Euro im Warenhandel sowie 2024 auf mehr als 29 Milliarden Euro im Dienstleistungshandel. Zwischen 2014 und 2024 stieg der Warenhandel um mehr als 75 Prozent, der Dienstleistungshandel sogar um 171 Prozent.
Die irische Ministerin McEntee kündigte an, die EU-Handelspolitik in den kommenden Monaten voranzutreiben und Handelsverhandlungen unter anderem mit Malaysia, den Philippinen, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu beschleunigen sowie die jüngst abgeschlossenen Abkommen mit Indonesien und Indien umzusetzen.
Quelle: AIZ.info
Veröffentlichungsdatum: 16.07.2026

