Einkauf trifft auf Landwirtschaft REWE eröffnet Berlins ersten Supermarkt mit Dachfarm
Unten im Supermarkt einkaufen, oben wächst Salat: Mit dem neuen REWE Green Farming Markt Berlin zieht Landwirtschaft mitten in die Hauptstadt. Über der hölzernen Markthalle entsteht Deutschlands größte Dachfarm.
Ab Sommer wächst dort Lankwitzer Pflücksalat – nur wenige Meter über den Köpfen der Kundschaft.

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Die Eröffnung des REWE Green Farming Berlin (21. Mai 2026, 8 Uhr) ist der Startschuss für die neue kreislauffähige Supermarkt-Generation aus Holz.

Peter Maly. (Foto © REWE)
„Mit REWE Green Farming entwickeln wir unsere Green Building-Strategie weiter und verbinden kreislauffähiges Bauen mit urbanem Lebensmittelanbau“, erklärt Peter Maly, Vorstand der REWE Group. Kernelement der neuen Supermarkt-Generation ist Holz.
Der nachwachsende Rohstoff bietet klare Vorteile gegenüber konventionellen Baumaterialien: Er speichert Kohlenstoff und dank der modularen Bauweise lassen sich die Hölzer demontieren und für ein zweites Leben aufbereiten.
Auch im Betrieb schließt sich der Kreislauf: Abwärme aus dem Markt, eine Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne ermöglichen optimale Wachstumsbedingungen für den Stadtsalat auf dem Dach.
Was heute noch besonders wirkt, wird Peter Maly zufolge morgen zum Standard: „Unsere neue Supermarkt-Generation geht jetzt in Serie, dank der modularen Bauweise können wir die Dachnutzung optimal an den Standort anpassen. Wir planen bereits weitere Holzbau-Märkte in Deutschland.“

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Lankwitzer Pflücksalat
Nur 23 Tage braucht der Pflücksalat vom Dach bis ins Regal. Hinter dem visionären Anbaukonzept steckt ECF Farmsystems: Das Berliner Unternehmen betreibt in Zukunft die gläserne Dachfarm.
Das Team um Gründer Nicolas Leschke steht für innovative Lebensmittelproduktion im städtischen Raum. Ab Sommer wird der erste Salat vom Supermarktdach geerntet.
Der Lankwitzer Pflücksalat aus dem REWE Green Farming Berlin enthält die Sorten Kopfsalat, Römersalat, Lollo Rosso und dunkelgrüner Easy Leaf Salat. Die Pflanzen durchlaufen in der Dachfarm einen automatisierten, hydroponischen Anbauprozess – nahezu ohne Erde.
„Der Salat wächst auf speziellen Trays, die mehrmals am Tag mit einer Nährlösung geflutet werden“, erklärt ECF-Geschäftsführer Nicolas Leschke.
Nach der täglichen Ernte wird der Salat im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf vor Ort oder den Transport vorbereitet. Perspektivisch wachsen im Jahr bis zu 900.000 Salatmischungen in der Dachfarm. REWE beliefert damit rund 500 Supermärkte in der Hauptstadtregion.
Herzstück aus Holz
Auf dem Dach zieht die gläserne Salatfarm die Aufmerksamkeit auf sich – im Inneren bestimmt die Holzkonstruktion den Raum. 72 Säulen aus gestapelten Balken formen die luftige Markthalle. Das Besondere: Die Konstruktion verschwindet nicht hinter einer Verkleidung. Das Naturmaterial ist bewusst sichtbar und prägt den Charakter der Markthalle.
Für Friedrich Ludewig, Director beim verantwortlichen Architekturbüro ACME, ist die Eröffnung in Berlin ein wichtiger Meilenstein: „Der Berliner Markt ist das Ergebnis von zehn Jahren gemeinsamer Arbeit. Seit 2016 arbeiten ACME und REWE an dem modularen Konzept, das flexibel für jeden Standort konfiguriert werden kann. REWE Green Farming ist eine Markthalle für das 21. Jahrhundert, die Frische und lokale Produkte zelebriert und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt.“
Von Green Building zu Green Farming
Bereits im Jahr 2009 startete REWE in Berlin-Rudow den Bau der REWE Green Buildings – seither wurden bundesweit über 350 dieser energiesparenden Supermärkte errichtet.
Die Weiterentwicklung des Bautyps gipfelte 2021 im Bau des ersten kreislauffähigen Supermarkts in Wiesbaden-Erbenheim.
Aus dem Pilotmarkt entwickelten REWE und ACME den Prototypen für die neue Green-Building Generation.
Von Berlin aus geht der neue Bautyp mit variabler Dachnutzung in Serie.
„Unsere neuen Green Buildings sind ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zukunft des Bauens aussehen muss: kreislauffähig, mit der richtigen Materialwahl und immer mit Blick auf die Umweltauswirkungen des Bauens“, erklärt Klaus Wiens, Head of Filialbau bei REWE.

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Einkaufen wie auf dem Wochenmarkt
Eine große Fensterfront am Eingang des Marktes und das umlaufende Lichtband fluten das Marktinnere mit Tageslicht.
Im Zusammenspiel mit den sieben Meter hohen Decken entsteht ein weitläufiger Marktplatz. Das Sortiment greift dieses Wochenmarkt-Ambiente auf: Die rund 2.150 Quadratmeter große Verkaufsfläche bietet Platz für über 20.000 Artikel.
Produkte der Eigenmarke REWE Regional sowie Erzeugnisse von 20 regionalen Lieferant:innen – darunter Candé Natura, Hemme Milch und Mampe Berlin – bringen heimische Vielfalt direkt ins Regal.
„Neben unserer regionalen Auswahl machen frische Lebensmittel einen großen Teil unseres Sortiments aus“, erklärt Kaufmann Felix Thomas.
„Ergänzt wird das Angebot durch viele pflanzliche Produkte sowie ein umfangreiches Convenience-Angebot. Ein besonderes Highlight sind die hausgemachten Fleisch-, Wurst- und Käsespezialitäten an unseren Frischetheken.“
Neben den vier mit Mitarbeitenden besetzten Kassen ermöglichen sieben Selbstscan-Kassen einen unkomplizierten Einkauf ohne lange Wartezeit.
Mit Scan&Go können Produkte direkt beim Einkauf per Handscanner oder Smartphone erfasst werden – bezahlt wird an der Expresskasse, ohne erneutes Auspacken.
„Mit dem REWE Abholservice bieten wir unserer Kundschaft einen praktischen Weg, den Wocheneinkauf zu erledigen“, empfiehlt Kaufmann Felix Thomas. Einfach die Einkaufsliste auf rewe.de oder in der REWE-App eingeben und den fertigen Einkauf im selbst gewählten Zeitfenster im Markt abholen.
Der Abholservice geht wenige Tage nach der Eröffnung an den Start (ab 27. Mai 2026).

Felix Thomas, REWE Kaufmann: Unternehmer vor Ort sein, das reizt mich sehr. Der Markt in der Malteserstraße ist ein besonderer Standort, den ich zusammen mit meinem Team mit Leben füllen möchte. (Foto © REWE)
Mit REWE gewachsen: Felix Thomas ist der Kaufmann vor Ort
Mit Felix Thomas übernimmt ein echtes REWE-Eigengewächs den Markt im Berliner Süden. Der 39-Jährige ist seit 15 Jahren im Unternehmen. Als Marktmanager übernahm der Berliner Verantwortung für mehrere Märkte in seiner Heimatstadt. Sein Ziel war die Selbstständigkeit.
„Unternehmer vor Ort sein, das reizt mich sehr. Der Markt in der Malteserstraße ist ein besonderer Standort, den ich zusammen mit meinem Team mit Leben füllen möchte“, sagt der Jungunternehmer.
Als selbstständiger Kaufmann möchte Felix Thomas künftig ein verlässlicher Ansprechpartner im Kiez sein.
Ebenso wichtig ist ihm seine Rolle als Arbeitgeber: „Ich trage Verantwortung für meine aktuell 55 Mitarbeitenden und möchte Beständigkeit vermitteln. Gleichzeitig ist es mir wichtig, mein Team individuell zu fördern.“

Zahlen, Daten, Fakten:
- Deutschlands größte Dachfarm (2.760 m²)
- 1.800 m³ heimische Nadelhölzer bilden das Tragwerk und speichern 930t CO₂e
- Energie aus 100 % Grünstrom, Abwärmenutzung und rund 200 Solarmodule
- 50 % weniger Energieverbrauch als Standardmärkte
- 900.000 Salatmischungen wachsen ab Sommer auf dem Dach
- 98 Pkw-Stellplätze mit versickerungsfähigem Pflaster, Stellflächen für Fahr- und Lastenräder
- 4 E-Ladesäulen, betrieben von EnBW
- Auszeichnung: „Klimaschutzpartner Berlin 2025” vergeben von der IHK
- Adresse: Malteserstraße 136, 12249 Berlin-Lankwitz
Quelle: REWE
Veröffentlichungsdatum: 21.05.2026

