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Belgien: Schlachtfeld Frische – Tobt zwischen den Supermärkten ein „Frischekrieg“?

13. April 2026

Wer die Werbeprospekte eines Supermarkts durchblättert, kann es kaum übersehen: frisch, frischer, am frischesten. Von „frischer Spargel – 1 kaufen plus 1 gratis“ über „täglich frisch zum niedrigsten Preis“ bis hin zu „leckeren Angeboten vom Frischmarkt“. 


Bildquelle: Pixabay

Obst und Gemüse werden den Verbrauchern förmlich entgegengeworfen. Das ist kein Zufall. Hinter diesem Fokus auf Frische verbirgt sich eine klare Strategie und laut Experten sogar ein zunehmender Wettbewerb, berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).

Laut der Supermarktexpertin Els Breugelmans (KU Leuven) ist die Konzentration auf frische Produkte kein vorübergehender Marketingtrick, sondern eine strukturelle Entwicklung. 

„Supermärkte spüren, dass sie sich zunehmend differenzieren müssen, und Frische ist einer der wenigen Bereiche, in denen das noch wirklich möglich ist“, sagte sie in einem Interview mit Het Laatste Nieuws. 

„Wo Preis und Sortiment oft vergleichbar sind, bietet Frische eine einzigartige Möglichkeit, sich abzuheben. Die Betonung regionaler Produkte und die Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten spielen dabei eine wichtige Rolle.“ 

Wettbewerb

Diese Strategie ist nicht unbegründet. Traditionelle Supermärkte spüren den Druck von Online-Anbietern wie Bol und Amazon, die sich vorwiegend auf abgepackte Produkte konzentrieren. 

Dieser Wettbewerb zwingt Supermärkte, sich durch ein Angebot an frischen Produkten abzuheben. 

Zudem verändern sich die Verbraucher. „Gesundheit, Nachhaltigkeit und bewusste Ernährung haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Supermärkte reagieren darauf, indem sie ihr Angebot und ihre Kommunikation anpassen“, heißt es. 

Frische als Lockmittel

Frischprodukte erweisen sich zudem als starker Anreiz. Studien zeigen, dass Kunden, die ein Geschäft wegen frischer Lebensmittel betreten, oft auch den Rest ihres Einkaufs dort erledigen. Anders ausgedrückt: Wer Kunden mit Qualität und Frische überzeugt, gewinnt oft den gesamten Einkaufswagen. 

Dies spiegelt sich auch in der Ladengestaltung wider. Obst und Gemüse erhalten immer mehr Platz und werden in der Regel prominent im Eingangsbereich platziert. 

Diese visuelle Strategie ist kein Zufall: Eine ansprechende, farbenfrohe Frischeabteilung vermittelt Gesundheit und Qualität und prägt sofort das gesamte Einkaufserlebnis. 

„Sie erzeugt beim Kunden ein positives Gefühl, noch bevor er ein einziges Produkt in den Einkaufswagen gelegt hat“, heißt es. 

Hohe Gewinnspannen

Frische ist jedoch kein einfaches Terrain. „Sie erfordert spezifisches Fachwissen, Logistik und Qualitätskontrolle und ist schwieriger zu standardisieren als Trockenwaren“, sagt Breugelmans. 

„Genau deshalb bietet sie Chancen, insbesondere für unabhängige Händler, die sich mit einem starken regionalen und qualitativ hochwertigen Angebot profilieren können. Die Gewinnspannen bei Frischprodukten sind oft höher, was es für Supermärkte besonders attraktiv macht, den Fokus darauf zu legen.“


Quelle: Vilt.be

 

Veröffentlichungsdatum: 13.04.2026

Schlagwörter

Belgien, Frischmarkt, Supermärkten, Frischekrieg