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Wie können die Transportemissionen in der Frischwarenlogistik um 95% reduziert werden?

24. Februar 2026

Stellen Sie sich die Verkehrslage in einem mittelgroßen Einzelhandelsnetzwerk vor. In einem traditionellen, „fragmentierten“ Liefermodell wirken 150 Supermärkte wie einzelne Magneten für Chaos. Landwirte, Großhändler und Händler liefern direkt an jede einzelne Filiale mit kleinen, ineffizienten Fahrzeugen.


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Laut EastFruit führt dies bei einer typischen Kette mit 150 Filialen zu 3.000 bis 7.500 Lieferungen täglich. Das ist ein Rezept für urbane Staus und massiven CO₂-Ausstoß, gekennzeichnet durch halb leere Lieferwagen im Stadtverkehr. 

In der Zwischenzeit fehlen in den Supermarktregalen oft frische Produkte, weil ein Lieferant im Stau steht und ein anderer in der endlosen Schlange der Lieferanten wartet, die alle gleichzeitig angekommen sind. Auch die Kunden sind unzufrieden, weil sie extra zum Laden gefahren sind, um Salat zu kaufen, und das Salatregal leer ist. 

Beim nächsten Mal gehen sie vielleicht zu einem weiter entfernten Geschäft, wo sie wissen, dass Salat immer in den Regalen vorhanden ist.

Die Lösung liegt im „Hub-and-Spoke“-Modell: einem zentralen Verteilzentrum (CDC). Laut der Schätzungen von dem Team, das an der Gartenbaukomponente des gemeinsamen FAO/EBRD-Initiative „Agrar- und Ernährungsklima- und Umweltnachhaltigkeit“ (ACES) arbeitet, verändern sich die logistischen Prozesse bei einer Bündelung der Lieferungen in eine einzige 10.000 m² große Einrichtung grundlegend. 

Statt Tausender unregelmäßiger Fahrten pendelt sich das Netzwerk in einen Rhythmus von nur 150 zusammengefassten Lieferungen pro Tag ein – ein Lkw pro Filiale. 

Natürlich kann die Anzahl der Fahrten in der Praxis höher sein, ist aber immer noch um ein Vielfaches geringer als bei dem „chaotischen“ und primitiven Modell, das viele Supermarktketten in Entwicklungsländern heute noch immer nutzen. 

Darüber hinaus sind die Lieferungen deutlich besser ausgelastet, was sowohl die Gesamtemissionen als auch insbesondere die Emissionen pro Kilogramm Produkt reduziert.

Die Umweltauswirkungen dieser Konsolidierung sind enorm.

Analysen zeigen, dass der Wechsel von kleinen Lkw (mit Emissionen von ca. 0,445 kg CO₂ pro km) zu voll beladenen Schwerlast- Lkw (mit Emissionen von ca. 0,0565 kg CO₂ pro Tonnenkilometer) die transportbedingten Emissionen um 75 % bis 95 % reduziert. 

Konkret bedeutet dies eine jährliche CO₂-Einsparung von bis zu 120.000 Tonnen für eine einzelne Einzelhandelskette.

Neben den reinen CO₂-Rechnungen ist die betriebliche Entlastung spürbar. Die Ladenmitarbeiter, die zuvor bis zu 25 Stunden täglich mit der Annahme von Dutzenden von Lieferungen beschäftigt waren, bearbeiten nun eine einzelne Palettenlieferung in weniger als 30 Minuten. 

Für Stadtplaner, die Städte dekarbonisieren und die Verkehrsdichte reduzieren wollen, ist die Förderung zentralisierter Logistikinfrastruktur wohl der wirksamste Hebel.


Quelle: EastFruit.com

 

Veröffentlichungsdatum: 24.02.2026

Schlagwörter

Transportemissionen, Frischwarenlogistik