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Schweiz: Premium statt Masse - Aargauer Nüsslisalat macht Karriere im Winterregal

12. Februar 2026

Gemüsegärtner Thomas Käser machte aus einem Massenprodukt eine Spezialität. Auf dem Aargauer Gemüsebaubetrieb dreht sich im Winter alles um im Freiland ausgesäten Nüsslisalat. Dieser ist heute im Premiumsegment der Grossverteiler gelistet, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID).


Nüsslisalaternte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im geschützten Zelt. (Foto © LID / dep)

Es ist noch dunkel, dazu eiskalt und neblig an diesem Januarmorgen auf dem Feld bei Fislisbach im Kanton Aargau, wo der Nüsslisalat auf einer Fläche von drei Hektaren steht.

Doch im Erntezelt ist bereits Licht und die Heizung sorgt für eine wohlige Umgebung. Vier Männer und zwei Frauen sitzen dort auf den Knien, ausgerüstet mit täglich frisch geschliffenen, scharfen Messern. 

Mitarbeiter Kamer Feta weiss, wo er die Klinge für den sauberen Schnitt unter der Rosette ansetzen muss. Er führt diesen bereits seit vielen Jahren aus.


Nüsslisalat wird von hand geerntet. (Foto © LID / dep)

Ein kurzer Blick, ob noch ein gelbes Blättchen entfernt werden muss, und ab mit dem Salat in die Kiste. «Geübte Hände schaffen rund vier Kilogramm pro Stunde», erklärt sein Chef Thomas Käser.


Foto © LID / dep

Das Zelt steht auf Rädern und bewegt sich mit einem Elektromotor kontinuierlich ein Stück vorwärts, weg von der bereits abgeernteten Fläche. Im vorderen Teil des Zeltes kann so der noch gefrorene Salat im Boden auftauen.

Drei solche fahrenden Zelte der Marke «Eigenbau» sind bei der Gemüse Käser AG unterwegs. Sie sind speziell für die Ernte von Nüsslisalat eingerichtet.

Und um diesen dreht sich im Winter eigentlich alles auf dem Gemüsebaubetrieb aus Birmenstorf. 

Denn hier wächst der vermeintlich beste Nüsslisalat des Landes heran. Dahinter steckt langjährige Arbeit, gespickt mit einer Prise Hartnäckigkeit des Gemüsegärtners.

Weg von Massenware

Nüsslisalat zählt im Winter zu den beliebtesten Salaten in der Schweiz. Doch dem Feldsalat – wie er in Deutschland genannt wird – erging es in den vergangenen Jahren ein wenig wie dem Lachs: Die einstige Spezialität wurde zu einer uniformen Massenware. Und bei dieser zählt vor allem noch der Preis. Dieser zeigt eher nach unten. 

Maschinell geerntete Billigimporte kosten die Abnehmer von Nüsslisalat trotz Schutzzoll oft weniger als Schweizer Ware, was den inländischen Anbau zusätzlich belastet. 

Als ihm ein Abnehmer vor zwanzig Jahren eiskalt ins Gesicht sagte, dass Nüsslisalat eben Nüsslisalat sei und als solcher austauschbar, fasste Thomas Käser einen Entschluss. Er verabschiedete sich von der Mainstreamproduktion. Seine Vision: Premium anstatt Masse.

Natürlich hätten die Berufskollegen zu Beginn den Kopf geschüttelt, als er mit dem Aussäen von Nüsslisalat im Freiland begann und seine Arbeitskräfte bei eisigen Temperaturen auf die Felder schickte. 

Die meisten Betriebe pflanzen sonst vom Jungpflanzenbetrieb in Erdpresstöpfen vorgezogenen Nüsslisalat. Oft dazu im Gewächshaus, bei angenehmeren Temperaturen und mit einfacheren Erntebedingungen. 

Deren Blätter aus den vorgezogenen Jungpflanzen sind eher klein und dünner und tragen nicht selten noch kleine Wurzeln.

Ganz anders der Nüsslisalat auf dem Freiland: «Unsere einzeln ausgesäten Pflanzen tanken direktes Sonnenlicht, trotzen widrigen Temperaturen oder auch dem Schnee», erklärt Thomas Käser. Sie bilden eine Rosette mit festen, saftig grünen Blättern. 

Der Nüsslisalat kommt bei der Kundschaft an. Doch der Aufwand, den er dafür betreiben muss, ist beträchtlich und hat seinen Preis.

Die Produktion besteht aus einem komplexen System aus Anbautechnik, Pflege, Ernte und Vermarktung. 

Er blickt zu den auf Knien erntenden Mitarbeitenden neben ihm: «Diese harte Arbeit soll bei uns anständig und fair entlohnt werden!»

 

Quelle: LID

Veröffentlichungsdatum: 12.02.2026

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Lid, Schweiz, Premium, Aargauer Nüsslisalat, Winterregal