Peru: „Die von Mangoerzeugern geforderten Preise spiegeln nicht die Realität des internationalen Marktes wider“
Geringe Produktionsmengen und der Druck von internationalen Märkten bringen Landwirte und Exporteure in eine schwierige Lage, warnt Julio Seminario, Geschäftsführer der Grupo Seminario SAC, wie die Agencia Agraria de Noticias Peru berichtet.

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Die Mangoexportsaison 2025/26 zeichnet sich als eine der schwierigsten der letzten Jahre ab, gekennzeichnet durch eine geringere Produktionsmenge und eine gestaffelte Ernte, die von November 2025 bis März 2026 dauert.
Diese Situation führt zu einem starken Wettbewerb zwischen Mangos, die per Luftfracht exportiert werden, und solchen, die auf dem Seeweg transportiert werden, wobei sich die Debatte auf Qualität und Gewicht der Früchte konzentrieret.
Laut Julio Seminario hat sich der Konflikt um die Ankaufspreise zwischen Landwirten und Exporteuren aufgrund der widrigen Bedingungen verschärft. Die Landwirte fordern hohe Preise, da ihre Investitionen in den Anbau aufgrund der hohen Kosten für Betriebsmittel stetig steigen. Dies zwingt sie, hohe Bankkredite aufzunehmen oder Kredite bei Agrarhandelszentren zu nutzen, wo Ratenzahlungen den Endpreis weiter erhöhen.
„Unter diesen Umständen verlangen die Landwirte Preise von über 2,50 PNE (Peruanischer Neuer Sol) pro Kilogramm (kg) für mit dem Schiff transportierte Mangos und 5,00 PNE pro kg für per Luftfracht zu transportierende Mangos.
Diese Preise halten sie zwar für angemessen, sie spiegeln aber nicht die Realität der ausländischen Märkte wider“, betont Seminario.
Der internationale Druck nimmt zu, da zwischen der 51. und 2. Kalenderwoche wöchentlich 250 bis 280 Container mit Mangos (je 22 Tonnen) in den USA eintreffen.
Die Mangoexporteure, die per Luftfracht versendeten, sehen sich gesättigten Märkten und Gewichtsproblemen bei der Früchte gegenüber.
Hinzu kommt der unfaire Wettbewerb durch Unternehmen, die niedrige Preise anbieten, um ihre Exportmenge zu steigern. Dies erschwert den europäischen Markt erheblich, da die Preise kaum 2,50-3,00 USD/kg erreichen.
„Der europäische Seemarkt bevorzugt weiterhin brasilianische Früchte aufgrund des niedrigen Preises, was das Interesse an peruanischen Mangos mindert“, fügt Seminario hinzu.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Landwirte als auch Exporteure in dieser Saison in einer benachteiligten Position sind.
„Die einzigen Gewinner sind die Logistikunternehmen, Fluggesellschaften und Reedereien, die ihre Transportkosten Jahr für Jahr erhöhen“, betont Julio Seminario.
Quelle: Agraria.pe
Veröffentlichungsdatum: 22.01.2026

