WUR: „Ohne politische Kursänderungen wird das EU-Agrarland um mehr als 8 Millionen Hektar schrumpfen“
So riesig Europa auch erscheinen mag, die Hügel der Toskana oder die weiten Lavendelfelder der Provence sind nicht endlos.
Neue Forschungen der Universität Wageningen (WUR) in den Niederlanden untersuchen, wie Europas knappes Land gerecht zwischen Nahrungsmittelproduktion, Naturschutz, Energie, Wohnen und Infrastruktur aufgeteilt werden kann.
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Das Ergebnis? Ohne angepasste politische Maßnahmen könnte die landwirtschaftliche Nutzfläche um acht Millionen Hektar schrumpfen, so berichtet das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT).
Diskussionen über Landwirtschaft und Natur sind nicht neu. Doch der Umfang dieser Studie ist es zweifellos. Die Studie untersuchte alle 27 Mitgliedstaaten und berechnete die Ergebnisse bis auf die regionale Ebene runter, wodurch Unterschiede beispielsweise zwischen Nordwesteuropa, den Mittelmeerküstenregionen und den ländlichen Regionen Osteuropas deutlich wurden.
Die Forscher untersuchten die Landnutzung im Laufe des letzten Jahrzehnts und skizzierte auf der Grundlage dieser Analyse, wie sich die Landnutzung bis 2050 logisch entwickeln würde.
Die Studie untersuchte nicht nur die Dynamik der landwirtschaftlichen Nutzfläche, sondern auch Veränderungen der Landnutzung für Naturschutz, Stadterweiterung, Infrastruktur sowie Energie- und Biomasseproduktion. Die Landnutzung wurde somit als einheitliches, zusammenhängendes System analysiert.
„Weiter wie bisher“ führt zu Verlusten in der Landwirtschaft.
Die WUR-Forscherin Berien Elbersen erklärt: „Wir haben verschiedene Szenarien berechnet, von ‚Weiter wie bisher‘ bis hin zu einem Szenario, das den Zielen des Green Deals und der ‚Vom Hof auf den Tisch‘-Initiative entspricht. Wir haben Emissionen, Wasserqualität, Bodenbeschaffenheit, Pestizideinsatz, Landverlust und Produktionskapazität untersucht. Genau in diesem integrierten Ansatz liegt der große Mehrwert dieser Forschung und er ist der Schlüssel zur Zukunft.“
Die Studie zeigt, dass ohne zusätzliche Nachhaltigkeits- und Raumplanungspolitiken die landwirtschaftlichen Nutzflächen in der EU bis 2050 um mehr als 8 Millionen Hektar schrumpfen könnten.
Die Gründe: zunehmende Urbanisierung, die Schließung von landwirtschaftlichen Betrieben und der Verlust anderer produktiver Funktionen aufgrund von Arbeitskräftemangel und/oder fehlenden alternativen Einnahmequellen.
Dies muss jedoch nicht die Zukunft sein. Gezielte Maßnahmen können größere Umwelt- und Klimagewinne erzielen und gleichzeitig die Nahrungsmittelproduktion und die Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten.
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Veröffentlichungsdatum: 20.01.2026
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