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Mecklenburg - Vorpommern: Erzeugerpreis für Speisekartoffeln gefallen

08. September 2020

Der Erzeugerpreis für Speisekartoffeln ist weiter im Rückwärtsgang und hält sich nur noch knapp im zweistelligen Bereich. Bei den vorwiegend festkochenden Sorten werden bereits Preise im einstelligen Bereich genannt. Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 36 KW 2020 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffel
Bildquelle: Shutterstock.com

Regen und fallende Temperaturen haben in der Vorwoche zu deutlich höherem Absatz im Packbereich geführt. Schälkartoffeln werden ebenfalls wieder gut nachgefragt. In der Gastronomie ist bedingt durch die Touristen der Schälkartoffelbedarf hoch. Das Essen in den Schulen läuft infolge der notwendigen Abstandsregeln noch nicht überall in gewohnten Bahnen, so dass die Bestellmengen noch nicht das übliche Niveau erreicht haben. Die Preise für Schälkartoffeln sind ebenfalls zurückgegangen. Nach den teils kräftigen Regenfällen der Vorwoche herrschen mit Sonnenschein und Temperaturen um die 20°C derzeit beste Rodebedingungen. Die Kartoffelerträge sind gut, streuen in Abhängigkeit von der Wasserverfügbarkeit jedoch stark. Die Qualitäten sind top, die Kaliber passen.

Brandenburg
Die Preise für Speisekartoffeln sind im Vergleich zur Vorwoche kräftig gefallen. Die Preisspanne ist groß, teils werden Preise über alle drei Sortengruppen im einstelligen Bereich genannt, was viele Erzeuger zum Zeitpunkt der Einlagerung nicht akzeptieren wollen. Regenfälle haben die Erntebedingungen deutlich verbessert. Die Kartoffelerträge liegen im mittleren Bereich, teils wurden 300 bis 320 dt/ha genannt. Die Qualität und Größe der Kartoffeln sind gut. Der Absatz in den Handelsketten ist schwach, Werbeaktionen bringen nicht immer den gewünschten Erfolg. Die Schälkartoffelpreise sind unter Druck, die Preise sinken, teils wird der Markt neu aufgeteilt.

Sachsen
Regenfälle haben mit Wochenbeginn die Erntearbeiten ausgebremst. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln gehen weiter zurück. Übermengen aus Überschussgebieten drücken die Preise. Nach wie vor läuft die Verarbeitung der Kartoffel "coronabedingt" nicht auf gewohntem Niveau. Der Kartoffelabsatz in den Handelsketten wird hier und da durch Aktionsangebote belebt. Dabei ist die Nachfrage nach Kleingebinden wesentlich höher als nach Großgebinden. Diese werden zum Zeitpunkt der Einlagerung, welche in zwei Wochen beginnen wird, wieder stärker nachgefragt. Die Kartoffelerträge sind gut. Die Kartoffelqualität wird regional durch den Fraß von Mäusen, Schnecken und Würmern sowie durch Schorf geschmälert. Die Schälkartoffelpreise sind zurückgenommen worden. Trotz Schulbeginn ist noch eine Lücke im Absatz.

Sachsen - Anhalt
Der Absatz von Packware im LEH und in den Discountern nimmt langsam zu. Im übergebietlichen Versand ist noch keine Bewegung. Überall ist ausreichend Ware durch gute Erträge verfügbar. Verarbeiter haben "coronabedingt" nur geringen Bedarf. So kommt Nervosität auf, die Kartoffeln müssen aus dem Boden. Dieser Druck zwingt die Erzeugerpreise in den Sinkflug. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise weiter zurückgegangen. Für Aktionsware liegen die Preise teils deutlich unter 10 EUR/ dt. Die Kartoffelerträge liegen hierzulande vielerorts knapp unter dem Durchschnitt der Normaljahre. Es werden jedoch meist höhere Erträge als im Vorjahr erzielt. Aktuell haben teils erhebliche Regenmengen die Rodebedingungen verbessert. Die lang anhaltende Trockenheit hatte die Böden stark verfestigt. Die Schälkartoffelpreise sind zurückgenommen worden. Der Absatz schwächelt nach wie vor, der Schulbeginn macht sich nur langsam bemerkbar.

Thüringen
Regional haben Niederschläge, teils schön gleichmäßig und bis zu 30 mm, die Rodearbeiten deutlich verbessert. Die Erträge liegen im normalen Bereich, wesentlich höher als im Vorjahr. Im Schnitt werden 350 bis 400 dt/ ha genannt. Die Qualitäten passen überwiegend. In einigen Gebieten ist der Mäusefraß ein riesiges Problem. Die Mauspopulation hat extrem zugenommen und kann naturschutzgemäß kaum gebändigt werden. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln sind wiederholt zurückgegangen. Der Absatz von Packware im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern ist verhalten. Die Preise für Schälkartoffeln sind ebenfalls gesunken.

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Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 08.09.2020

Schlagwörter

Marktinformation, Ostdeutschland, Regional, Mecklenburg - Vorpommern, Erzeugerpreis, Speisekartoffeln