BLE-Marktbericht KW 02 / 2012 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Gurken
Bei Schlangengurken prägten spanische Produkte das Geschäft. Marktweise konnte alternativ auf griechische oder niederländische Abladungen zugegriffen werden. Zu Beginn behinderte das Wissen um die Überhänge aus der Vorwoche noch einen regen Zuspruch. Nachdem diese durch verkaufsmaximierende Sonderkonditionen abgebaut waren, zogen die Forderungen für die offensichtlich dosierteren Nachfolgeanlieferungen umgehend an. Dass die Ware dabei nicht immer in den gewünschten Größen zur Verfügung stand, tat dem Ganzen keinen Abbruch. Ausschließlich in Köln und Berlin gab es kaum wesentliche Kursveränderungen. Die Niederlande und die Türkei teilten sich den Umschlag von Minigurken; von einer kleinen Partie aus Ägypten abgesehen. In Hamburg und Köln etablierten sich in diesem Sektor ebenfalls leichte Verteuerungen.
Quelle: BLE
Äpfel
Mit unverminderter Sortimentsbreite beherrschten italienische und deutsche Zufuhren ungebrochen den durchweg ruhigen Handel. Die Abstimmung des Angebotes auf das wenig umfangreiche Interesse gewährleistete in den meisten Fällen gleichbleibende Notierungen. Im Fokus befanden sich festfleischige, knackige Offerten. Somit waren die Erzeugnisse aus normaler Kühlung die Verlierer. Oft zeigten diese schon Merkmale fortgeschrittener Reife. Die Früchte aus CA-Lagerung präsentierten sich dagegen wie frisch geerntet und erzielten die besseren Bewertungen. Das erklärte zudem die weite Spanne, innerhalb der die Chargen häufig veräußert wurden. Exklusive Marken wie Pink Lady oder Jazz, aber auch Santana wurden zur Zeit spärlicher beachtet.
Birnen
Den Zenit der europäischen Saison hinter sich lassend schwächelten die Absatzmengen der vorwiegenden italienischen und ergänzenden inländischen Produktion. Einige Varietäten hatten sich bereits völlig verabschiedet; nicht zuletzt wegen deren dahinschwindenden Kondition. Generell tendierten die Kurse stabil. Aufgrund der leicht begrenzten Versorgung waren zuweilen jedoch geringe Verteuerungen möglich. Diese konnten sich in der Regel aber nicht sehr lange halten und die Preise sanken bald wieder auf das Vorwochenniveau. Die Verfügbarkeit von Anjou aus den USA weitete sich augenscheinlich aus; nur in Köln und Berlin sah man noch nichts von ihnen. Forderungen von bis zu 17,50 € je 10-kg-Karton verursachten unterdessen keinerlei Kaufrausch.
Tafeltrauben
Die Anlieferungen aus Übersee waren kontinuierlich sehr üppig: Südafrika dominierte; gefolgt von Namibia und Peru. Kernlose Partien mit ordentlicher Beerengröße garantierten ein annähernd zufriedenstellendes Geschäft zu unveränderten Notierungen. Viele kleinfallende Chargen und durch langsame Nachfrage aufgelaufene Bestände machten Vergünstigungen jedoch unumgänglich. Erschwerend kam hinzu, dass die Überhänge schnell unter Frischemangel litten. Erste Victoria aus Namibia kosteten 12,- € je 4,5-kg-Karton.
Kiwis
Offerten aus Italien traten hinsichtlich vermarkteter Mengen wie gewohnt hervor. Billigere griechische Abladungen unterstützten sie, fehlten aber in Köln. Gelegte, von der Qualität her zurecht teurere Importe aus Frankreich rundeten das Sortiment ab. Grundsätzlich gab es bei den Bewertungen keine immensen Bewegungen. In Frankfurt wurden lediglich bei italienischer Ware des Kaliber 33/39 die untere Grenze der Preisspanne etwas angehoben und die obere bei französischen 27er abgesenkt.
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanische Clemenules gestalteten herausragend den Handel. Immer mehr Clemenvilla versuchten ihnen den Rang streitig zu machen. Italienische Tacle konnten geschmacklich überzeugen. Türkische Minneola verstärkten ihre Präsenz und waren so sauer, dass man sie fast mit Zitronen verwechseln konnte. Marokkanische Nour wurden bedarfsorientiert angeliefert. Generell baute sich wegen der chronisch trägen Nachfrage und der fortdauernden reichlichen Versorgung ein Verkaufsdruck auf. Nicht seltene Bestände verloren zusehends an Güte. Neu eintreffende Produkte ließen diese oft schon vermissen, mussten zuweilen sogar infolge Verderbs aufbereitet werden.
Orangen
Der Winter zeigte sich immer noch nicht. Die Verfügbarkeit überstieg anhaltend die unsicheren Unterbringungsmöglichkeiten. Im gewaltigen Ausmaß das Geschäft bestimmende spanische Navelina generierten unter der Bedingung einer optimalen Qualität freundlichen Zugriff. Standardware wurde häufig kompromisslos missachtet. Nur großzügige Übereinkünfte hinsichtlich der Forderungen konnten da eine Räumung in Gang setzen. Andere Navel-Offerten wie Salustiana und Washington Navel und wenige Cara Cara gelangten dosierter auf den Markt, was ihnen stabilere Kurse bescherte. Bei marokkanischen Partien verhinderte teilweise mangelhafte Schalenreinheit einen flotten Umschlag.
Zitronen
Die erste Geige spielten die spanischen Anlieferungen; die türkischen begleiteten diese. Teure italienische Importe, meistens unbehandelt, hatten keine so wichtige Bedeutung. Meyer-Zitronen fanden tageweise durchaus einen guten Zuspruch. Die Notierungen veränderten sich im Allgemeinen kaum.
Bananen
Die Bereitstellung bewegte sich gemeinhin im Rahmen der überwiegend begrenzten Verkaufsmöglichkeiten. Die Bewertungen blieben vornehmlich konstant. Zuweilen griffen die Kunden aber etwas beherzter zu, sodass sich, wenn auch nur sehr geringfügig, vereinzelt höhere Forderungen durchsetzten.
Blumenkohl
In Hamburg rief eine angewachsene Nachfrage leichte Verteuerungen hervor. Nach einer Verbesserung der anfänglich schwachen Güte galt dies zum Wochenende hin zudem für Frankfurt. Ansonsten wurden die Offerten in breiter, aber stabiler Kursspanne umgeschlagen. Farbige Varianten ließen sich oft problemlos veräußern.
Salat
Die Bewertungen von Kopfsalat blieben teilweise unverändert. Während sie sich in Köln grundsätzlich erhöhten, stiegen sie in Frankfurt nur für belgische Erzeugnisse sprunghaft an; und gerade diese verbilligten sich bedarfsverursacht in München. Die Forderungen für Eissalat wurden mengen-, einstands-, aber auch interessebedingt angehoben; die für Bunte Salate tendierten konstant. Einzig in Frankfurt wurde für Partien aus Italien und Belgien weniger verlangt, da man einen flotten Zugriff gefährdet sah. Die milde Witterung bewirkte eine überreichliche Versorgung mit Feldsalat, der daher nicht besonders viel kostete. Endivie war etwas dosierter vorrätig, was jedoch nicht immer eine glatte Räumung sicherte.
Tomaten
Die Verfügbarkeit, vornehmlich die der hervorragenden Qualitäten, schränkte sich ein, sodass selbst blasse Varianten Verkaufschancen hatten. Häufig bewegten sich die Notierungen, manchmal sogar sehr deutlich, nach oben. Diese Entwicklung wurde in München durch die Bereitstellung üppiger Chargen geringerer Güte und in Köln wegen bescheidener Unterbringungsmöglichkeiten verhindert.
Gemüsepaprika
Spanien dominierte den Handel; die Türkei sowie Israel ergänzten und Marokko rundete das Sortiment ab. Die Anlieferungen, vor allem die spanischen, waren nicht übermäßig stark ausgeprägt, sodass sich in den meisten Fällen Erhöhungen bei den Preisen etablierten. Deren weite Spanne erklärte sich wiederum aus den unterschiedlichen wertbestimmenden Eigenschaften so mancher Partie.
Zwiebeln
Bei Haushaltsware herrschten einheimische, oft regionale Produktion vor und bei Gemüsezwiebeln überwog eindeutig Spanien. In Frankfurt fehlte dazu jegliche Konkurrenz; ansonsten wurden wenige niederländische und in München gar österreichische Alternativen zugeführt. Eine am Interesse ausgerichtete Versorgung rief keine wesentlichen Kursveränderungen hervor.
Weitere Informationen
Frankfurt
Das Geschäft mit Erdbeeren aus Spanien blieb enorm hinter den Erwartungen zurück. Himbeeren fanden bessere Aufnahme und verteuerten sich merklich. Die Anlieferungen von Granatäpfeln aus der Türkei stiegen nochmals steil an. Das Angebot an Limetten zeigte eine breite Qualitätsspanne; daher musste auch die Preisschere von 7,- bis 12,50 € je 48-54 Stück weit geöffnet werden. Ein mäßiger Zuspruch bei Aprikosen, Pfirsichen und Nektarinen verursachte eine Abgabe unterhalb Notiz. Für Fruchtgemüse wie Auberginen und Zucchini verlangte man mehr, was sich in der 3. KW wahrscheinlich fortsetzen wird. Lauchzwiebeln aus Italien trafen wohldosiert ein; so hatte Flugware aus Ägypten und Mexiko eine realistische Vermarktungschance. Letztere kamen über die USA via Frankfurt Flughafen in Kartons mit 7 Beuteln zu je 12 Bunden. Kleine Chargen von italienischem Rucola brachte bis zu 6,50 € je Kiste mit 10 Bund. Bei Kopfkohl begann die Importsaison bereits im alten Jahr mit türkischem Weißkraut; mittlerweile traten Wirsing aus Italien und Frankreich sowie italienischer weißer Frühkohl in Erscheinung. Der Bedarf hielt sich in Grenzen. Wegen hoher deutscher Lagerbestände manifestierten sich kaum anziehende Bewertungen.
Hamburg
Infolge von Sonderaktionen im Großfilialbereich herrschte fortlaufend Verkaufsdruck für Aprikosen und Heidelbeeren aus Übersee. In Kürze wird der Kampagnenauftakt von Nektarinen und Pfirsichen aus Chile erwartet. Allmählich verstärkte Abladungen von Erdbeeren aus dem Mittelmeerraum fanden nur zögernd Beachtung, was tageweise, speziell bei geringerer Güte, Vergünstigungen initiierte. Kohlrabi, Rauke und Rucola aus Italien waren ab dem 11.01. gesucht und erzielten daher höhere Forderungen. Nicht völlig fehlerfreie Artischocken aus Spanien verbilligten sich.
Köln
Recht schwerfällig erwies sich das Geschäft mit Erdbeeren. Die hauptsächlich in 250-g-Schalen angebotenen spanischen Früchte überzeugten zwar hinsichtlich Aussehen, aber geschmacklich blieben manche Wünsche offen. Ägyptischen Importen mangelte es an Ausfärbung. Nach wie vor interessierten, zumindest teilweise, türkische Granatäpfel und Quitten. Italienischer Wildkräutersalat im Beutel wurde wie einheimischer Grünkohl zufriedenstellend abgesetzt. Dagegen ließen sich Bohnen aus Ägypten, Spanien oder Marokko trotz hervorragender Qualität nur überaus mäßig handeln. Auch Wintergemüse wie Lauch oder Rosenkohl vermochten es nicht, den richtigen Zuspruch zu generieren. Für spanische Zucchini verlangte man zum Wochenende hin spürbar mehr, was einige Kunden abschreckte. Spärlichen Zugriff verzeichneten erste zyprische Frühkartoffeln: in Roterde gewachsene Annabelle aus dem Südosten der Insel.
München
Reichliche Erdbeeren aus Ägypten, Marokko, Italien, Griechenland und Spanien wurden ausschließlich über niedrigere Forderungen beachtet. Für Kirschen aus Chile regte sich wenig Nachfrage. Die Erlöse schrumpften deutlich; ähnlich wie bei mühsam zu veräußernden Pfirsichen und Nektarinen aus Südafrika. Die tonangebenden ägyptischen Buschbohnen konnten neben den sortimentsabrundenden marokkanischen nur verzögert platziert werden; daher verbilligten sich die noch einwandfreien Partien. Die Saison für inländische Schwarzwurzeln, in der Regel im 500-g-Blisterpack aufgemacht, neigte sich allmählich ihrem Ende zu. Dagegen waren bereits erste mainfränkische Rettiche aus geschütztem Anbau verfügbar. Da sie bis zu 2,- € je Stück kosteten, fanden sie trotz leichter Verteuerungen von italienischen Hybridrettichen kaum Aufnahme. Die Bewertungen von spanischen Zucchini und Auberginen stiegen stetig an. Konkurrenzloser, frischer argentinischer Knoblauch erzielte nochmals Kursgewinne. Aus Frankreich trafen lediglich Sonderaufmachungen in Form von Zöpfen, Strängen oder rosafarbenen Offerten im Weidenkörbchen ein.
Berlin
Zu Beginn wurden größere Mengen an spanischen Erdbeeren in 250- und 500-g-Schalen angeliefert. Da das Interesse nicht sehr ausgeprägt war, verringerten sich immer wieder die Preise, bis sie abschließend bei 3,60 bis 4,40 € je kg lagen. Diese weite Spanne beruhte auf differenzierten Qualitäten und Verpackungsformaten. Ägyptische Ergänzungen konnten hinsichtlich ihrer Gütemerkmale nicht punkten; sie notierten zum Wochenende hin zwischen 2,80 und 3,60 € je kg.
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Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 18.01.2012
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