BLE-Marktbericht KW 01 / 2012 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Orangen
Bei Blondorangen dominierte Spanien das Geschäft: Navelina, so weit das Auge reichte. Andere Navel-Formen, gleich welcher Herkunft, rundeten das Angebot in relativ kleinem Rahmen ab. Die sehr intensiv gefärbten Cara Cara trafen mittlerweile aus der Türkei und Spanien ein. Die andauernde milde Witterung sorgte kontinuierlich dafür, dass die Umsätze hinter den Erwartungen der Händler zurückblieben. Eine vorausschauende Bevorratung rettete in den überwiegenden Fällen die bisherigen Forderungen. Nur in Berlin mussten sie etwas nach unten korrigiert werden, weil sich das Interesse abschwächte. In München sah man dagegen von Preisreduzierungen ab, da man von deren sonst üblichen, verkaufsfördernden Wirkung kaum überzeugt war. Blutorangen entstammten fast ausschließlich italienischer Produktion. Hier lagen Moro bezüglich der Mengen und Tarocco hinsichtlich der Kurse an der Spitze. Zudem gab es in Frankfurt erste türkische Washington Sanguine, die in Kaliber 5/6 1,- € je kg kosteten.
Quelle: BLE
Äpfel
Das Sortiment wurde fortlaufend von italienischen und deutschen Anlieferungen beherrscht. Andere europäische Abladungen wie französische oder niederländische ergänzten. Die Nachfrage war traditionsgemäß nach dem Jahreswechsel sehr zurückhaltend. In Hamburg wurde lediglich zum Wochenende hin etwas häufiger zugegriffen. Die Bewertungen veränderten sich generell nur unwesentlich.
Birnen
Italienische Abate Fetel führten das Feld an. In gebührendem Abstand folgten Alexander Lucas aus dem Inland und Santa Maria aus Italien. Der Zuspruch war bescheiden. Da der Handel die Bereitstellung in der Regel darauf abstimmte, gab es keine großen Kursverschiebungen. Die ersten Anjou aus den USA weckten in Frankfurt die Neugier der Kunden. Bei Preisen von 14,50 € je 10-kg-Karton bewegten sich die Unterbringungsmöglichkeiten aber in engen Grenzen.
Tafeltrauben
Überseeimporte prägten den Markt mit einer breiten Palette an Varietäten. Hinzu kamen erste dunkle Dan Ben Hannah aus Namibia und Südafrika, zudem Black Gem aus Peru und Südafrika. Spanische Aledo sowie italienische Red Globe und Italia berührten nur noch in kleinsten Mengen das Geschäft. Aufgrund der generell schwachen Order stockte der Verkauf. Dessen ungeachtet konnten sich die Notierungen meistens auf bisherigem Niveau behaupten. Einzig in Hamburg sollten Vergünstigungen den Absatz ankurbeln.
Kiwis
Dominierende italienische Früchte wurden unterstützt durch griechische und französische Produkte. Neuseeländische Offerten waren alleinig in Hamburg vorrätig. Die Versorgung orientierte sich an der Nachfrage, so dass die Bewertungen keine enormen Bewegungen vollzogen. Doch es gab ein paar Ausnahmen: In München tendierten Erzeugnisse aus Frankreich nach oben und in Hamburg mussten für Partien mit nachlassender Güte Verbilligungen gewährt werden.
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Händler konnten mit den Verkaufszahlen kaum prahlen; das Interesse war einfach zu dürftig. In Frankfurt generierten lediglich die exklusiveren Aufmachungen mit Blatt etwas mehr Zugriff und in Köln verbesserte sich vor dem Wochenende geringfügig die Order. Einzig die Tatsache, dass in den überwiegenden Fällen das Angebot auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt wurde, sicherte ein einigermaßen stabiles Kursniveau. Neu im Programm, lockten in Hamburg marokkanische Nour zu 1,40 € je kg mit hohem Saftgehalt. Erste türkische Minneola punkteten in München mit ansprechender Qualität; in Berlin fehlte diese, was dort zu Bestandsbildung führte.
Zitronen
Spanien beherrschte mit Primofiori und die Türkei mit Interdonato den steten Markt; Italien ergänzte in kleinem Umfang. In München traten vermehrt dünnschalige, süßer schmeckende Meyer aus der Türkei auf. Eine am Bedarf ausgerichtete Bereitstellung war gewöhnlich die Basis für unveränderte Forderungen. In Frankfurt unterstützten bei spanischen Chargen leichte Preisreduzierungen eine flotte Räumung.
Bananen
Das Angebot orientierte sich an der relativ ruhigen Nachfrage. Also blieben die bisherigen Bewertungen üblicherweise bestehen. Billige Rückläufer aus dem LEH störten nur vereinzelt das Geschäft. In Köln bewegten sich indes die Kurse wegen eines enttäuschenden Verkaufes für alle Marken nach unten.
Blumenkohl
Eine recht ordentliche Verfügbarkeit war mit mageren Unterbringungsmöglichkeiten konfrontiert. Die Händler mussten sich von den angestrebten Preisvorgaben im Laufe der Woche immer häufiger verabschieden. Das traf die dominierenden französischen und italienischen Abladungen genauso wie die das Sortiment abrundenden spanischen und niederländischen Partien. Dessen ungeachtet erzielten seltene einheimische 6er-Steigen in Köln stolze 8,- €.
Salat
Für Kopfsalat zogen früher oder später die Notierungen vielfach an; insbesondere bei belgischem. Zum einen basierte dies auf hohen Kopfgewichten und zum anderen auf gestiegenen Einständen, aber auch auf einer angewachsenen Kauflust. Die Bewertungen von Eisberg tendierten generell nach unten, in Berlin hingegen wegen einer knappen Bereitstellung nach oben. Bei Bunten Salaten blieben nur die schweren Produkte von Vergünstigungen verschont. Im Allgemeinen stetig veräußerte Endivien verbilligten sich alleinig in Berlin aufgrund mangelnden Interesses; ausschließlich in Köln verteuerte sie sich. Feldsalat räumte vorwiegend zu unveränderten Kursen.
Gurken
Ein nicht übermäßig versorgter Markt war geprägt von eher bescheidenen Umschlagsmöglichkeiten. Dies rief Preisreduzierungen auf den Plan, die bezüglich einer Nachfrageverbesserung jedoch selten von großem Erfolg gekrönt waren. Zudem behinderten die diversen Werbeaktionen des LEH und die ermattete Kondition so mancher Früchte.
Tomaten
Der schwache Bedarf und die massige Verfügbarkeit von runden Offerten, auch von deren Rispenware, zwang die bisherigen Bewertungen oftmals in die Knie. Einige Kunden griffen danach etwas beherzter zu. Fleischtomaten waren nicht mehr so üppig vorhanden, insbesondere wegen des Saisonendes in Belgien. Ihre Kurse tendierten daher zuweilen nach oben. Für Kirschrispen entwickelte sich der Absatz positiv, was insgesamt stabile und für niederländische Chargen gemeinhin sogar angestiegene Forderungen bewirkte.
Gemüsepaprika
Vorherrschende spanische Abladungen kosteten im Wochenverlauf maximal bis zu 10,- € je 5-kg-Karton; zum Schluss pendelten sie sich jedoch zwischen 6,50 und 9,50 € je 5 kg ein. Die am eher begrenzten Geschäft orientierten Zufuhren aus der Türkei konnten sich solche Eskapaden nicht leisten und erfreuten sich daher konstanter Preise, deren Niveau ohnehin schon recht hoch war.
Zwiebeln
Haushaltsware kam maßgeblich aus Deutschland und den Niederlanden. Gemüsezwiebeln stammten vorrangig aus Spanien und dem Inland. Die Forderungen konnten sich häufig behaupten, obwohl die Beachtung mancherorts zu wünschen übrig ließ. In München vergünstigten sich alle inländischen Produkte, während in Hamburg infolge ausgedehnter Versorgung nur für spanische Gemüsezwiebeln etwas weniger gezahlt werden musste.
Weitere Informationen
Frankfurt
Der Verkauf von Erdbeeren gestaltete sich schwer. Während die 250-g-Schalen aus Ägypten, Marokko, Peru und Spanien zu Beginn noch 1,50 bis 2,- € kosten sollten, war man aufgrund mangelnden Interesses zu drastischen Preissenkungen gezwungen. Am Wochenende versuchte man die Schale, gleich welcher Herkunft, für 0,80 bis 1,20 € zu veräußern. Auch bei Himbeeren und Heidelbeeren konnten die anfangs ausgewiesenen hohen Kurse nicht umgesetzt werden. Aus der Türkei kamen erneut größere Mengen an Granatäpfeln und rotfleischigen Grapefruits, die auf rege Nachfrage trafen. Artischocken aus Spanien und vor allem reichlich aus Italien räumten flott zu unveränderten Notierungen. Das üppige Angebot italienischer Kräuter wurde durch Lieferungen aus Spanien ergänzt. In Styroporkisten mit jeweils 20 Bunden erzielten Petersilie, Dill, Koriander sowie Minze 10,- €. Am Freitag gelangte Mangold aus der Türkei auf den Markt. Für das in Bunden aufgemachte Gemüse wollte man 10,- € je winterfesten 5-kg-Karton.
Hamburg
Die karge Order beim Steinobst aus Südafrika konnte nur über Vergünstigungen verbessert werden. Erdbeeren aus Südeuropa hatten infolge der schlechten Witterung einen heiklen Stand. Für die Masse waren nicht mehr als 1,20 € je 250-g-Schale realisierbar; für einen noch spärlichen Anteil exklusiver Marken aus Spanien jedoch bis zu 1,50 €. Vorboten mit Passionsfrüchten aus Südafrika werden ab der 2. KW erwartet. Nicht mängelfreie Zucchini aus Spanien wurden in erweiterter Bewertungsspanne zügiger untergebracht. Die Erlöse der Konkurrenz variierten unwesentlich. Bei Buschbohnen und Stangenbohnen führten ägyptische bzw. spanische Offerten.
Köln
Für südafrikanische Aprikosen sollte man 1,- € je kg zahlen; sie wurden aber nicht gekauft, da ihre Qualität nicht überzeugte. Erdbeeren aus Ägypten räumten kontinuierlich in kleinem Umfang. Ab Mittwoch trafen minimale Mengen aus Spanien ein, die indes nicht voll ausgereift waren. Somit waren sie kaum von Bedeutung. Die ersten Abladungen an Frühkartoffeln, Annabelle aus Zypern, fanden zu 24,- € je 25-kg-Sack spärlichen Zuspruch. Artischocken aus Italien und Spanien wurden schnell veräußert, da diese gegenüber den französischen Produkten bessere Lagerfähigkeit in Aussicht stellten.
München
Ägyptische und vereinzelt verfügbare marokkanische Buschbohnen wurden zu knapp behaupteten Kursen umgeschlagen. Einer Absatzverzögerung folgten dosiertere Anlieferungen. Tonangebende marokkanische Stangenbohnen vergünstigten sich z. T. nochmals etwas. Die Preise von Auberginen wurden weiter reduziert. Spanische, italienische sowie marokkanische Zucchini beachtete man zu bisherigen Notierungen ausreichend. Bei Brokkoli hielt die Nachfrage nicht mit dem Angebot Schritt, so dass besonders bei in der Regel unfolierten und unbeeisten italienischen Partien verstärkt Konditionsschwächen auftraten. Das Interesse an Kohlrabi aus Italien war viel zu träge; Verbilligungen bewirkten keine wesentliche Veränderung. Aufgrund der recht milden Witterung kostete belgischer Lauch weniger als zuvor, süddeutscher passte sich dem an. Die Forderungen für Pfifferlinge und Steinpilze bewegten sich nach dem Höhepunkt zu den Feiertagen mittlerweile wieder auf einer niedrigeren Ebene.
Berlin
Nachdem im Wochenverlauf große Mengen an rotfleischigen Grapefruits aus der Türkei am Markt eintrafen, mussten die Bewertungen wegen ungenügenden Zugriffs von anfangs 10,- € zum Wochenende hin auf 8,- € je 15-kg-Karton gesenkt werden.
Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").
Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 11.01.2012
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