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Dienstag, 22.05.2012 E-mail

NEWS / NEWSARCHIV

BLE-Marktbericht KW 50 / 2011 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin

Äpfel
Deutsche und italienische Produkte gaben den Ton an; lagen vom Umfang der Bereitstellung her gleichauf. Französische Früchte ergänzten, vornehmlich exklusive Markenware. Niederländische, österreichische und in geringem Maße belgische Zufuhren rundeten das Sortiment ab. Die verhaltene Nachfrage kam zum Wochenende hin leicht in Schwung. Dabei standen festtagsbedingt insbesondere die Offerten mit roter Schale und mit kleinfallendem Kaliber im Vordergrund. Eine angewachsene Verfügbarkeit verhinderte generell höhere Notierungen.

Birnen
Abate Fetel aus Italien prägten das Geschäft; andere Varietäten wie Santa Maria und Williams-Formen komplettierten. Aus einheimischer Erzeugung stammten hauptsächlich Alexander Lucas und, etwas weniger bedeutend, Conference. Niederländische Abladungen spielten eher eine unwichtige Rolle. Da die Versorgung prinzipiell auf das mehr oder minder freundliche Interesse abgestimmt wurde, etablierten sich keine wesentlichen Kursveränderungen. In Köln verbilligten sich große italienische Abate Fetel, während sich in Frankfurt inländische Alexander Lucas moderat verteuerten.

Tafeltrauben

Die Verfügbarkeit der europäischen Anlieferungen dezimierte sich wie die der türkischen augenscheinlich. Die mittlerweile überwiegenden brasilianischen Importe wurden unterstützt aus Namibia, Peru und Südafrika. In Berlin hielt man sich mit deren Mengen noch zurück, da man zuerst den Bedarf austesten wollte. In Frankfurt war eine kleinere Partie spanischer Aledo vorrätig. Die Unterbringungsmöglichkeiten bewegten sich in engen Grenzen, stellten höchstens vor dem Wochenende vereinzelte Händler zufrieden. Die Bewertungen zeigten selten starke Schwankungen. In München reduzierte man sie qualitätsbedingt bei türkischen Chargen und in Berlin stiegen sie angebotsorientiert bei italienischen.

Kiwis
Italien überragte Griechenland. Verringerte Zufuhren aus Neuseeland und anwachsende Warenströme aus Frankreich komplettierten. Ein relativ steter, wenn auch manchmal etwas langsamer Verkauf gewährleistete meistens stabile Notierungen.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte

Spanien dominierte; Italien, hauptsächlich Aufmachungen mit Blatt, Griechenland und die Türkei ergänzten. Wenige Partien aus Marokko punkteten nur im Markenbereich. Die verhaltene Nachfrage sah sich einer massigen Bereitstellung gegenüber. Zudem belasteten häufig Aktionen des LEH und Bestände, die sich in den Vorwochen aufgebaut hatten. Die Preisschere öffnete sich oft nach unten; teilweise auch verursacht durch eine vielfach mindere Güte der Standardofferten. Die Abladungen mit türkischen Satsumas richteten sich nach dem Interesse, was konstantere Forderungen sicherte.

Orangen
Bei Blondorangen überragte das spanische Angebot auffallend alles andere. Griechische Navel und türkische Washington Navel komplettierten. In Frankfurt und Hamburg trafen erste Salustiana aus Spanien und in München Cara Cara aus der Türkei ein. Manchmal traten immer noch regengeschädigte Chargen in Erscheinung. Die Pigmentierung von Blutorangen verbesserte sich zwar, doch begegnete man ihnen fortwährend mit Skepsis, sodass sich die Unterbringung begrenzte. Der Handel kam generell nicht wirklich in Schwung. Selbst die kühleren Temperaturen und die nahen Feiertage setzten kaum Impulse. Frankfurter Kunden bevorzugten die kleinen, Hamburger die größeren Kaliber. Die Bewertungen blieben gewöhnlich unverändert. In Berlin wurden italienische Moro mengenbedingt günstiger veräußert.

Zitronen
Bei einer insgesamt ausgedehnten Versorgung beherrschten spanische Primofiori vor türkischen Interdonato das Geschehen. Am steten Bedarf orientierte Anlieferungen bewegten die Kurse nur selten. Einzig in Köln mussten türkische Importe aufgrund immenser Abladungen zum Wochenende hin etwas billiger vermarktet werden.

Bananen
Die Verfügbarkeit war größtenteils auf die in der Regel ruhige Nachfrage abgestimmt. Hinsichtlich der Bewertungen gab es kaum Veränderungen. In Köln erhöhte man sie jedoch für die Zweit- und Drittmarken und in Hamburg für das komplette Sortiment. In Frankfurt mussten weit gereifte Rückläufer aus dem LEH sehr günstig verkauft werden.

Blumenkohl

Französische Abladungen dominierten vor italienischen. Spanische sowie niederländische Importe wurden in kleinen Mengen bereitgestellt. Die inländische Saison war fast abgeschlossen, was man leicht an den begrenzten Anlieferungen ausmachen konnte. Je nach Markt zeigten die Forderungen ein unterschiedliches Bild: In Berlin zogen sie für Chargen aus Frankreich und Italien an, da die Beachtung anstieg. In Köln und Hamburg variierten sie im Vergleich zur Vorwoche bloß unwesentlich. In Frankfurt und München verbilligten sich italienische Offerten aufgrund ihrer verstärkten Präsenz.

Salat

Kopfsalat stammte meist aus Belgien und Italien. Frankreich und die Niederlande ergänzten; einheimische Zufuhren waren nicht mehr zu finden. Die Kurse blieben häufig konstant; sie fielen nur in Berlin und München ein bisschen. Spanischer Eissalat verteuerte sich einstandsbedingt in Frankfurt und Berlin. In München musste für schwere Köpfe tiefer in die Tasche gegriffen werden. In Köln beeinträchtigten zunächst Rückläufer aus dem LEH das Geschäft; ab Mittwoch wurde das Interesse freundlicher. Die Versorgung mit italienischen und französischen Bunten Salaten war in Frankfurt zu umfangreich. Man verringerte die Bewertungen um den Absatz anzukurbeln, was aber nicht immer gelang. In München vergünstigten sich französische Partien. Aus Italien gab es hier sowohl Freilandware als auch Treibhausprodukte, woraus eine breite Preisspanne resultierte. In Köln spielte sich ein steter und flotter Handel ab. Endivien kosteten in Frankfurt und Berlin etwas mehr als zuvor; in München und Köln sanken dagegen die Notierungen. In Frankfurt und München wiesen die Erzeugnisse eine bessere, in Köln eine schwächere Qualität als bislang.

Gurken
Spanische Abladungen dominierten das Geschehen; einzig in München wurden zudem griechische Chargen offeriert. Die Verfügbarkeit war weitgehend auf den Bedarf abgestimmt. Obwohl die Beachtung hier und da zu wünschen übrig ließ, zogen ab Mittwoch die Forderungen an. In Frankfurt wirkte sich dies postwendend auf die Nachfrage aus; sie verminderte sich. Für türkische Minigurken musste angebotsinduziert in Frankfurt weniger, in Berlin mehr als bisher gezahlt werden. Niederländische Importe nahmen einen kleinen Marktanteil ein.

Tomaten
Spanische Partien überwogen; niederländische, belgische und marokkanische reihten sich dahinter ein. Die Versorgung dehnte sich insgesamt aus, da vor allem die Anlieferungen aus der Türkei merklich anwuchsen. Das Inland trat nur noch mit sehr geringen Mengen in Erscheinung. In Köln überzeugten spanische Früchte hinsichtlich ihrer Ausfärbung und Schnittfestigkeit nicht immer; ganz im Gegensatz zu niederländischen Tasty Tom, die für außergewöhnliche 25,- € je 7-kg-Karton veräußert wurden. Generell stiegen die Notierungen an, was man in der Regel mit einem verbesserten Interesse begründete. Jedoch stockte durch die Verteuerungen anschließend stellenweise der Abverkauf.

Gemüsepaprika
Spanien stand unangefochten an der Spitze des Sortimentes. Die Türkei, die Niederlande und Marokko folgten. Für spanische Produkte mussten die Kunden fast ausnahmslos tiefer in die Tasche greifen; die Ursachen lagen je nach Markt in begrenzten Zufuhren oder in erhöhten Abgangsforderungen. Türkische Importe verbilligten sich in Frankfurt, da sie von Seiten günstigerer marokkanischer Offerten unter Druck gerieten. Auch in Berlin musste etwas weniger als zuvor gezahlt werden, da sich die Abladungen ausweiteten. Ansonsten konnten sich die bisherigen Bewertungen behaupten.

Zwiebeln
Im Vergleich zur Vorwoche hatte sich bei der Zusammensetzung der Angebotspalette nicht viel getan: Spanien und Deutschland bestimmten bei Gemüsezwiebeln, das Inland und die Niederlande bei Haushaltsware das Geschehen. Hinsichtlich der Kurse kam es ebenfalls zu keinen wesentlichen Veränderungen. Lediglich in Frankfurt verteuerten sich die kleinen Kaliber der einheimischen Haushaltsware; für Durchmesser ab 70 mm schwächten sich die Notierungen dagegen ab.


Weitere Informationen

Frankfurt
Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche verbilligten sich; teilweise um bis zu 40 %. Erste südafrikanische Pflaumen der Sorte Pioneer fanden gute Beachtung, da kaum noch attraktive italienische Produkte vorrätig waren. Erdbeeren gab es sattsam. Die 250-g-Deckelschale sollte zwischen 1,70 und 2,40 € kosten. Die hohen Preise für Treibhauserzeugnisse aus den Niederlanden wurden auf 3,80 bis 4,50 € je 500 g reduziert. Die Einstände von Ananas stiegen merklich: zum Wochenschluss musste man bis zu 14,- € je 7 oder 8 Stück zahlen. Die Anlieferungen von grünem und weißem Spargel vergrößerten sich; leider fehlten diese Artikel auf vielen Einkaufslisten. Artischocken aus Italien und Spanien wurden flott geordert. Für üppige Zucchini aus Italien, Spanien und Marokko verlangte man weniger, um eine flüssige Räumung nicht zu gefährden. Für rare, schöne und stabile Auberginen musste der Kunde mehr anlegen. Die Forderungen für marokkanische Stangenbohnen bewegten sich nach unten, die der Bobbybohnen nach oben. Feine Keniabohnen generierten genügend Zuspruch. Die ersten neuen Kartoffeln aus Zypern; Annabelle zu stolzen 23,- bis 24,- € je 25 kg, interessierten nicht. Alterntige deutsche Annabelle, Belana, Linda und Marabel waren schon für ¼ dieser Bewertungen zu haben. Schwarze Trüffel aus China und Italien wie auch die seltenen weißen Trüffel bereicherten das Weihnachtsgeschäft.

Hamburg

Erdbeeren aus Marokko wurden zu 1,80 € je 250-g-Schale, die aus Belgien zu 3,- € und die aus den Niederlanden zu 5,- € je 500 g umgeschlagen. Vorläufer südafrikanischer Pflaumen, Pioneer in Kaliber A, erzielten 15,- € je 5 kg. Begrenzte Limetten aus Mexiko verteuerten sich. Frische Granatäpfel aus dem Iran stellte man zu 6,50 € je 4-kg-Kolli mit je 12 Stück bereit. Senegalesische Brechbohnen in gefälliger Qualität waren zu 14,50 € je 5-kg-Karton eine echte Alternative zu den Bohnen aus Ägypten und Marokko. Angehobene Notierungen verzögerten die Platzierung von Auberginen und Zucchini aus dem Mittelmeerraum.

Köln
Niederländische Erdbeeren wurden in kleineren, aber kontinuierlichen Mengen zu enormen Konditionen von über 5,- € je 500 g veräußert. Ab dem 14.12. gab es die ersten Zufuhren aus Israel und Ägypten in 250-g-Schalen. Obwohl sie billiger waren, entwickelte sich daraus kein Verkaufsrenner. Papayas aus Ecuador fanden ihre Abnehmer. Italienische Herbsttrüffel kosteten 85,- € je 100 g; dagegen schienen einheimische Shiitake zu 12,50 € je kg fast schon geschenkt. Im Fokus mancher Kunden stand frischer Knoblauch aus Spanien und Argentinien. Trotz des kühleren Wetters war der Umsatz des belgischen und inländischen Lauches schwächer als erhofft; der von Topfkräutern, vor allem aus Italien, gestaltete sich recht freundlich. Bundzwiebeln aus deutschem Anbau taten sich sehr schwer, während der Handel mit italienischen und mexikanischen Offerten zu 0,48 € je Bund relativ flott vonstattenging. Beim ruhigen Geschäft mit Bohnen tauchten ägyptische Anlieferungen auf, ohne den Markt spürbar zu beleben. Einheimische Pastinaken wurden immer häufiger angeboten, gut beachtete französische Topinambur indes eher selten. Inländische Hokkaido-Kürbisse waren pausenlos gefragt.

München
Die hohen Preise von Erdbeeren wurden ab Mitte der Woche nicht mehr akzeptiert. Nachlässe weckten kaum neues Interesse. Merklich teurerer deutscher Chicorée näherte sich dem wesentlich günstigeren belgischen an. Trotz des bisher enormen Niveaus stiegen die Bewertungen bei übersichtlichen Abladungen von spanischen und italienischen Auberginen weiter an. Bundkarotten aus Italien präsentierten sich in einer breit gefächerten Qualitätsspanne. Spanische und besonders französische Produkte verloren an Zuspruch, da man zu viel dafür verlangte. Der Zugriff bei Kohlrabi fiel wieder verhaltener aus, was die Kurse verminderte. Die Saison einheimischer Hybridrettiche endete, die Notierungen der italienischen konnten davon aber nicht profitieren. Inländischer und belgischer Lauch reichte zur Bedarfsdeckung zweifelsfrei aus; Ergänzungen aus der Türkei räumten daher zum Teil zu bedächtig. Steinpilze und Spargel aus Südafrika wurden in etwas stärkerem Maße disponiert.

Berlin
Es gab größere Chargen an chilenischen Kirschen der Sorten Bing und Royal Dawn zu 9,- bis 10,- € je kg. Zudem waren aus Südafrika Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen vorhanden. Die sehr schwache Kauflust drückte die Forderungen auf 4,40 bis 5,60 € je kg. Da bei Auberginen und Zucchini aus Spanien, Italien und der Türkei die Nachfrage im Vergleich zu den Mengen deutlicher anwuchs, mussten die Kunden immer mehr bezahlen.

 

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.



Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 21.12.2011
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