BLE-Marktbericht KW 49 / 2011 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Verfügbarkeit wuchs an. Bei Clementinen beherrschte Spanien das Geschehen. Griechische, italienische sowie marokkanische Chargen ergänzten das Angebot. Der Handel in der Nikolauswoche konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Der Absatz gestaltete sich nicht immer einfach; die Gründe hierfür waren vielfältig: In Hamburg offenbarten die importierten spanischen Früchte Konditionsschwächen. In Köln beeinträchtigten Aktionen des LEH die Unterbringungsmöglichkeiten am Platz. Noch dazu ließ die Nachfrage generell zu wünschen übrig. Dies alles führte häufig zu sinkenden Forderungen. In Frankfurt mussten zudem qualitativ mangelhafte Rückläufer aus der Discountschiene unter Notiz abgegeben werden. In Sachen Satsumas konnte fast ausschließlich nur auf türkische Erzeugnisse zurückgegriffen werden. In Frankfurt erreichte man mithilfe von Vergünstigungen einen flotten Umschlag. In Berlin veränderten sich die Kurse nicht wesentlich; hier traten in geringem Umfang auch spanische Partien in Erscheinung.
Quelle: BLE
Äpfel
Italienische Golden Delicious, Granny Smith und Braeburn standen zusammen mit deutschen Jonagold, Elstar und Golden Delicious an der Spitze des breitgefächerten Sortimentes. Frankreich, die Niederlande, Belgien und Österreich komplettierten die Produktpalette. Die Anlieferungen aus CA-Lagern dehnten sich aus und kosteten in München mehr als bislang. Infolge des Nikolaustages wurden rote Varietäten wie Red Chief verstärkt beachtet. Dennoch stellte das Interesse insgesamt nicht immer zufrieden. Die Preise verblieben weitgehend auf dem Niveau der Vorwoche.
Birnen
Wie zuvor dominierte Italien mit Abate Fetel, Santa Maria und Boscs Flaschenbirne die Szenerie. Deutschland schloss sich mit Alexander Lucas, Conference und Gellert an. Die Niederlande waren hier und da mit Gute Luise und Conference am Geschäft beteiligt. Die Nachfrage konnte ohne Schwierigkeiten gedeckt werden. Diese präsentierte sich in der Regel freundlich; einzig in Köln etwas verhalten. Italienische Williams Christ verteuerten sich in Hamburg ein wenig, ansonsten blieben die Notierungen im Großen und Ganzen konstant.
Tafeltrauben
Obwohl sich die Anzahl der anliefernden Länder erhöhte, schränkte sich die Versorgung insgesamt ein. Wie in der Vorwoche beherrschte Italien vor Brasilien und der Türkei das Geschehen. Neu in das Sortiment aufgenommen wurden in geringem Umfang Crimson Seedless aus Peru, Flame Seedless aus Namibia sowie Prime Seedless aus Südafrika. Der nicht sehr ausgeprägte Bedarf konnte ohne Probleme befriedigt werden. Hinsichtlich der Kurse gab es keine wesentlichen Veränderungen. In Hamburg waren immense Mengen an den LEH gebunden; dies half den Verkäufern am Platz, trotz eines schleppenden Interesses die Forderungen aufrecht zu erhalten.
Kiwis
Für gewöhnlich überwogen italienische Abladungen; in Hamburg bestimmten aber neuseeländische und in München griechische Produkte das Geschäft. Französische Früchte waren überall verfügbar; sie konnten qualitativ überzeugen und rückten in München und Köln mithilfe exklusiver Aufmachungen verstärkt in den Fokus der Kunden. Die Nachfrage präsentierte sich generell stetig, sodass bezüglich der Bewertungen keine gravierenden Bewegungen festzustellen waren.
Orangen
Spanische Navelina dominierten eindeutig und deckten den Bedarf ohne Schwierigkeiten. Besonders die Kaliber 1 bis 3 waren gesucht und wurden flott geräumt. Dennoch konnten die Händler mit der Beachtung nicht immer zufrieden sein; in Köln und München bauten sich leichte Bestände auf. In Frankfurt wies Netzware manchmal Verderb auf; in diesen Fällen sanken die Preise merklich. Ansonsten blieben die Notierungen weitgehend konstant. Auch bei Blutorangen veränderten sich die Kurse kaum. Italienische Tarocco und Moro ließen hinsichtlich ihrer Güte ab und an Wünsche offen; eine zu geringe Pigmentierung des Fruchtfleisches und der Schale verhinderten eine flotte Unterbringung.
Zitronen
Spanische Primofiori beherrschten vor türkischen Interdonato das Geschehen. Die Versorgung war hinlänglich auf die kontinuierliche, in Hamburg durchaus freundliche Nachfrage abgestimmt. Die Forderungen der Vorwoche wurden meist beibehalten; einzig in Berlin mussten sie infolge einer zu üppigen Bereitstellung für spanische Früchte reduziert werden.
Bananen
Die Zufuhren waren weitgehend am steten Bedarf orientiert. Die Notierungen blieben in der Regel konstant. Ausnahmen gab es selten: In Hamburg verteuerten sich die Zweitmarken etwas; in Köln vergünstigte sich die Erstmarke.
Blumenkohl
Frankreich beherrschte vor Deutschland und Italien das Geschäft. In Frankfurt ergänzten spanische, in Köln zudem niederländische Anlieferungen das Angebot. In München fielen die Kaliber der einheimischen Erzeugnisse zu klein aus; der Zugriff stockte, da sich die Käufer eher den französischen und italienischen Importe zuwandten. Das Interesse war nicht sehr ausgeprägt und erfüllte mancherorts nicht die Erwartungen. Dennoch zogen die Forderungen häufig an, da sich die Versorgung insgesamt einschränkte.
Salat
Bei Kopfsalat dominierte Belgien vor Italien und dem Inland. In Frankfurt waren italienische und französische Produkte im Vergleich zu den belgischen zu leicht und ließen sich selbst mit Vergünstigungen kaum an den Mann bringen. Generell tendierten die Kurse aufwärts, was zum einen einstands- und zum anderen mengenbedingte Ursachen hatte. Eissalat stammte überwiegend aus Spanien; in München gab es ab Donnerstag auch erste Zufuhren aus Italien. Verteuerungen waren bei einer unveränderten Verfügbarkeit an der Tagesordnung; dies basierte sowohl auf einer angestiegenen Beachtung seitens der Kunden als auch auf einer verbesserten Qualität der Offerten. Für Bunte Salate aus Italien mussten in Frankfurt die Bewertungen gesenkt werden, da die Partien ein zu niedriges Gewicht aufwiesen. Einheimische Chargen kosteten in etwa so viel wie zuvor. In München war die Nachfrage zu schwach; die von den Händlern angestrebten höheren Preise konnten nicht immer durchgesetzt werden. Bei Endivien bestimmte Italien die Szenerie; aus Frankreich und Deutschland kamen nur geringe Abladungen. Die Notierungen bewegten sich kaum.
Gurken
Die Geschäfte wurden in den meisten Fällen ausschließlich mit spanischen Anlieferungen getätigt; einzig in München waren auch griechische Importe zu finden. Das Interesse hinkte der Versorgung vielerorts hinterher; eine Räumung gelang nicht durchgängig. In München schränkte sich zudem die Beachtung aufgrund von Sonderangeboten im LEH ein. Die Forderungen mussten überall für gewöhnlich deutlich reduziert werden.
Tomaten
Die Abladungen dehnten sich aus und konnten die Nachfrage ohne Probleme befriedigen. Spanien bestimmte vor den Niederlanden, Belgien und Marokko das Geschehen. Die Qualität der spanischen Früchte verbesserte sich in puncto Ausfärbung, Schnittfestigkeit und Haltbarkeit merklich, was sich prompt positiv auf den Absatz auswirkte. Die Preise stiegen in der Regel an. Mit Mängeln behaftete Partien ließen sich allerdings nur mit Vergünstigungen verkaufen. In Köln beeinträchtigten zum Wochenende hin Rückläufer aus dem LEH die Vermarktung; dies schlug sich aber kaum auf die Bewertungen nieder.
Gemüsepaprika
Spanien beherrschte augenscheinlich das Geschäft; mit weitem Abstand folgten die Niederlande und die Türkei. Meist wuchs die Bereitstellung an; lediglich in Hamburg schränkte sie sich etwas ein, da umfangreiche spanische Mengen an den LEH gebunden waren. In Köln wiesen Erzeugnisse aus Spanien ab und an konditionelle Unzulänglichkeiten auf. Während die Forderungen in Frankfurt und Hamburg generell und in München zum Teil anzogen, blieben sie in Köln und Berlin überwiegend konstant.
Zwiebeln
Bei Gemüsezwiebeln prägte Spanien vor dem Inland, Österreich und den Niederlanden den Handel. Die Kurse veränderten sich nicht wesentlich. Bei Haushaltsware dominierten deutsche vor niederländischen und polnischen Zufuhren. Auch hier kam es hinsichtlich der Notierungen nur zu wenig Bewegung. Einzig in München sanken sie, da der Zuspruch zu ruhig ausfiel.
Weitere Informationen
Frankfurt
Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen fanden nicht den erhofften Anklang. Trotzdem konnte eine kleinere Partie australischer Aprikosen zu außergewöhnlichen 70,- € je 4-kg-Karton vermarktet werden. Der Verkauf von Erdbeeren stagnierte. Zum einen lag dies an zu hohen Forderungen; für niederländische Offerten musste man bis zu 5,60 € je 500-g-Schale zahlen. Zum anderen stellte die Qualität der marokkanischen Produkte nicht zufrieden. Die USA und Ägypten ergänzten das Angebot; die Erzeugnisse dieser Herkünfte hatten aber nur ein dürftiges Aroma und waren sehr hart. Zucchini und Auberginen bewertete man einstandsbedingt fester. Deutschen Mangold und Spinat gab es bloß noch selten; dafür dehnten sich die italienischen Anlieferungen und ab Donnerstag auch die türkischen aus. Belgischen und einheimischen Lauch beachtete man wenig, obwohl die Güte kaum Wünsche offen ließ. Die Verfügbarkeit von Knollensellerie überstieg die Aufnahmebereitschaft der Kunden. Die Nachfrage nach Weißkraut, besonders nach dem flachen Typ, schwächte sich ab. Südafrikanische Steinpilze erlösten 28,- bis 32,- €, kanadische Pfifferlinge 22,- € je kg. Minigemüse wie Blumenkohl, Wirsing, Weißkraut, Squash und Zucchini interessierte mehr als in der Vorwoche. Dies traf auch auf küchenfertige Bobbybohnen und Zuckererbsen aus Kenia zu.
Hamburg
Bei nur noch sporadisch erhältlichen inländischen Hokkaidokürbissen zogen die Preise erheblich an. Komplettierende Zufuhren kamen aus den Niederlanden und Frankreich. Auch der regionale Bio-Bereich war annähernd geräumt. Infolge einer Versorgungslücke konnten bei Auberginen aus dem Mittelmeerraum Verteuerungen durchgesetzt werden. Ungleichmäßig sortierte marokkanische Buschbohnen und Stangenbohnen erlitten Kursverluste.
Köln
Bis zur Wochenmitte befanden sich die Forderungen für niederländische Erdbeeren bei über 6,- € je 500-g-Schale, was den Handel fast zum Erliegen brachte. Immer wieder beachtet wurden Litschis aus Madagaskar. Marokkanische Buschbohnen und Stangenbohnen platzierte man zwar ausreichend, sie ließen sich aber nur sehr zögerlich vermarkten. Champignons waren ebenfalls eher ein Ladenhüter.
München
Qualitätsbedingt bevorzugten die Kunden exklusive belgische Erdbeeren; italienische Importe ergänzten in 250-g-Schalen, mexikanische in 400-g-Deckelschalen das Geschäft. Verstärkt angelieferte chilenische Kirschen der Sorte Bing wurden insgesamt günstiger und mit kaliberabhängig breiter Kursspanne veräußert. Aus Südafrika kamen Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen. Belgischer Chicorée verbilligte sich spürbar, deutsche Angebote mussten sich diesem Trend teilweise anpassen. Niederländische Ware blieb im Einstand zu teuer und wurde nicht disponiert. Ansprechender einheimischer Wirsing kostete etwas mehr als in der Vorwoche; die Notierungen lagen trotzdem unterhalb die der italienischen und französischen Konkurrenz. Hybridrettiche aus dem Inland und Italien interessierten kaum, was zu schwachen Bewertungen führte. Dagegen war die Nachfrage nach süddeutschen Bierrettichen aus geschütztem Anbau freundlich. Neben auslaufenden inländischen und etablierten italienischen Bundzwiebeln wurden nun kontinuierlich Produkte aus Ägypten sowie erste Luftfracht aus Mexiko offeriert. Aus Zypern gab es neue Speisekartoffeln: Annabelle verkaufte man zu Primeurpreisen von ca. 25,- €, Spunta zu 21,- € je 25 kg.
Berlin
Für ägyptische Erdbeeren mussten 1,20 € je 250-g-Deckelschale gezahlt werden. Importe aus den USA wurden für 3,60 € je 400-g-Deckelschale veräußert. Jahreszeitgemäß war der Bedarf nicht besonders ausgeprägt.
Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").
Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 14.12.2011
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