BLE-Marktbericht KW 47 / 2011 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Birnen
Italien und Deutschland beherrschten ohne Unterlass den Markt. Das Verhältnis der Anlieferungen veränderte sich fortlaufend zugunsten der italienischen Erzeugnisse; die einheimischen verloren sehr langsam an Wichtigkeit, hatten aber noch einen gewaltigen Abstand zu den komplettierenden niederländischen oder gar zu den türkischen und spanischen Abladungen. Der Zuspruch war nicht überschwänglich ausgeprägt, doch einige Offerten, vor allem wenn sie groß ausfielen, räumten entschieden flott. Die Frankfurter griffen gerne bei wiederholt vorrätigen Deveci aus der Türkei zu, auch wenn sie bis zu 1,75 € je kg kosteten. Da die Verfügbarkeit insgesamt auf den Bedarf abgestimmt war, verharrten die Kurse gemeinhin auf bisherigem Niveau. In Köln purzelten die Preise für italienische Abate Fetel mit zu geringem Fruchtumfang.
Quelle: BLE
Äpfel
Deutsche und italienische Zufuhren überwogen; französische ergänzten. Abgerundet wurde das Angebot durch niederländische, österreichische und wenige belgische Chargen. Die Bereitstellung weitete sich nochmals um einige Sorten und Aufmachungsarten aus. Sie orientierte sich aber gewöhnlicherweise an dem ruhigen Interesse, sodass man bezüglich der Bewertungen keine wesentlichen Bewegungen erkennen konnte. Obwohl in Hamburg Werbeaktionen des LEH den Verkauf am Platz beeinträchtigen, bewirkten hinreichende Exportmöglichkeiten nach Osteuropa genügenden Warenabfluss und somit konstante Notierungen. In Köln wurden aufgrund zu schwacher Order inländische Boskoop sowie Honey Crunch und vereinzelt kleine Kaliber von Pink Lady aus Frankreich günstiger veräußert.
Tafeltrauben
Die Anlieferungen aus Brasilien nahmen hinsichtlich Menge und Varietätenvielfalt beständig zu, während sich die Abladungen aus Italien, Griechenland und der Türkei saisongemäß verminderten. Die Nachfrage ließ zu wünschen übrig. Dessen ungeachtet räumten die europäischen und türkischen Partien oft noch zu stabilen Kursen. So manche großbeerigen, kernlosen Offerten erzielten sogar leichte Verteuerungen. Die meisten brasilianischen Produkte blieben infolge der ausgedehnten Versorgung von Verbilligungen nicht verschont.
Kiwis
Kontinuierlich vorherrschende, neuseeländische Importe wurden von den europäischen Zufuhren, in Addition aller Herkünfte, überflügelt. Die häufig noch zu harten, grünen Früchte aus dem Mittelmeerraum hatten keine guten Chancen. Ein insgesamt stetiger, wenn auch eher langsamer Umschlag generierte überwiegend konstante Bewertungen.
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die gestiegene Kauflust war der Flut spanischer Clementinen nicht gewachsen. Die Händler, Berliner und Kölner ausgeschlossen, mussten sich mit Vergünstigungen anfreunden. In Frankfurt störten zudem Rückläufer aus dem LEH, die zu Schleuderpreisen veräußert wurden. Marokkanische Chargen in Hamburg vermochten von der Optik her schwerlich zu überzeugen. Satsumas aus der Türkei trafen vermehrt ein. Da sich das Interesse, insbesondere aufgrund verbesserter organoleptischer Merkmale, gleichzeitig ausweitete, veränderten sich die Notierungen kaum. In Köln konnte man angesichts der massiven Verfügbarkeit niedrigere Forderungen nicht vermeiden.
Orangen
Die Nachfrage war im Allgemeinen nicht immer stark genug, um wie in Köln und Berlin stabile Kurse zu gewährleisten. Wegen der ausgedehnten Versorgung tendierten die Bewertungen in Frankfurt abwärts; Netzabpackungen von 1,5 bis 4 kg gingen nur gegen Gebot. In Hamburg verbilligten sich zwecks Absatzsicherung vornehmlich Standardpartien. Exklusive Offerten größeren Kalibers fanden freilich befriedigenden Zuspruch, hauptsächlich wenn sie mit dem Attribut ‚leicht zu schälen‘ lockten. In München traten erste italienische Moro und Tarocco aus Sizilien in Erscheinung. Sowohl Schale als auch Fruchtfleisch zeigten bloß unzureichende Pigmentierung. Die Kunden zögerten noch, da sie, saisongemäß ein solches Bild durchaus gewohnt, eine intensivere Ausfärbung bei nachfolgenden Anlieferungen abwarten wollten.
Zitronen
Spanische Primofiori und türkische Interdonato dominierten das Geschäft. Italien ergänzte an einigen Märkten in geringem Umfang das Sortiment; zuweilen in suboptimaler Qualität. Der Bedarf konnte ohne Probleme gedeckt werden, sodass die Preise vielfach auf dem Niveau der Vorwoche verharrten. In Hamburg sollten bei spanischen Chargen Vergünstigungen die Unterbringungsmöglichkeiten erhöhen. In Köln fielen indes die Notierungen der türkischen Abladungen.
Bananen
Das oftmals freundliche Interesse konnte mit Leichtigkeit gestillt werden. Einzig in Frankfurt ließ die Beachtung zunächst zu wünschen übrig, ehe sie sich ab Donnerstag verbesserte. Es kam nur selten zu wesentlichen Veränderungen hinsichtlich der Forderungen. Lediglich in Köln hob man sie für die Erstmarke an, während sie für die übrigen Marken angebotsbedingt teilweise etwas gesenkt wurden.
Blumenkohl
In Frankfurt befanden sich italienische, in Berlin und Hamburg französische und in Köln und München deutsche Abladungen an der Spitze des Sortimentes. Die Niederlande ergänzten ebenso wie Belgien und Spanien. Die Aufmachung erfolgte weitgehend in 6er-Steigen; 8er- Abpackungen traten kaum in Erscheinung. Die spanischen und niederländischen Importe überzeugten bezüglich ihrer Güte nicht immer; sie hatten in Frankfurt manchmal gelbe Blätter und eine ungenügende Frische. Die stete Nachfrage war in der Regel ruhig und konnte problemlos befriedigt werden. Allein in Köln enttäuschte sie; daraufhin wurden hier anfangs nur die niederländischen, später auch die belgischen und inländischen Chargen günstiger. Ansonsten bewegten sich die Notierungen wenig.
Salat
Eissalat kam fast ausschließlich aus Spanien. In Köln verteuerte er sich dank eines kontinuierlichen Verkaufs. Dagegen beeinträchtigten in Frankfurt Rückläufer aus dem LEH die Unterbringungsmöglichkeiten. In München wiesen die Produkte ab und zu qualitative Mängel auf. Nur über niedrige Preise konnte man Bestände auf beiden Märkten vermeiden. In Berlin tauchten noch einmal geringe einheimische Mengen auf. Bei Kopfsalat lagen Belgien und Deutschland auf den ersten, Italien und die Niederlande auf den nächsten Plätzen. Oftmals musste tiefer in die Tasche gegriffen werden, da wie zuvor Freilandware verstärkt durch exklusive Zufuhren aus geschütztem Anbau verdrängt wurde. Bei Bunten Salaten dehnte sich die Versorgung aus Italien und Frankreich massiv aus; sie war für die aufnehmende Hand häufig zu ausgeprägt. Auch in diesem Bereich konnten vermehrt Treibhauspartien geordert werden. Die Kurse gaben im Allgemeinen nach; lediglich in Köln zogen sie aufgrund eines freundlichen Zuspruchs an. Inländische Endivien wurden in Frankfurt nur sehr verhalten beachtet; sie hatten unter der Kälte gelitten und waren zu klein und grün, zudem ungleichmäßig sortiert.
Gurken
Spanien dominierte eindeutig; Griechenland und Belgien hatten höchstens ergänzenden Charakter. Die einheimische sowie niederländische Saison war beendet. Das Interesse hinkte der riesigen Bereitstellung in der Regel hinterher. Da verwunderte es wenig, dass die Notierungen in Hamburg, Köln und München sanken. In Frankfurt und Berlin blieben sie halbwegs stabil. In Sachen Minigurken kamen etwas größere Abladungen aus die Türkei. Die Nachfrage hierfür ließ in Köln zu wünschen übrig, weil die europäischen Chargen den Bedarf deckten. Da war die Resonanz in Frankfurt mangels günstiger Konkurrenz schon besser.
Tomaten
Spanien und die Niederlande bestimmten das Geschehen. Belgien, Marokko und Italien belegten die nächsten Ränge. Auf runde Offerten und Rispenware konnte am häufigsten zurückgegriffen werden. Die Beachtung fiel für die Verfügbarkeit oftmals zu schwach aus. Zu Wochenbeginn trafen in Frankfurt umfangreiche Klasse-IIAngebote und immense Kaliber ein; niedrige Preise generierten glatte Unterbringungsmöglichkeiten für die recht weichen Produkte. Dies bremste allerdings den Absatz der teuren, hinsichtlich ihrer Schnittfestigkeit und Ausfärbung hervorragenden Früchte. Die Forderungen veränderte man meist nicht wesentlich. Es gab natürlich Ausnahmen: So kosteten in Köln runde spanische Erzeugnisse und in Hamburg qualitativ einwandfreie Partien mehr als bislang.
Gemüsepaprika
Die Versorgung dehnte sich insgesamt aus. Spanien und die Niederlande überwogen und stellten den größten Teil der europäischen Abladungen bereit. Je nach Markt und Farbtyp zeigten die Bewertungen unterschiedliche Tendenzen; summa summarum stiegen sie aber an. Türkische Importe komplettierten das Sortiment. Deren Notierungen bewegten sich in Frankfurt nachfrageinduziert aufwärts; ansonsten blieben sie konstant. Marokkanische, belgische sowie einheimische Zufuhren traten nur manchmal in Erscheinung.
Zwiebeln
Sowohl bei deutscher und niederländischer Haushaltsware als auch bei spanischen und niederländischen Gemüsezwiebeln verlief das Geschäft in der Regel ruhig. Preisveränderungen waren selten. In Hamburg zogen die Forderungen für Haushaltsware mengen- und für Gemüsezwiebeln einstandsbedingt an.
Weitere Informationen
Frankfurt
Konnte man niederländische Erdbeeren am Montag noch zu 2,50 € erwerben, musste am Freitag bis zu 4,- € bezahlt werden. Chilenische Süßkirschen verbilligten sich infolge eines bescheidenen Bedarfs; mehr als 18,- € je kg wollte niemand anlegen. Das Angebot an Pfirsichen und Nektarinen wuchs an; bei einer nur schleppenden Abwicklung konnten Vergünstigungen nicht vermieden werden. Für südafrikanische Aprikosen wurden 32,- € je 5-kg-Karton verlangt. Um die Räumung nicht zu gefährden, veräußerte man spanische Himbeeren teilweise unter Notiz. Markenpartien blieben verschont und in der oberen Kursspanne stabil bewertet. Brombeeren aus Mexiko und Spanien komplettierten das Beerensortiment. Erster deutscher Minispinat aus dem Treibhaus erzielte 8,- € je 1-kg-Steige. Chicorée aus Frankreich und Belgien konnte trotz eines mäßigen Zuspruchs Verteuerungen verbuchen. Sehr üppige Abladungen an Grünkohl fanden bloß wenige Abnehmer. Der Handel mit Maronen, Walnüssen und Haselnüssen stieg sprunghaft an; bei Erdnüssen warteten die Kunden noch etwas ab. Türkische Steinpilze wurden zu 36,- € je kg flott abgegeben. Pfifferlinge aus Marokko und den USA stießen hingegen auf eine schwache Beachtung. Bei den Kräutern konnten Petersilie, Minze und Dill aus Spanien disponiert werden.
Hamburg
Aufgrund der nasskalten Witterung hielt sich die Nachfrage für Melonen aus Übersee in Grenzen; nur lagerfähige Offerten wurden glatt untergebracht. Den gewaltigen Mengen südeuropäischer Kakis hinkte das Interesse hinterher. Neue südafrikanische Aprikosen trafen im Kaliber XL ein und waren zu 26,- € je 5-kg-Karton verfügbar. Aktionen des LEH sorgten bei spanischen Zucchini für Beeinträchtigungen beim Absatz. Erste Chargen aus Marokko generierten zu 5,50 € je 5-kg-Packstück spärlichen Anklang. Bei Buschbohnen aus Marokko und Ägypten sanken die Preise. Unsaubere marokkanische Schneidebohnen erreichten nur mittels niedrigerer Forderungen Käufer. Krauser und glatter Petersilie aus Italien fehlte es an Umschlagsmöglichkeiten. Frischer Spitzkohl aus Portugal kostete 0,85 € je kg.
Köln
Bei Granatäpfeln gelang eine Räumung nicht immer, da sie über Bedarf vorhanden waren. Die Bewertungen für Erdbeeren stiegen täglich an, auch wenn die Ausfärbungen oftmals nicht dem Ideal entsprachen. Obwohl einheimische Früchte gegenüber den niederländischen billiger waren, konnten sie die größeren Gewinne erzielen. Bei portugiesischem Spitzkohl bremste eine eher ruhige Beachtung teilweise das Geschäft; er verteuerte sich dennoch. Zum Ende der Woche lieferte man italienische Bundmöhren an; die Notierungen lagen auf nahezu gleichem Niveau wie die der inländischen Erzeugnisse. Die Abwicklung gestaltete sich relativ zügig, da sich die deutschen Partien verringerten. Am Freitag wurden Lauchzwiebeln aus Ägypten sehr günstig und flott veräußert. Die Aufmachung erfolgte in Holzsteigen; 3,- € mussten je 14 Bund gezahlt werden. Spanische Zucchini und Auberginen wurden zufriedenstellend geordert; sie mussten im Wochenverlauf aber leichte Kursverluste hinnehmen.
München
Kakis aus Italien und Spanien waren umfangreich vertreten; die Forderungen schwächten sich etwas ab. Bei genügend verfügbaren, frischen, türkischen Feigen fiel das Angebot zum Saisonende kleiner aus. Minimale Mengen an Süßkirschen der Sorte Bing standen aus Chile bereit. Übersichtliche belgische Erdbeeren konnten mit hohen Preisen untergebracht werden. Neben marokkanischen Buschbohnen führte man vor allem ägyptische Produkte zu. Aus Italien wurden weiße und schwarze Trüffel, aus Südkorea Kräuterseitlinge importiert. Aus Äthiopien stammten Zuckererbsen.
Berlin
Mit ersten Süßkirschen aus Chile wurde die Übersee-Kampagne eingeläutet. Bei Bewertungen von 15,- bis 18,- € je kg zeigten sich die Kunden aber noch sehr reserviert.
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Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 30.11.2011
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