BLE-Marktbericht KW 45 / 2011 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Tafeltrauben:
Frankfurt
Bei Offerten ohne Kern traten italienische Früchte kaum noch in Erscheinung. Dafür dehnten sich die Zufuhren mit brasilianischen Thompson Seedless aus. Die Preisvorstellungen bewegten sich hier, je nach Größe der Beeren, zwischen 15,- und 17,- € je 4,5-kg-Karton. Black Pearl sowie Red Globe aus Italien interessierten weiterhin nur wenig. Italia vermarkteten sich dank ihrer sehr ansprechenden Optik fast von alleine. Am Freitag ergänzten Crimson Seedless aus Spanien zu 11,- € je 4,5-kg-Karton die Warenpalette.
Hamburg
Durch abnehmende Importe aus Griechenland wurden kernlose Produkte aus Brasilien besser platziert und die Forderungen stiegen an. Für rückläufige italienische Italia und türkische Sultana ließen sich keine Verteuerungen realisieren. Limitierte blauschalige Formate aus dem Mittelmeerraum wurden gegenüber der Vorwoche höher bewertet. Erste brasilianische Crimson Seedless waren zu 16,- € je 4,5-kg-Karton erhältlich.
Köln
Hinsichtlich der Mengen und der Sortenvielfalt bestimmten noch immer italienische Abladungen das Geschehen. Die besten Verkaufschancen ergaben sich vorrangig im oberen Kurs- und Qualitätsbereich. Türkische Sultana konnten bezüglich ihres Aussehens nicht durchgängig überzeugen und verloren leicht an Bedeutung.
München
Die bislang in großem Umfang mit stabilen und ansprechenden Eigenschaften zugeführten griechischen Thompson Seedless konnten an das bisherige Qualitätsniveau nicht mehr uneingeschränkt anknüpfen. Der Anteil an Sendungen mit einheitlichen und mängelfreien Früchten blieb begrenzt, was abflauendes Vertrauen seitens der Kunden auslöste. Zuverlässige Offerten waren gesucht und wurden mit festeren Preisen stetig untergebracht. Vereinzelt mit Verderb eintreffende Partien hatten keine Vermarktungschancen. Italien stellte weiterhin beachtliche Chargen; höhere Bewertungen konnten für alle Sorten durchgesetzt werden. Die Verfügbarkeit und Güte von türkischen Anlieferungen veränderte sich kaum. Der langsam rückläufigen europäischen Versorgung stand ein noch übersichtliches brasilianisches Angebot gegenüber.
Berlin
Prägend waren erneut italienische Crimson Seedless, Sugraone, Italia, Michele Palieri und Red Globe. Da die Abladungen mengenmäßig konstant blieben, die Nachfrage aber anwuchs, kam es immer wieder zu anziehenden Notierungen. Auch türkische und griechische Thompson Seedless beachtete man freundlich, sodass die Forderungen bis zum Wochenende merklich anstiegen. Erste Thompson Seedless aus Brasilien wurden für 14,- € je 4,5-kg-Karton verkauft. Der Bedarf war verhalten, da man für die Produkte aus den anderen Herkunftsländern nicht so viel zahlen musste.
Äpfel
Italien bestimmte mit Golden Delicious, Granny Smith und Royal Gala das Geschäft; das Inland folgte mit Elstar, Jonagold und Golden Delicious. Französische und italienische Pink Lady verstärkten ihre Bereitstellung am deutlichsten. In Frankfurt erweiterten süßsäuerlichschmeckende und saftige Santana aus der Bodenseeregion die Produktpalette; in der Größe 75/80 kostete die Kreuzung aus Elstar und Priscilla ca. 1,55 € je kg. Der Absatz ging generell ruhig aber kontinuierlich vonstatten. Die Bewertungen blieben oftmals stabil. Lediglich in Hamburg generierten Jonagold, Jonagored und Holsteiner Cox mehr Interesse als zuvor; sie verteuerten sich ein wenig. In München zahlten sich die bei den italienischen Zufuhren angewandten Aufmachungsarten buchstäblich aus; die Preise der gelegten Ware konnten im Gegensatz zu denen der losen Sortierungen angehoben werden.
Birnen
Italienische Abladungen überwogen, allen voran Abate Fetel, Santa Maria und Boscs Flaschenbirne. Aus Deutschland trafen am häufigsten Alexander Lucas und Conference ein. Die Türkei hatte ebenso wie Spanien und die Niederlande ergänzenden Charakter. Die Versorgung konnte den stetigen Bedarf ohne Schwierigkeiten decken, was sich vielfach in unveränderten Kursen bemerkbar machte. Nur in Hamburg mussten die Kunden für inländische und niederländische Partien etwas tiefer in die Tasche greifen. In Frankfurt wurden grasgrüne niederländische Gellerts sowie mit Schalenfehlern behaftete spanische Rote Williams Christ kaum beachtet.
Kiwis
Die Versorgung dehnte sich insgesamt aus. In der Regel prägten neuseeländische und italienische Produkte den Markt; allein in München befanden sich griechische Chargen an der Spitze des Sortiments. Während französische Zufuhren reichlicher vorhanden waren, schränkten sich die chilenischen immer mehr ein. In Köln beeinträchtigen Aktionen des LEH anfangs die Absatzmöglichkeiten; das Interesse verbesserte sich aber im Wochenverlauf. Summa summarum bewegten sich die Notierungen bei einem kontinuierlichen Interesse nicht wesentlich.
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Bei Clementinen dominierte Spanien eindeutig. Clemenules, Marisol und Oronules waren am häufigsten anzutreffen. Standardpartien hatten hier und da mit Qualitätsproblemen zu kämpfen, daher etablierte sich oftmals eine breite Preisspanne. In Berlin konnten die Bewertungen mengenbedingt angehoben werden. Italienische und griechische Abladungen mit Blatt ergänzten in München das Angebot. Bei Satsumas lag spanische Ware ebenfalls an der Spitze, türkische trat nun aber vermehrt in Erscheinung. In Frankfurt erhöhten sich die Kurse für die Importe aus der Türkei; ansonsten blieben sie größtenteils konstant.
Orangen
Navelina aus Spanien beherrschten klar die Szenerie. Südafrika komplettierte mit Valencia Late, Delta Seedless und Midknight, Italien mit Navel und Navelina die Produktpalette. Während das Geschäft in Hamburg recht positiv verlief, kam es in Köln aufgrund zu milder Temperaturen noch nicht so richtig in Schwung. Die Notierungen variierten vielfach nur unwesentlich. Südafrikanische Zufuhren vergünstigten sich in Hamburg. In Berlin offenbarten sie bezüglich ihrer Güte Mängel; die Händler waren ab und an gezwungen, unzulängliche Erzeugnisse auszusortieren. In München verbilligten sich spanische Früchte trotz ansprechendem Geschmacks merklich.
Zitronen
Spanische Primofiori sowie türkische Interdonato standen im Mittelpunkt des Geschehens. Die Versorgung konnte die meist stetige Nachfrage problemlos decken. Das Kursniveau der Vorwoche veränderte sich in der Regel nicht. Ausschließlich in Hamburg reduzierte man infolge eines zu schwachen Interesses die Preise ein wenig.
Bananen
Die Bereitstellung orientierte sich am häufig kontinuierlichen Bedarf. Da verwunderte es nicht, dass es hinsichtlich der Notierungen kaum Bewegung gab. Lediglich in Köln fanden die Produkte etwas mehr Beachtung als bislang. Während sich die Erstmarke trotzdem vergünstigte, wurden die sonstigen Marken ein bisschen fester bewertet.
Blumenkohl
Die Abladungen aus Deutschland verringerten sich stetig. Sehr unterschiedliche Kopfgrößen sowie eine nachgebende Kondition waren nicht selten; die Kurse bröckelten daher meist ab. Einzig in Berlin verteuerten sich die Offerten, da der Bedarf nicht vollends gedeckt werden konnte. Französische und italienische Importe weiteten sich aus und gerieten verstärkt in den Fokus der Kunden. Dennoch verbilligten sie sich oftmals mengeninduziert und lagen letztlich in etwa auf dem Niveau der inländischen Partien.
Salat
Einheimischer Kopfsalat hatte häufiger mit nachlassender Güte zu kämpfen und kostete in der Regel weniger als in der Vorwoche. Selbst vermehrt in Erscheinung tretende makellose Treibhausware konnte sich diesem Trend nicht immer widersetzen. Spanischer Eissalat überzeugte hinsichtlich seiner Qualität nicht durchgängig. In Frankfurt etablierte sich daraufhin eine breite Preisspanne; in Hamburg und München vergünstigten sich die Produkte. Ausschließlich in Berlin veränderten sich die Notierungen nicht. Deutscher Feldsalat wurde in Frankfurt zügig geräumt; in Hamburg sorgten Aktionen des LEH für eine schleppende Unterbringung. In München mussten die Forderungen infolge einer angewachsenen Verfügbarkeit etwas gesenkt werden. Während man Endivien in Hamburg genügend beachtete, traf dies in Berlin nicht zu; hier fielen daraufhin die Bewertungen. In Frankfurt starteten die italienischen Chargen mit umfangreichen Anlieferungen in die Saison.
Gurken
Spanien bestimmte deutlich das Geschehen; die Abladungen aus dem Inland, den Niederlanden und Belgien schränkten sich ein. Aufgrund von Unwettern in den jeweiligen Anbaugebieten waren in Hamburg spanische und in München griechische Partien knapp. Generell stiegen die Kurse an, was meist auf begrenzten Zufuhren basierte. Einzig in Köln mussten die Verkäufer manche Angebote billiger abgeben, da diese konditionelle Probleme aufwiesen. Türkische, einheimische und niederländische Minigurken stießen auf ein kontinuierliches und freundliches Interesse; in Hamburg und Köln verteuerten sie sich.
Tomaten
Während Marokko, Deutschland und Italien nur ergänzenden Charakter hatten, dominierte Spanien vor den Niederlanden und Belgien. Auf runde Offerten und Rispenware konnte am häufigsten zurückgegriffen werden. In Frankfurt ließen die spanischen Früchte bezüglich ihrer Ausfärbung und Schnittfestigkeit ab und an Wünsche offen. Infolge einer zu großen Bereitstellung und einer hinterherhinkenden Nachfrage musste man die Forderungen oftmals reduzieren. In Köln belasteten zudem zahlreiche Rückläufer aus dem LEH die Unterbringungsmöglichkeiten. Lediglich in Hamburg war die Absatzsituation befriedigend; hier schwächten sich nur die Notierungen der überreifen Erzeugnisse ab. Die Bewertungen für Kirschtomaten blieben in der Regel konstant. Neue marokkanische und polnische Fleischtomaten komplettierten die Produktpalette.
Gemüsepaprika
Spanische und niederländische Anlieferungen überwogen, türkische, marokkanische und belgische vervollständigten das Sortiment. Das baldige Ende der niederländischen Saison war in Frankfurt bereits zu spüren: Klasse-II-Chargen traten immer häufiger in Erscheinung. Das Interesse war generell nicht sehr ausgeprägt; die Kurse zeigten meist eine fallende Tendenz. Natürlich gab es auch Ausnahmen: In München verteuerten sich niederländische und in Frankfurt türkische Abladungen mengenbedingt. In Berlin kosteten grüne und rote Partien mehr als bisher. In Hamburg eröffneten rote marokkanische Spitzpaprika die Saison; die Preise lagen bei ca. 12,- € je 5-kg-Kolli.
Zwiebeln
Gemüsezwiebeln stammten aus Spanien, dem Inland, Österreich und den Niederlanden. Haushaltsware hatte ihren Ursprung in Deutschland, den Niederlanden und Polen. Wie in der Vorwoche verlief der Handel kontinuierlich. Die Forderungen veränderten sich in der Regel nicht. Nur in Frankfurt erhöhte man infolge knapper Zufuhren die Bewertungen für spanische Gemüsezwiebeln.
Weitere Informationen
Frankfurt
Das Interesse an Erdbeeren blieb schwach. Importe via Flug aus Peru überzeugten farblich und ergänzten die dominierenden niederländischen Treibhausfrüchte. Am Mittwoch wurden kleinfallende niederländische 20 bis 22-mm-Offerten zu 1,- € je 500-g-Schale als Sonderaktion platziert. Inländische Glashausprodukte waren nur zur Wochenmitte am Markt. Die Notierungen für sehr umfangreiche Brombeeren aus Mexiko und den Niederlanden bröckelten. Die Versorgung mit Kakis überstieg zwar die Nachfrage, die Preise konnten dennoch behauptet werden. Zucchini aller Herkünfte verteuerten sich ab Montag. Das Angebot von italienischen Kräutern wie glatter und krauser Petersilie, Dill, Rosmarin und Thymian wuchs an. Der Bedarf nach Möhren in 15er-Bunden aus Italien und komplettierenden 12er-Bunden aus Spanien sowie nach italienischem Kohlrabi in 20/25er-Abpackungen war noch recht verhalten. Die Saison von italienischen Radieschen startete am Dienstag zu 0,47 € je Bund. Chicorée verzeichnete bei einem stetigem Abverkauf anziehende Kurse. Erste ägyptische Lauchzwiebeln waren günstiger als einheimische Partien und räumten flott.
Hamburg
Frische Nektarinen und Pfirsiche aus Südafrika in 20er- und 23er-Aufmachungen kosteten 17,- € je 2,5-kg-Steige. Mexikanische Brombeeren starteten ihre Kampagne zu 2,50 € je 150-g-Schale. Ein hoher Ladungsanteil bei Granatäpfeln aus diversen Lieferländern wurde nur durch sinkende Bewertungen kompensiert. Vorboten von Passionsfrüchten aus Kolumbien erzielten 10,50 € je 2-kg-Karton. Erste Feigen aus Brasilien veräußerte man zu 10,50 € je 1,5-kg-Packstück. Für konkurrenzlose marokkanische Buschbohnen und Stangenbohnen mussten die Kunden tiefer in die Tasche greifen. Vorläufer von Artischocken aus Italien in 30er-Anzahl waren zu 0,80 € je Stück verfügbar. Mit einer Herabstufung der Forderungen verbesserte sich der Zuspruch für Radieschen, Radicchio und krause Petersilie aus Italien. Neuer Chicorée aus Frankreich wurde zu 0,70 € je 500 g gehandelt.
Köln
Bedingt durch die am Freitag begonnene Karnevalsaison zog der Verkauf von Ananas merklich an. Gelbe Pfirsiche und Nektarinen aus Südafrika fanden zu Preisen von ca. 20,- € je 2,5-kg-Karton ihre Abnehmer. Trotz guter Qualität sind italienische Pflaumen momentan ein Ladenhüter und schwer unterzubringen. Auch Erdbeeren, hauptsächlich aus den Niederlanden, wurden langsam umgeschlagen. Bei Rosenkohl, Grünkohl, Wirsing und Lauch hatte das noch immer relativ milde Wetter Auswirkungen; es waren zwar genügend Mengen erhältlich, das Interesse war aber noch bescheiden. Belgische Mairüben platzierte man nur vereinzelt und in kleinerem Umfang; die Vermarktung zu 10,- bis 11,- € je 10-kg- Karton gestaltete sich flott.
München
Die Türkei stellte reichlich Quitten und Granatäpfel bereit. Frankreich und Italien waren mit Maronen am Geschäft beteiligt. Neben etabliertem Spinat und Kohlrabi tauchten aus Italien erste Lauchzwiebeln auf. Italienischer Wirsing und portugiesischer Spitzkohl hatten aufgrund der üppigen und billigeren inländischen Konkurrenz wenig Absatzchancen. Dagegen wurde importierter Chicorée einstandsbedingt deutlich höher bewertet und hinlänglich beachtet. Bei den Hülsenfrüchten machten sich die klassischen nordafrikanischen Winteranbaugebiete nun etwas stärker bemerkbar. Während Marokko bei Stangenbohnen und Buschbohnen das Geschehen bestimmte, wuchsen die Abladungen an Buschbohnen aus Ägypten an. Das einheimische Angebot von Rucola, Frisée, Romanasalat sowie Salatherzen verringerte sich. Die Versorgung mit deutschen Kräutern reduzierte sich zusehends. Bei Dill wurde die Saison schon vorzeitig beendet, da man bereits sehr günstige Partien aus Italien offerierte. Auch glatte Petersilie gab es kaum noch; zudem überzeugte die Güte immer seltener.
Berlin
Im Wochenverlauf wurden die Zufuhren an Limetten aus verschiedenen südamerikanischen Ländern größer. Es mussten zwischen 6,- und 8,- € je 4,5-kg-Karton gezahlt werden. Granatäpfel aus der Türkei waren weiterhin umfangreich erhältlich. Auch auf italienische und spanische Kakis konnte erneut genügend zurückgegriffen werden. Der Preis lag je nach Sortierung und Qualität bei 1,60 bis 1,80 € je kg. Niederländischer Rosenkohl war in stattlichen Mengen verfügbar. Deutsche Produkte ergänzten die Warenpalette. Die Forderungen blieben infolge einer freundlicheren Nachfrage auf dem Niveau der Vorwoche.
Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").
Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 16.11.2011
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