BLE-Marktbericht KW 44 / 2011 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Äpfel
Fortlaufend beherrschten deutsche und italienische Anlieferungen den Markt. Weitab davon ergänzten französische und niederländische Abladungen das Angebot; vereinzelte belgische Partien rundeten ab. Die enorme Bandbreite an Varietäten und Darreichungsformen stieß auf eine nicht gerade üppige Nachfrage. Doch der Handel konnte in den überwiegenden Fällen die bisherigen Preise geltend machen; lediglich in München tendierten diese nach unten. In anwachsendem Maße trafen Clubsorten ein: Neben Jazz, Pink Lady, Honeycrunch und Modi erzielten Pink Kiss in der Variante 75/80 mm bis zu 2,- € je kg. Etwas billiger wurden dagegen seltene italienische Ambrosia veräußert; für sie musste man ca. 1,80 € je kg bezahlen. Am teuersten waren wohl Herzäpfel vom Bodensee. Aufkleber während der Reife bewirkten auf der Schale von Jonagored verkaufsfördernde Fehlflächen in der Deckfarbe in Form von Herzen. Das Stück kostete sage und schreibe 1,10 €.

Quelle: BLE
Birnen
Italien prägte den Absatz: hauptsächlich Abate Fetel und Santa Maria, folgend Boscs Flaschenbirne und Williams Christ. Aus einheimischem Anbau entstammten Alexander Lucas, die in 10-kg- und 19-kg-Abpackungen sowie in 390-kg-Großkisten präsentiert wurden. Zudem gab es unter anderem Conference und Gute Luise. Das Interesse war relativ stetig, ließ nur manchmal zu wünschen übrig. Die Bewertungen verblieben somit meist auf der Höhe der Vorwoche. Zu reife, spanische Abate Fetel vergünstigten sich in Frankfurt. Für Deveci aus der Türkei verlangte man bis zu 8,- € je 4,5-kg-Steige mit Kaliber 80/85 mm. Inländische Durandeau verbuchten in Berlin unter ihrem deutschen Synonym Birne von Tongern indes 0,60 € je kg.
Tafeltrauben
Das Geschäft konzentrierte sich auf griechische und türkische Thompson Seedless sowie auf italienische Italia und Red Globe. Die Räumung ging verhältnismäßig zügig vonstatten. Da gleichzeitig die Versorgung nicht allzu reichlich ausfiel, bewegten sich die Notierungen, teilweise recht deutlich, nach oben. Früchte mit kleinen Beeren mussten aber zuweilen Verbilligungen hinnehmen. Die brasilianischen Importe von Thompson Seedless stiegen an, die von Sugraone verminderten sich entsprechend, so dass die gesamte Verfügbarkeit nicht wesentlich variierte.
Kiwis
Neuseeländische Offerten belegten noch den ersten Platz. Dauerhaft überzeugende Qualität sicherte kontinuierliche Beachtung. Das bisherige hohe Preisniveau veränderte sich kaum. Italienische Anlieferungen trafen verstärkt ein. Obwohl sich deren organoleptischen Merkmale verbesserten, bewirkte ihre angewachsene Präsenz leichte Vergünstigungen. Während griechische Abladungen in Berlin und Frankfurt lediglich ergänzten, in Hamburg und Köln sogar völlig fehlten, beherrschten sie in München, meist in loser Aufmachung, den Markt.
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Versorgung hatte sich offensichtlich vergrößert. Das basierte vorrangig auf einer enormen Expansion spanischer Clementinen. Neben Clemenrubi, Marisol, Clemenules und Loretina traten Oronules sowie Clemenpons in Erscheinung. Induziert durch differenzierte Güteeigenschaften etablierte sich eine breite Kursspanne mit einer mengenbedingt abfallenden Tendenz. Für Satsumas, vornehmlich und in rückläufigem Maß aus Spanien importiert, musste man ebenso weniger bezahlen. Erste türkische Zufuhren kosteten bis zu 10,- € je 10-kg-Kiste mit Kaliber 1/2. Mandarinen stammten ausschließlich aus Übersee und wurden nur noch anfangs der Woche veräußert.
Orangen
Spanische Navelina verdoppelten locker ihre Bereitstellung. Da parallel die Nachfrage anwuchs, konnten vor allem im Markenbereich die bisherigen Bewertungen überwiegend aufrechterhalten werden. Standardpartien kamen oftmals nicht so glimpflich davon; sie verbilligten sich vielfach. Mittlerweile gab es auch italienische Navelina mit Ursprung Sizilien. Die saftigen Früchte waren zwar noch relativ hell, aber sie schmeckten zuckersüß. Dem Verkauf zu Preisen von 1,40 € je kg stand demnach nichts entgegen. Die späten Sorten aus der südlichen Hemisphäre verloren an Bedeutung und an Zuspruch.
Zitronen
Spanien und die Türkei dominierten fast alleinig; Abladungen aus Italien und Bolivien komplettierten die Produktpalette. Das Interesse konnte ohne Schwierigkeiten befriedigt werden. Vergünstigungen traten in Frankfurt bei 5-kg-Kisten aus Spanien und in Hamburg bei Importen aus der Türkei auf. In der Hansestadt fanden spanische Primofiori infolge ihrer hervorragenden Qualität mehr Beachtung, was sich in anziehenden Forderungen bemerkbar machte. Ansonsten veränderten sich die Notierungen nicht wesentlich.
Bananen
Bei einer auf den Bedarf abgestimmten Zufuhr und einer kontinuierlichen Nachfrage blieben die Kurse in der Regel stabil. Lediglich in Köln stiegen sie für die Erstmarke und in München für das gesamte Sortiment leicht an.
Blumenkohl
Die Anlieferungen aus Deutschland verkleinerten sich fortlaufend; die aus Frankreich verstärkten sich. In Köln wiesen die wenigen niederländischen Offerten zum Teil sehr ungleiche Kopfgrößen auf. Das häufig konstante Interesse konnte ohne Schwierigkeiten gestillt werden. Einzig in Hamburg war der Zuspruch für die massiven Abladungen zu schwach. Die Bewertungen entwickelten sich je nach Markt unterschiedlich: In Frankfurt und München zogen sie marginal an; in Hamburg und Köln bröckelten sie dagegen ab. In Berlin veränderten sie sich nicht.
Salat
Kopfsalat stammte aus dem Inland, Belgien und den Niederlanden. Die Notierungen bewegten sie sich nicht wesentlich. Nur in Hamburg, wo die Verfügbarkeit etwas begrenzt war, und in Frankfurt stiegen sie an. Bei Eissalat prägten spanische Chargen den Handel; einheimische und niederländische gab es bloß selten. Die Forderungen mussten in Köln und Hamburg aufgrund einer zu ausgedehnten Versorgung gesenkt werden. Andernorts blieben sie stabil, da man die Disposition gut auf die Absatzmöglichkeiten abstimmte. Das Angebot an Bunten Salaten und Feldsalat orientierte sich an der Nachfrage. Hinsichtlich der Preise kam es nur zu geringen Schwankungen. Endivien verteuerten sich in der Regel, da sie mehr Beachtung fanden und die Zufuhren in einigen Fällen nicht ganz den Bedarf decken konnten.
Gurken
Die spanischen und griechischen Abladungen weiteten sich aus; die deutschen, niederländischen und belgischen schränkten sich ein. In Hamburg standen relativ wenig Produkte bereit, da beträchtliche Mengen in den Großfilialbereich eingebunden waren. Die Kurse zogen recht deutlich an. Auch in Frankfurt kletterten sie aufwärts, allerdings betraf dies nur die opulenten Kaliber. In Köln verfestigten sich die Bewertungen, obwohl die Importe qualitativ nicht durchgängig überzeugten. In München mussten die Kunden für inländische Partien tiefer in die Tasche greifen; belgische vergünstigten sich.
Tomaten
Spanische Anlieferungen dehnten sich enorm aus und dominierten vor den niederländischen, belgischen, italienischen und marokkanischen das Geschehen. Rispenware gab es am häufigsten; runde Offerten lagen dahinter. In Frankfurt und Hamburg hielt die Nachfrage mit der Verfügbarkeit nicht Schritt; demzufolge senkte man die Forderungen. Auch auf den anderen Märkten zeigten die Notierungen eine eher abfallende Tendenz. Lediglich für begrenzte einheimische Chargen sowie für italienische Kirschtomaten musste etwas mehr gezahlt werden. Die Güteeigenschaften von Fleischtomaten ließen in Frankfurt zuweilen zu wünschen übrig; es etablierte sich eine breite Preisspanne.
Gemüsepaprika
Während spanische und niederländische Abladungen überwogen, ergänzten türkische, belgische und deutsche das Sortiment. Vergünstigungen waren an der Tagesordnung, die Gründe hierfür vielfältig: So wiesen spanische Produkte in Köln vereinzelt eine mangelhafte Kondition auf. In Hamburg beeinträchtigten Aktionen des LEH die Absatzmöglichkeiten für gelbe Früchte. In Frankfurt war die Bereitstellung insgesamt zu massiv. Allein für rote Erzeugnisse stiegen die Kurse durchgängig an. Einstandsbedingt musste man türkische gelbe Importe in Köln so teuer abtreten, dass sie von den Kunden kaum beachtetet wurden.
Zwiebeln
Gemüsezwiebeln kamen vorrangig aus Spanien und dem Inland; Haushaltsware stammte aus Deutschland und den Niederlanden. Die Verfügbarkeit hatte sich etwas eingeschränkt und orientierte sich häufig am Bedarf. Bei einem Geschäft ohne Höhepunkte blieben die Bewertungen in der Regel konstant. Lediglich in Frankfurt sanken sie für spanische Gemüsezwiebeln.
Weitere Informationen
Frankfurt
Beerenfrüchte befanden sich nicht mehr im Fokus der Kunden, dennoch zogen die Notierungen meistens an. Spanien konnte ab der Wochenmitte in größerem Umfang Himbeeren liefern, die sich daraufhin verbilligten. Erdbeeren aus dem geschützten Anbau der Niederlande verteuerten sich einstandsinduziert. Die Ankünfte von Kakis aus Spanien erreichten zum Schluss riesige Dimensionen. Die Kurse bröckelten daher unvermeidlich. Die Saison von italienischem Gemüse startete voll durch. Neben dem bisherigen Angebot von Petersilie, Dill, Rucola und Radicchio gab es nun auch Löwenzahn, Mangold, Spinat, Rapa (Stengelkohl), Staudensellerie, Kohlrabi und Bundmöhren. Bei Zucchini aus Spanien ließen sich moderate Preisanhebungen realisieren. Neuerdings wurden weiße Varietäten aus der Türkei zu 1,- € je 500-g-Foodtainer mit je 3 Stück veräußert; lose Ware erzielte nur 1,50 bis 1,70 € je kg. Für Bobbybohnen und Stangenbohnen musste man tiefer in die Tasche greifen. Sie kamen hauptsächlich aus Marokko, ergänzend aus Spanien und der Türkei. Erste ägyptische Abladungen im 500-g-Folienbeutel traten ab Donnerstag in Erscheinung. Das milde Wetter führte zu einer merklichen Zurückhaltung beim Einkauf von Wintergemüsen. So generierten Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing und Lauch lediglich ungenügende Beachtung. Für die Gastronomie und den Facheinzelhandel wurden Pfifferlinge aus den USA und Kanada importiert; sie kosteten 14,- bis 16,- € je kg. Nach Halloween verminderte sich das Interesse an Speisekürbissen. Trotz geringerer Versorgung waren Vergünstigungen nicht abzuwenden.
Hamburg
Ab der 45. KW werden Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen aus Südafrika erwartet. Muster von Erdbeeren aus Peru wurden zu 1,60 € je 500-g-Schale abgewickelt. Entgegen bestechender Optik war die Nachfrage ruhig. Für ersten Brokkoli aus Italien verlangte man 1,20 € je kg. Frischer Knoblauch aus Simbabwe wurde in den Kalibern 40/60 mm und 60/80 mm zu 27,- € je 5-kg-Karton umgeschlagen. Kohlrabi aus Italien begann die Kampagne zu 0,33 € je Stück. Neue, in Folie abgepackte Buschbohnen aus Ägypten brachte man zu 12,- € je 5-kg-Karton unter. Die Forderungen für einheimische Kartoffeln bewegten sich infolge deren eingeschränkter Lagerfähigkeit häufig abwärts.
Köln
Von dem milden Oktober hatten sich die Händler mehr Umsatz versprochen. Selbst vor dem Feiertag bezeichneten sie den Verkauf als eher gedämpft. Ungeachtet schwindenden Interesses verharrten die Notierungen für Erdbeeren auf relativ hohem Niveau. Optisch gefällige türkische Quitten fanden oft schnelle Aufnahme. Diese Woche war der Markt mit Kakis und Granatäpfeln regelrecht überschwemmt. Schwankende Gütemerkmale bewirkten immer wieder ebensolche Bewertungen. Halloween war vorbei: Der Bedarf nach Kürbissen ließ insbesondere bei den Zierformen deutlich nach. Maronen räumten flott. Bei Bohnen sollten kontinuierliche Verbilligungen das Geschäft verbessern. Trotz enormer Einstände wurden französische Artischocken zumindest tageweise freundlich geordert. Fast konkurrenzlose, inländische Radieschen verteuerten sich.
München
Erdbeeren kamen hauptsächlich aus Belgien. Verringerte einheimische und niederländische Anlieferungen sowie italienische Produkte in 250-g-Schalen ergänzten. Die Nachfrage blieb ruhig. Aufgrund von sehr differierenden Fruchtgrößen und Qualitäten ergab sich bei den Forderungen eine breite Spanne. Himbeeren waren übersichtlich aus Spanien und Portugal verfügbar. Aus Italien stellte man leicht zu überschauende Mengen an weißen und roten Johannisbeeren bereit, die festere Kurse erzielten. In Beutel gepackte Cranberries wurden aus Lettland, den USA und dem Inland zugeführt. Bei reichlichen Kakis baute sich ein Preisdruck auf.
Berlin
Bei Pflaumen waren weiterhin Angeleno aus Italien erhältlich. Die Versorgung stimmte man hinlänglich auf die Verkaufsmöglichkeiten ab, sodass die Notierungen auf dem bisherigen Niveau von ca. 1,70 € je kg verweilten. Wieder vorrätige Zucchini aus der Türkei kosteten etwa 7,50 € je 4,5-kg-Karton: teurer als alle anderen Herkünfte.
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Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 09.11.2011
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