BLE-Marktbericht KW 39 / 2011 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Pflaumen
Beherrschende inländische Anlieferungen wurden durch italienische, osteuropäische und einige spanische Erzeugnisse ergänzt. Das Ende der Saison näherte sich mit großen Schritten. Die Verfügbarkeit verminderte sich sichtlich; häufig ein Garant für höhere Notierungen. Da sich parallel dazu auch das Interesse verringerte, waren für so manche Standardpartien lediglich stabile Kurse drin. Früchte hervorragender Güte und mit festem Fleisch versprachen längere Lagermöglichkeiten und erzielten somit die erhofften Verteuerungen. Einheimische Presenta erreichten ein Niveau von bis zu 1,60 € je kg. Freilich gab es genügend Angebote schwacher Qualität. Diese weichen, zu reifen Produkte konnten selbst mittels deutlicher Preisreduzierungen nur schwerlich untergebracht werden.
Quelle: BLE
Äpfel
Die Bereitstellung aus Italien und dem Inland schien nahezu unerschöpflich. Hinzu kam eine breite Auswahl aus Frankreich. Die Sortenpalette war vielfältig und ließ kaum noch Wünsche offen. Das alles traf auf eine eher ruhige, aber durchaus noch passable Nachfrage. Somit konnten sich die bisherigen Forderungen meistens mehr oder weniger knapp behaupten. Doch sie gerieten fortlaufend stärker unter Druck, denn die angewachsenen Mengen waren immer öfter zu gewichtig für den Bedarf. Dies konnte vornehmlich bei deutschen Chargen und losen Aufmachungen beobachtet werden.
Birnen
Italienische Offerten beherrschten klar das Geschäft; unangefochten auf den ersten Plätzen: Abate Fetel, Williams Christ und Santa Maria. Daneben gab es in erheblichem Maß Zufuhren inländischen Ursprungs. Hierzu zählten z. B. Williams Christ, Alexander Lucas und Gute Luise. Vorwiegend permanent freundliche Absatzmöglichkeiten sicherten recht stabile Bewertungen. In einigen Fällen war es jedoch nötig, Vergünstigungen zu gewähren; zum einen angebotsinduziert und zum anderen zwecks Antreiben teilweise ermüdeter Kauflust.
Tafeltrauben
Der Handel zeigte sich reichlich versorgt. Es trafen enorme Abladungen an Sultana aus Griechenland und der Türkei ein. Die größten Importe gingen dabei auf das Konto des Münchner Marktes. Auch italienische Italia waren sehr üppig vorrätig. In Hamburg wurden erste Container mit brasilianischen Thompson Seedless gelöscht. Die milde Witterung garantierte in der Regel einen zufriedenstellenden Zugriff. Dadurch blieben die Notierungen nahezu konstant. Aufgrund eines stark differenzierten Qualitätsbildes etablierte sich insbesondere bei Italia und Thompson Seedless eine breite Preisspanne.
Kiwis
Neuseeländische Anlieferungen dominierten ungebrochen den Verkauf; chilenische ergänzten wie bisher. Bei am Bedarf orientierter Verfügbarkeit waren die Forderungen keinen wesentlichen Veränderungen unterworfen. Mittlerweile standen italienische Produkte vermehrt parat. Die hartreifen Früchte entsprachen selten den Erwartungen der Kunden. Sie kosteten durchschnittlich 13,50 € je 10-kg-Steige mit 36 bis 39 Stück.
Erdbeeren
Das inländische und belgische Angebot nahm zu. Dafür verringerten sich ein wenig die Mengen aus den Niederlanden; die aus Italien blieben gleich. In München importierte man tageweise Erzeugnisse aus den USA. Die tatsächlichen Absätze brachten die Zuversicht der Händler ins Schwanken. Das schöne Herbstwetter vermochte kaum das Interesse anzukurbeln. Einzig in Frankfurt richtete sich vor dem langen Wochenende eine beeindruckende Nachfrage ein. Qualitätsinduziert lagen die Kursober- und -untergrenzen weit auseinander. Schlechte Ware ging für ca. 2,- € je kg über den Tisch; exklusive Partien erzielten bis zu 4,80 € je kg.
Pfirsiche und Nektarinen
Permanent merklich verminderte Zufuhren waren ein deutliches Indiz für das nahe Saisonende. Infolge eines doch noch häufig freundlichen Geschäftes tendierten die Bewertungen vielfach aufwärts; oftmals belasteten aber Chargen mangelhafter Kondition und fortgeschrittener Reife.
Zitronen
Spanien beherrschte augenfällig den Markt. Bisher vorrangige Verna bekamen Konkurrenz von frischen Primofiori, die bis zu 21,- € je 15-kg-Steige erzielten. Vereinzelte Haltbarkeitsprobleme machten bei Überseeimporten ein Absenken der Forderungen nötig. Wegen der niedrigen Einstände der türkischen Interdonato baute sich bei den anderen Produkten Druck auf; somit waren Preisanpassungen nicht immer zu vermeiden.
Bananen
In München und Hamburg beeinträchtigten Aktionen des LEH die Unterbringungsmöglichkeiten. In München vergünstigte sich bei einer zu umfangreichen Versorgung das gesamte Sortiment; in der Hansestadt bröckelten dagegen nur die Kurse der Drittmarken ab. In Köln konnte die Nachfrage bei einem ruhigen Handel nicht immer vollends befriedigt werden, da viele Offerten nicht genügend reif waren. Während sich die Erstmarke verbilligte, musste man für die Zweit- und Drittmarken tiefer in die Tasche greifen. In Berlin und Frankfurt verlief der Verkauf kontinuierlich; die Bewertungen veränderten sich nicht.
Blumenkohl
Inländische Abladungen dominierten; niederländische, belgische sowie französische rundeten das Angebot ab. Den Hauptteil der Zufuhren machten 6er-Abpackungen aus; 8er-Steigen gab es bloß in Frankfurt und Hamburg. Die Notierungen zeigten häufig eine merklich anziehende Tendenz. In Berlin und München basierte dies auf einer knappen Verfügbarkeit und in Köln und Hamburg auf einem freundlichen Interesse. Lediglich in Frankfurt hatten die bisherigen Forderungen trotz eines verbesserten Absatzes Bestand.
Salat
Einheimische, belgische und niederländische Partien bildeten im Wesentlichen das Sortiment. Alles in allem war ein ruhiges und stetiges Geschäft zu beobachten. Ganz gleich, ob Bunte Varietäten und Endivien oder Kopf-, Eis- und Feldsalat: In der Regel blieben die Preise bei bedarfsdeckenden Anlieferungen konstant. Die Ausnahmen konnte man an einer Hand abzählen; Kopfsalat verbilligte sich in Hamburg aufgrund einer schwachen Nachfrage und verteuerte sich in Köln wegen ansprechender großer Kaliber. In Berlin kostete Feldsalat infolge einer ausgeweiteten Versorgung weniger als zuvor.
Gurken
Einheimische und niederländische Zufuhren bestimmten das Geschehen; spanische und belgische Erzeugnisse komplettierten die Produktpalette. Das Interesse war meist freundlich; einzig in Köln wurde es durch Aktionen des LEH gedämpft. Die Kurse bewegten sich generell in einem engen Rahmen; enorme Abweichungen zur Vorwoche gab es selten. Bei Minigurken aus Deutschland, den Niederlanden und der Türkei kam es hinsichtlich der Notierungen ebenfalls kaum zu Veränderungen.
Tomaten
Die Früchte aus den Niederlanden prägten das Geschäft; belgische und inländische reihten sich dahinter ein. Eine verstärkte Beachtung sorgte, zum Teil in Verbindung mit einer nicht bedarfsdeckenden Verfügbarkeit, für ansteigende Forderungen. Lediglich in Köln und München hielt sich die Nachfrage in Grenzen, dennoch musste auch hier mehr als bislang gezahlt werden. Insbesondere Rispenofferten und runde Angebote verteuerten sich. Eine Ausnahme stellten niederländische Fleischtomaten in Hamburg dar; sie mussten sich dem niedrigeren Preisniveau der belgischen Abladungen anpassen.
Gemüsepaprika
Da sich die billigeren spanischen Anlieferungen erneut massiv ausgedehnt hatten, gerieten die Notierungen der tonangebenden niederländischen Zufuhren unter Druck und fielen letztlich ab. Auch die Partien der anderen Herkünfte konnten sich diesem Trend nicht immer entziehen, so dass sich das Sortiment summa summarum vergünstigte. Ausreißer waren selten: In Berlin kosteten rote und grüne Produkte mehr als in der Vorwoche; in Frankfurt blieben gelbe und orangene Erzeugnisse konstant bewertet.
Zwiebeln
Haushaltsware kam aus Deutschland und den Niederlanden, bei Gemüsezwiebeln traten daneben noch spanische Chargen in Erscheinung. Die Bereitstellung orientierte sich häufig an der kontinuierlichen Nachfrage. Die Forderungen veränderten sich kaum; einzig in Berlin musste für die Angebote aus den Niederlanden weniger als zuvor gezahlt werden.
Weitere Informationen
Frankfurt
Deutsche Artischocken in 8er-Abpackungen komplettierten französische und italienische. Neu war Fenchel aus den Niederlanden, der mit einem Kurs von 6,- € für den 5-kg-Karton auf gleicher Höhe wie inländischer und italienischer lag. Wiederholte Zufuhren von Aprikosen der Sorte Jennycot aus der Schweiz fanden lebhaftes Interesse. Immer mehr Zier- und Speisekürbisse sowie die großen Halloweenkürbisse läuten den Herbst ein. Hokkaidokürbisse waren in so enormen Mengen vorhanden, dass sie täglich billiger wurden; sogar Bio-Offerten erzielten lediglich 0,85 € je Stück. Stangenbohnen in 500-g-Beuteln aus der Türkei und in 4-kg-Kisten aus Marokko ergänzten inländische Erzeugnisse. Steinpilze standen über Bedarf zur Verfügung, so dass man sich von den Spitzenpreisen der Vorwoche von bis zu 35,- € je kg verabschieden musste. Am Freitag bekam man nur noch 18,- bis 20,- € je kg.
Hamburg
Zum Saisonbeginn von Satsumas aus Spanien sollten die Kunden 7,- bis 12,- € je 10-kg-Holzkiste mit 75 bis 108 Stück bezahlen. Die zum Teil noch grüne Ausfärbung und der säuerliche Geschmack animierten nicht gerade zum Kauf. Vorboten mit spanischen Clementinen der Varietät Ruby wurden zu 21,- € je 10-kg-Holzkiste mit 82 Stück umgeschlagen. Vorräte kleinfruchtiger Zitrusarten aus Übersee litten unter fortgeschrittenem Reifegrad und vergünstigten sich. Kakis von der iberischen Halbinsel starteten in 16er-Aufmachung zu 9,- € je 4-kg-Steige in die Kampagne. Erste Maronen aus Frankreich in Kaliber 1 kosteten 4,50 € je kg. Bei der sommerlichen Witterung erfreuten sich Wassermelonen und Honigmelonen aus Brasilien stetiger Beliebtheit. Frische Schneidebohnen aus Marokko wurden zu 12,- € je 5-kg-Karton veräußert. Wegen Sonderaktionen in der Discountschiene mussten die Forderungen für Rosenkohl und Chicorée nach unten korrigiert werden.
Köln
Spanische Satsumas, Iwasaki, waren zwar sehr saftig, aber auch genauso sauer. Granatäpfel aus Israel fanden zum Wochenende hin genügend Abnehmer. Trotz hervorragender Qualität von einheimischen Buschbohnen und Stangenbohnen verlief deren Absatz eher ruhig. Nach wie vor stammten Pfifferlinge vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum. Bei Lauch entschieden im Wesentlichen die Aufbereitung und die Ausfärbung der Stangen über die Bewertung.
Berlin
Mandarinen, Ellendale aus Argentinien, waren weiterhin gut nachgefragt und daher verharrte der Preis zwischen 1,60 und 1,70 € je kg. Niederländische Auberginen wurden etwas günstiger und lagen zum Freitag bei 2,- € je kg; türkische hingegen blieben auf bisherigem Niveau. Einheimische und erste spanische Zucchini kosteten ungefähr 1,- € je kg. Rosenkohl aus den Niederlanden verbilligte sich anfangs auf ca. 1,- € je kg.
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Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 05.10.2011
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