Obsternte Österreich 2010
Menge bei Winteräpfeln deutlich kleiner - Marillenernte um 42% unter dem Vorjahresniveau
Die österreichische Obsternte fällt heuer deutlich geringer aus. Speziell bei Äpfel und Birnen, aber auch bei Marillen sind starke Einbußen zu verzeichnen. Diese zeigen sich sowohl in den Erwerbsobstanlagen als auch im Extensivanbau (Hausgärten usw.). Das geht aus den jüngsten Ernteschätzungen der Statistik Austria hervor.
Die feuchtkühle Witterung der Monate Mai und Juni wurde durch eine abrupt einsetzende Hitzeperiode abgelöst, worauf wiederum sehr wechselhaftes Wetter - vereinzelt auch mit schweren Unwettern und starken Regengüssen - folgte. Dieser turbulente Verlauf wirkte sich im Obstbau regional sehr unterschiedlich aus. Einerseits war durch die Feuchtigkeit verstärktes Auftreten von Blattläusen sowie Schorf, Mehltau und anderen Pilzkrankheiten besonders an extensiven Obstkulturen zu verzeichnen. Andererseits profitierten die Kulturen auch von der ausreichenden Wasserversorgung und den warmen Sommerwochen.
Marillenernte auf 3.400 t geschrumpft
In den heimischen Erwerbsobstanlagen wurde eine Marillenernte von 3.400 t erzielt. Damit lag die Differenz zum Vorjahr bei minus 42%. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt wurde ein Minus von 9% verzeichnet. Es wurde somit nur eine kleine Produktion erreicht, diese zeichnete sich jedoch durch hervorragende Fruchtqualitäten hinsichtlich Geschmack und Größe aus.
In Niederösterreich wurde mit 2.500 t trotz weiterer Flächenzuwächse (+5%) nur die Hälfte der Vorjahresmenge geerntet, womit hier aber immer noch mehr als 70% der gesamten österreichischen Produktion bereitgestellt wurden. Das Burgenland lieferte mit 500 t rund 15% der Gesamtmenge. Aber auch hier gab es beachtliche Einbußen zum Vorjahr (-27%). Oberösterreich stellte durch eine deutliche Flächenausweitung erstmals ein nennenswertes Volumen an Marillen bereit, das sich mit 150 t an die in der Steiermark produzierte Menge (230 t) annäherte.
Kulturheidelbeeren erzielten, in erster Linie auf steirischen und oberösterreichischen Flächen, mit 950 t eine etwas kleinere Produktion als im Vorjahr (-5%).
Winteräpfel:
Rückgang um 14% erwartetBei Winterkernobst aus Erwerbsanlagen bestätigt sich die Prognose des Vormonats. Die aktuellen Ernteschätzungen gehen bei Winteräpfeln von 189.400 t aus (-14% zu 2009), was einem Rückgang um 4% im Vergleich zum langjährigen Mittel entsprechen würde. Bei Winterbirnen wird mit einer Menge von 4.800 t (-6%) gerechnet. Das bedeutet ein Minus von 9% gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt.
Einbußen auch in ExtensivobstanlagenIn den heimischen Extensivobstanlagen (Streuobstbau) war bei Marillen ebenfalls ein beachtliches Ertragsminus von 39% gegenüber dem - allerdings sehr ergiebigen -Vorjahr zu verzeichnen: Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt lagen die Einbußen "nur" bei 7%. Bei Winteräpfeln gehen die derzeitigen Prognosen von um 7% geringeren Erträgen als im vergangenen Jahr aus und bei Winterbirnen wird das prognostizierte Minus mit 34% beziffert.
Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich
Veröffentlichungsdatum: 09.09.2010
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