Doha-Runde: EU macht die grössten Zugeständnisse
93 Prozent der Zugeständnisse im Landwirtschaftsbereich bei den WTO-Verhandlungen stammen von Industrieländern. Davon entfällt der grösste Teil auf die EU.64 Prozent der im Agrarbereich gemachten Zugeständnisse gehen beim derzeitigen Verhandlungsstand auf das Konto der Europäischen Union. Die USA hingegen steuern nur gerade 6,2 Prozent bei. Gerade umgekehrt verhält es sich bei den durch einen Freihandel erzielten Vorteilen: Während die EU nur 8 Prozent von einem liberalisierten Markt profitieren würde, brächten es die USA auf 13 Prozent. Zu diesem Ergebnis sind US-amerikanische Wissenschaftler des Washingtoner Peterson Institute for International Economics (IIE) gekommen.
Die Zugeständnisse der EU – etwa Zollsenkungen oder Abschaffung von Exportbeihilfen – belaufen sich auf mehr als 11 Milliarden US-Dollar. Die Vorteile für die europäische Landwirtschaft infolge einer Liberalisierung würden sich auf lediglich 1,8 Milliarden US-Dollar belaufen, wie aiz.info berichtet. Zu den Profiteuren gehören hingegen hauptsächlich Schwellenländer wie Brasilien.
Auch wenn 93 Prozent der Zugeständnissen im Landwirtschaftsbereich von Industriestaaten stammen, sei ein Abbruch der Verhandlungen ein Fehler, schreiben die amerikanischen Wissenschafter. Denn von einem liberalisierten Agrarhandel würden alle profitieren: Für die Industriestaaten ergebe sich ein BIP-Wachstum von 0,3 Prozent und für die Schwellen- und Entwicklungsländer eines von 1,3 Prozent.
Quelle: lid.ch
Veröffentlichungsdatum: 31.08.2010
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