Rund 100 persönlich anwesende Anteilseigner und weitere 273 Aktionärsvertretungen des größten deutschen Obstbaubetriebes – damit insgesamt 41,2 % vertretenes Kapital – waren in den Morgenstunden des Sonnabends angereist, um den Bericht des Vorstandsvorsitzenden Gerd Kalbitz über den Verlauf des zurück liegenden Geschäftsjahres 2009 entgegen zu nehmen.
In seinem Rechenschaftsbericht verwies der 59-jährige Diplomgartenbauingenieur, der bereits seit 20 Jahren an der Spitze des Unternehmens steht, darauf, dass 2009 monetär zwar nicht das beste, so aber doch das stärkste Jahr in der bislang doch recht wechselhaften Geschichte der Obstland Dürrweitzschen AG war.
So weist das Konzernergebnis für 2009 dennoch einen respektablen Gewinn in Höhe von 360.962,12 € aus, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt gar bei 5.584.613,28 €.
Aber auch das Jahresergebnis der Holdinggesellschaft stellt sich mit einem Gewinn in Höhe von 261.872,57 € positiv dar.
Auch die Obsterntemengen können sich sehen lassen: so wurde das zurück liegende Jahr von einer neuerlichen Rekordernte gekrönt. Insgesamt wurden 46.909 Tonnen Obst von den Bäumen, Sträuchern und Pflanzen geerntet – soviel wie noch nie zuvor im „Obstland“.
Die konsolidierten Umsätze in der derzeit 15 Tochtergesellschaften umfassenden Obstland-Unternehmensgruppe haben 2009 wieder die magische 50-Millionen-Schwelle überschritten und mit exakt 50.314.285,67 € eine bis dato noch nie da gewesene Höhe erreicht.
Allein im absoluten Kerngeschäftsfeld – der Obsterzeugung – (darin eingeschlossen die Umsätze der Sachsenobst Vermarktungsgesellschaft) betrugen die Umsätze im Berichtsjahr 23.168.834,49 €.
Im zweiten Kerngeschäftsfeld – der „Obstverarbeitung“ in der der Kelterei Sachsenobst – überschritten die Umsatzerlöse 2009 neuerlich die 6 Mio.-€-Schwelle. So betrugen die konsolidierten Umsatzerlöseder Kelterei 6.129.225,24 €.
Die jährliche Gesamtfüllmenge der Kelterei Sachsenobst, die ihre Produktionsstätte in Neugreußnig bei Döbeln betreibt, wurde seit dem Erwerb des ehemaligen Familienkeltereibetriebes „Hirschberger“ am Anfang der Neunziger Jahre bis heute verdreizehnfacht.
Im Übernahmejahr waren es „nur“ rd. 540 Tausend Liter Fruchtsäfte, Nektare und Obstweine, die in rd. 771 Tausend ausschließlich 0,7 Liter-Euroflaschen mit Kronkorkenverschluss abgefüllt wurden, während die Füllmenge 2009 insgesamt rd. 7 Millionen Liter betrug, die in mehr als 8,6 Millionen verschiedene Behältnisse mit unterschiedlichen Füllgrößen abgefüllt wurden.
Von besonderer Bedeutung für die positive Ergebnisgestaltung waren auch im Berichtsjahr wieder die verschiedenen Standbeine des Unternehmens. Neben der Erzeugung, Lagerung, Sortierung, Verarbeitung und Vermarktung von hierzulande gewachsenem Obst wird die Unternehmensgruppe auch durch periphere ge4schäftsbereiche nachhaltig getragen.
Demnach trugen allein die beiden zur Obstland-Gruppe gehörigen Handwerksunternehmen Mildensteiner Baugilde GmbH und Elektro GmbH Mutzschen mit rd. 8,8 Millionen € Umsatz und ebenfalls signifikanter Gewinngröße zum vorjährigen Unternehmenserfolg bei.
Und auch der Handels- und Dienstleistungsektor (Getränkefachgroßhandel und Wohnungsverwaltung) steuern unübersehbare Umsätze und Ergebnisse zur positiven Unternehmensentwicklung bei.
Gerd Kalbitz führte rückblickend auf die Entwicklung von Konzern und Holding resümierend aus: „Der Obstland Dürrweitzschen AG und den mit ihr verbundenen Unternehmen ist es in den vergangenen 19 Jahren Marktwirtschaft erfolgreich gelungen, mit ihren Produkten und Leistungen auf dem Markt festen Fuß zu fassen und sich bei den für sie relevanten Handels- und Geschäftspartnern zu etablieren. Darüber hinaus hat sie ebenso erfolgreich die Erzeugung der landwirtschaftlichen Urprodukte wie auch ihre Verarbeitung in bedeutsamen Dimensionen gesteigert. So ist es gelungen, die Obsterzeugung auf einer gegenüber 1991 nahezu um ein Fünftel reduzierten Obstanbaufläche bis jetzt mehr als zu verdoppeln! Allein bei Äpfeln, unserem Haupterzeugnis, stieg die Flächenproduktivität über alle Sorten seit 1991 von rd. 15 Tonnen je Hektar bis heute auf rd. 38 Tonnen je Hektar.“
Trotz dieser rundum positiven Entwicklung gab es allerdings auch noch einen kleinen Wermutstropfen zu verdauen.
Mit Blick auf die für die Landwirtschaft in diesem Jahr katastrophale Witterung – Gerd Kalbitz erwähnte nach Kälte und Nässe zur Blüte sowie nach Hitze und Trockenheit im Wachstumsstadium aktuell den gerade am Vorabend der Hauptversammlung über einen Teil des Obstlandes hinweg gezogenen Hagelschauer, der die gerade reifenden Äpfel getroffen habe – minderte der gestandene Unternehmensmanager seine noch im April des Jahres im Konzernlagebericht geäußerten Ergebniserwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Demnach „liegt 2010 im besten Falle noch ein ausgeglichenes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im anzunehmenden Bereich des „wahrscheinlich Möglichen““.
Die anwesenden Aktionäre und Aktionärsvertreter erteilten einmütig sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2009 Entlastung und beschlossen darüber hinaus, den ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 197.251,50 € für die neuerliche Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 50 EUROCENT je empfangsberechtigter Aktie zu verwenden – das ist bereits die vierte Ausschüttung in Folge.
Auch die anderen Beschlussvorschläge der Verwaltung über eine Geschäftsordnung der Hauptversammlung und 13 Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge wurden mit 100 % Zustimmung gefasst.
Veröffentlichungsdatum: 30.08.2010
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