Österreich: Wlodkowski - "Jeder Euro an unsere Bauernfamilien ist gerechtfertigt"
"In der Diskussion über mögliche Kürzungen bei Agrarförderungen, ist festzuhalten, dass knapp 60 Prozent der österreichischen Bauern maximal 10.000 Euro erhalten und rund 98,5 Prozent der Landwirte für ihre Arbeit maximal 50.000 Euro bekommen. Das sind insgesamt rund 90 Prozent aller Mittel. Nur ein ganz kleiner Teil der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe erhält mehr als 50.000 bzw. über 100.000 Euro. Faktum ist, dass aber alle Landwirte zusammen für diese finanziellen Zuwendungen auch eine Fülle von Gegenleistungen erbringen, angefangen bei der Erhaltung einer intakten Kulturlandschaft, der Sicherung der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln bis hin zu einer Reihe von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen.
Wer jetzt in der öffentlichen Diskussion den Eindruck erwecken will, dass die kleineren Betriebe von den Kürzungen der Großbetriebe profitieren könnten, agiert absolut unseriös", kritisierte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer, die jüngsten Aussagen bezüglich der Kürzungen bei den Agrarförderungen und verwehrte sich einmal mehr dagegen, dass Agrarförderungen immer wieder für sozialistische Umverteilungsdiskussionen herangezogen werden.
Der mehr als 20-prozentige Einkommensverlust der Bauern untermauere drastisch die zentrale Forderung der Bauernvertretung an alle Verantwortlichen in Brüssel und in Wien, nicht über Agrarbudgetkürzungen die finanzielle Basis der Agrarpolitik auszuhöhlen bzw. durch unseriöse Diskussionen eine negative Stimmung gegen die Bauern in Österreich zu schüren.
Derzeit belaufen sich die Kosten für die Gemeinsame Agrarpolitik in der Europäischen Union auf rund 0,46 Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben. Das heißt, dass Bäuerinnen und Bauern in Österreich und in den anderen EU-Ländern mit weniger als einem halben Prozent der Budgetgelder die Ernährung für mehr als 500 Millionen Menschen in Europa sichern, die Kultur- und Erholungslandschaft pflegen und wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Motor in den ländlichen Regionen sind.
"Wieviel Geld nun jeder einzelne Bauer konkret erhält, findet man auch in der Transparenzdatenbank, deren routinemäßige Aktualisierung einmal mehr beweist, dass Österreichs Bäuerinnen und Bauern absolut nichts zu verbergen haben. Hier sind nicht nur die Summen angeführt, die die einzelnen Betriebe erhalten, sondern auch die Gegenleistungen, die sie dafür erbringen, wie die Sicherung der Ernährung, der Umwelt- und Naturschutz, die Belebung und Stärkung des ländlichen Raums und die Erhaltung der Bewirtschaftung in abgelegenen Gebieten des Landes.
Jeder Euro an unsere Bauernfamilien ist daher bestens investiert und gerechtfertigt, weil schließlich auch Gegenleistungen für die gesamte Gesellschaft erbracht werden", erklärte Wlodkowski abschließend.
Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich
Veröffentlichungsdatum: 24.08.2010
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