Italien: Verfrühte Apfelblüte in Südtirol, Interpoma macht eine Bestandsaufnahme
Europas größtes Anbaugebiet zeigt sich von seiner prächtigsten Seite
In Südtirol hat die Apfelblüte zwei Wochen zu früh begonnen. Interpoma, die internationale Fachmesse für Anbau, Lagerung und Vermarktung des Apfels, die vom 15. bis 17. November 2012 in Bozen stattfinden wird, spricht mit zwei Experten darüber.
Interpoma 2012, die internationale Fachmesse für Anbau, Lagerung und Vermarktung des Apfels, die vom 15. bis 17. November in Bozen stattfinden wird, sieht sich in diesem Jahr einer außergewöhnlichen Saison der Südtiroler Äpfel gegenübergestellt. Wenn es einerseits noch etwas früh für Schätzungen zur Ernte und Produktion ist, da viele Faktoren noch unbekannt sind, ist es andererseits eine Tatsache, dass in diesen Tagen mit etwa zwei Wochen Verfrühung die Apfelblüte bereits in vollem Gang ist.

Kurth Werth, Obstbauexperte und Organisator des auf der Interpoma veranstalteten Kongresses “Der Apfel in der Welt”, hat keine Zweifel: “Was gerade in Südtirol passiert – erklärt er – ist außergewöhnlich. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen Anfang März hat die Apfelblüte etwa 2 Wochen zu früh eingesetzt. Diese Situation könnte ein Problem darstellen, da es gleichzeitig auch zu wenig geregnet hat, doch ist es noch früh für Prognosen. Eines kann man jedoch bereits festhalten: Viele Wissenschaftler behaupten, dass sich das Klima ändert, und tatsächlich können wir das auch in Südtirol feststellen. Im Vergleich zu den achtziger Jahren liegen heute die Temperaturwerte im Mittel um 2 Grad Celsius höher. Positiv ist, dass die Bienen fliegen und daher gute Bedingungen für die Bestäubung gegeben sind”.
Wolfgang Drahorad, Mitarbeiter des Studiengangs Agrarwissenschaften und Agrartechnologie der Freien Universität Bozen, bestätigt: “Gegenüber einem Mehrjahresdurchschnitt hat in diesem Jahr die Äpfelblüte in Südtirol eindeutig verfrüht begonnen. Normalerweise erwarten wir sie um den 8. oder 10. April, diesmal hat sie bereits in den vergangenen Tagen begonnen. Diese Situation könnte aufgrund der Nachtfrostgefahr, die bis zum 10. – 15. Mai nicht auszuschließen ist, gefährlich sein. In jedem Fall kann man dieser Gefahr mit einer guten Frostschutzberegnung begegnen, die die große Mehrheit der Apfelbauern durchzuführen weiß”.
In Südtirol wird heute auf 18.500 Hektar Fläche Apfelanbau betrieben, was einer Gesamtproduktion von ca. 950.000 Tonnen Äpfeln entspricht. Es ist daher kein Zufall, dass genau in dieser Region die alle zwei Jahre veranstaltete Apfel-Fachmesse Interpoma stattfindet. Zur letzten Interpoma 2010 strömten über 14.000 Besucher aus 58 Ländern, was dieses Event zur weltweit wichtigsten Fachmesse der gesamten Fruchthandelsbranche macht. Die Ausgabe 2012 zeichnet sich durch die Anwesenheit Hunderter von Ausstellern aus allen Sparten der Branche sowie ein reichhaltiges Rahmenprogramm aus, darunter der internationale Kongress ‘Der Apfel in der Welt’. Verschiedene Themen stehen auf der Tagesordnung: am ersten Kongresstag geht es um Produktion, Vertrieb und Verbrauch, am zweiten Tag wird über Bodenmüdigkeit und Nachbauprobleme diskutiert und am dritten Tag stehen neue Forschungsergebnisse und genetische Verbesserungen im Mittelpunkt.
Die Interpoma 2012 wird vom 15. bis 17. November in den Hallen der Messe Bozen (Südtirol/Italien) stattfinden.
www.interpoma.it
Quelle: Messe Bozen Südtiroler Apfel
Veröffentlichungsdatum: 17.04.2012
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