Keine Ernteeinbußen bei Bioäpfeln
Die europäische Bioapfelernte 2010 erreicht mit 93.300 Tonnen die Größenordnung des Vorjahres. Dies geht aus einer Erhebung der Mitglieder des Europäischen Bioobstforums in ihren Regionen hervor. Die AMI hat die Daten zusammengefasst und für die Biobranche interpretiert.
Sehr unterschiedlich waren das Blühwetter und die Befruchtungsverhältnisse bei den einzelnen Sorten und in den Regionen Europas. Davon profitiert haben die Sorten Braeburn (+1.300 Tonnen), sowie Gala, Idared und Pinova. Sie sind die Aufsteiger der Saison. Golden mit seinem Angebotsschwerpunkt in Südtirol hat seinen Mengenanteil gehalten. Elstar (-2.400 Tonnen), Jonagold und zum Teil Topaz zeigen geringere Ernten im Vergleich zum Vorjahr.
Regional verhält sich die Ernte ähnlich wie im konventionellen Bereich. Südlich der Alpen gibt es gute Erträge mit einem zusätzlich Anstieg der Produktionsfläche, nördlich der Alpen alternanzbedingt niedrigere Erträge. Die Sortenvielfalt bei Bioäpfeln ist spürbar größer als bei konventionellen Äpfeln. 90% der Mengen verteilen sich auf 15 Sorten. Die Hauptsorte stellt Golden Delicious, gefolgt von Gala, Jonagold, Topaz, Braeburn und Elstar.
Höhere Bio-Mengen von Neuumstellern gab es 2010 in Südtirol und Österreich. Diese Mengen haben die Mindererträge einzelner Sorten europaweit aufgefangen. Die Erntemenge bei der Umstellungsware (U-) erreicht nur noch eine Größenordnung von 4.000 t hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert.
Die eingelagerte Qualität wurde von allen Regionen als sehr gut beschrieben. Vor allem die Druckfestigkeit und der Zuckergehalt liegen über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Bei einigen Sorten gab es Probleme mit Schorf und Apfelwickler. Diese Mengen sind der aufnahmefähigen Verarbeitungsindustrie zugeflossen. Die Fruchtgröße fällt allgemein etwas kleiner als im Vorjahraus.
Die Vermarktungseinrichtungen im Biobereich haben viel in neue Lagertechnologien wie DCA-Lager investiert. Damit sind sie in der Lage, 12 Monate durchgehend Bioäpfel in ansprechender Qualität und somit bis weit in den Sommer hinein an ihre Kunden zu liefern.
Seit Erntebeginn 2010 wurden bis zum 1. November 24.000 Tonnen europäische Bioäpfel verkauft. Dies entspricht einer Steigerung von 3.000 Tonnen gegenüber 2009. Begünstigt wurde diese Situation durch die schwächere Eigenversorgung aus den Hausgärten, durch geräumte Lager aus der Vorjahressaison (inkl. Übersee), und einer insgesamt entspannten Situation am Apfelmarkt.
Man ist zuversichtlich, dass die Nachfrage für Bioäpfel in Europa stetig wächst. So weisen der konzentrierte Lebensmitteleinzelhandel und der Naturkostfachhandel in Deutschland zusammen einen Zuwachs von 7 % gegenüber dem Vorjahr auf.
Die Bio-Birnenernte fällt mit 3.600 Tonnen um 200 Tonnen niedriger als im Vorjahr aus. Die Sorte Conference hat um 50 t zugelegt, während sich für Uta ein Ernteminus von 180 Tonnen ergibt. Die Ausgangslage der Saison wird allgemein als gut betrachtet.
Quelle: EBF / AMI
Veröffentlichungsdatum: 30.11.2010
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