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Donnerstag, 02.09.2010 E-mail

Nun auch Kirschen mit Südtiroler Qualitätszeichen

Kirschenanbau als neuer, lukrativer Betriebszweig

BOZEN - Die Familie der Qualitätszeichenprodukte wird immer größer. Nun gehören auch die Kirschen zu den Produkten, welche das Qualitätszeichen Südtirol tragen dürfen. Dem sommerlichen Genuss mit Südtiroler Kirschen steht also nichts mehr im Wege, denn Kirschen haben wenig Kalorien und viele Vitamine.

(c) EOSDie Süßkirschen gehören – wie auch die Erd- und Himbeeren - zu der Produktgruppe „Beeren und Steinobst“. "Geprüfte Qualität ist für Konsumenten heute mehr denn je ein grundlegendes Kriterium für die Wahl der Produkte. Ein gemeinsamer Auftritt von kontrollierten und geschützten Qualitätsprodukten bringt große Vorteile für Verbraucher, aber auch der Hersteller zieht einen Nutzen durch eine gebündelte Vermarktung der Produkte unter dem Qualitätszeichen,“ ist Landesrat Thomas Widmann, der für das Qualitätszeichen zuständig ist, überzeugt.

Die Qualitätskirschen müssen gesund, vollreif, mit sortentypischer einheitlicher Farbausprägung sein, einen Mindestdurchmesser von 22 mm haben und mit dem gesamten Stengel händisch gepflückt werden. Der Zuckergehalt muss min. 16 Grad Brix betragen, sodass die Süße der Früchte garantiert wird. Alle Vorschriften bezüglich der Qualitätskriterien sind in einem Pflichtenheft gesammelt. Dieses sieht vor, dass jeder Produzent ein Betriebsheft führt, in dem alle Pflanzenschutz- und Pflegemaßnahmen aufgezeichnet werden. Die Überprüfung der Qualität und Herkunft erfolgt stichprobenweise durch eine unabhängige Kontrollstelle. Das Anbaugebiet muss auf einer Meereshöhe von min. 500 m ü.d.M. liegen. Hauptanbaugebiete sind zurzeit das Eisack- und Etschtal sowie der Vinschgau und in kleinem Rahmen auch das Pustertal.

Bis dato werden in Südtirol auf ca. 50 ha zwischen 750 und 1.100 m ü.d.M. Kirschen angebaut. Wenn diese Anlagen in Vollertrag sind, so versprechen sie eine Ernte von ca. 750.000 kg Kirschen. Die Ernte beginnt Anfang Juli und dauert bis Ende August. Die Kirschen mit dem Südtiroler Qualitätszeichen werden frisch vermarktet und sind in den Detailgeschäften der MEG Erzeugergenossenschaft in Martell und der Egma Obstversteigerung in Vilpian erhältlich. Beide sind als Markennutzer bei der EOS - Export Organisation Südtirol der Handelskammer Bozen eingetragen.

(c) EOS
Kirschen mit dem Südtiroler Qualitätszeichen

Erfolg durch Qualität

„Der Anbau von Kirschen mit Südtiroler Qualitätszeichen zeichnet sich als zukunftsträchtiger, lukrativer Betriebszweig ab. Er stellt vor allem für Bauern einen interessanten Nebenerwerb dar,“ sind sich Peter Gamper, Geschäftsführer der MEG Erzeugergenossenschaft Martell, und Markus Tscholl, Versteigerungsleiter der Egma Obstversteigerung Vilpian, einig. Die Nachfrage nach Kirschen liegt im Trend, auch wenn im Vergleich zum Obst- und Weinbau der Anteil des Stein- und Beerenobstes am landwirtschaftlichen Umsatz gering ist. Weltweit ist die Türkei der größte Produzent von Kirschen. Das Erfolgsrezept liegt in der Produktion von Qualitätsware. Durch das langsamere Heranreifen in der relativ hohen Lage entwickeln die Qualitätskirschen viel Geschmack und sind von hoher Qualität. Sie reifen später als in tiefer gelegenen Anbaugebieten. Diese Zeitverzögerung stellt auch einen Wettbewerbsvorteil dar.

In Südtirol wird vorwiegend die Sorte Kordia und Regina angebaut. Die Bäume werden max. 4,5 m hoch, wachsen ideal an luftigen Hängen und erreichen im 5. Jahr Vollertrag. Durch die geringe Höhe der Bäume kann etwa die Hälfte der Ernte vom Boden aus durchgeführt werden. Die geringe Baumhöhe erlaubt außerdem die Anbringung eines Regenschutzes. Der Schutz vor Regen ist vor allem deshalb wichtig, da in den letzten 10 Tagen vor der Ernte die Fruchtgröße bis zu 15% zunimmt und Regen in dieser letzten Reifungsphase der Qualität der Früchte schadet.



Quelle: EOS
Veröffentlichungsdatum: 05.07.2010
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