Spucke von Kartoffelmotte steigert den Ertrag
Der Speichel der Guatemala Kartoffelmotte (Tecia solanivora) kann möglicherweise dazu eingesetzt werden, deutliche Ertragssteigerungen in der Kartoffelproduktion zu erzielen. Dieses Fazit haben Wissenschaftler der Universität Göttingen aus einem Forschungsprojekt gezogen, das sie zusammen mit Kollegen der US-amerikanischen Cornell University in Ithaca und der Universidad Nacional de Colombia in den kolumbianischen Anden durchgeführt haben.
Der Speichel der Mottenlarven enthalte Wirkstoffe, der die Pflanzen anrege, größere Knollen zu produzieren. Die befallene Kartoffel selbst bleibe zwar kleiner, die gesunden Knollen würden jedoch deutlich schwerer. Wenn die Schädlingslarven weniger als 10 % der Knollen befallen, produziere die Pflanze einen 2,5-fach höheren Ertrag als ohne Schädlingsfraß, erklärte die Universität.
In Feldstudien, bei denen bis zu 20 % der Kartoffelpflanzen infiziert gewesen seien, habe man immer noch doppelt so viel geerntet wie bei gesunden Pflanzen. Und selbst bei einem Befall jeder zweiten Knolle habe der Ertrag immer noch dem von Pflanzen ohne Schädlingsbefall entsprochen. Wie die Hochschule hervorhob, könnten die Forschungsergebnisse „weitreichende Konsequenzen“ für Kartoffelanbauer haben, wenn es gelinge, den Speichel der Mottenlarven gezielt zur Ertragssteigerung zu nutzen. (Agra-Europe)
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Quelle:
Oekolandbau NRW
Veröffentlichungsdatum: 11.06.2010