Österreich: Obstbauern des Burgenlandes ziehen "durchwachsene" Bilanz über 2009
Menge und Qualität sehr zufriedenstellend, Preissituation ein Trauerspiel
Der burgenländische Erwerbsobstbau konnte im Vorjahr, trotz Wetterkapriolen, mit 264.200 Tonnen Tafelobst eine 10% höhere Ernte als 2008 einfahren. Die höheren Erträge bei den meisten Sorten seien vor allem auf die enormen Fruchtgrößen zurückzuführen, aber auch qualitativ sei die Produktion 2009 weitgehend zufriedenstellend verlaufen, teilte der Präsident der Landwirtschaftskammer, Franz Stefan Hautzinger, anlässlich des Landesobstbautages am vergangenen Wochenende mit. "Alles andere als erfreulich" für die Obstbauern sei hingegen die Preissituation auf den Märkten, beklagte der Interessenvertreter.
Ertragsausfälle aufgrund des ungünstigen Wetterverlaufes gab es laut Hautzinger nur regional; von Qualitätseinbußen waren primär extensiv bewirtschaftete Anlagen betroffen. Das Stein- und Beerenobst habe auf das feuchte Wetter empfindlicher als das Kernobst reagiert und sei sehr anfällig für Pilzerkrankungen wie Monilia und Fruchtfäule gewesen. Größere Schäden in Erwerbsobstanlagen hätten die Produzenten aber durch zeitgerechte und gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen sowie einen erweiterten Einsatz von Hagelnetzen vermeiden können, so der LK-Präsident.
Preissituation ein "Trauerspiel"Ein wahres "Trauerspiel" sei hingegen die Preissituation auf den Märkten. Lagen die Verkaufspreise für Äpfel noch vor zwei Jahren bei 50 Cent pro Kilogramm, so zahlt der Handel heute im Schnitt nur 20 Cent. Um kostendeckend wirtschaften zu können und eine Zukunftsperspektive zu haben, müssten der Handel und die Lebensmittelketten den Obstbauern entsprechende Erzeugerpreise bezahlen, fordert Hautzinger, und diese dürften für ein Kilogramm Äpfel nicht unter 40 Cent liegen.
Erfreuliche Entwicklung bei der Veredelung"Hoch erfreut" zeigte sich Hautzinger über die Spitzenqualität der veredelten Obstprodukte: "Wenn wir Marktnischen erfolgreich nutzen wollen, so ist absolute Professionalität und beste fachliche Qualifikation eine wichtige Voraussetzung." Die Spitzenergebnisse bei den Landesprämierungen für Edelbrände, Liköre, Obstsäfte und Most haben in den vergangenen Jahren eine kontinuierliche Qualitätssteigerung aufgezeigt, was vor allem auf die verstärkte Beratung seitens der LK und des Obstbauverbandes zurückgeführt wird sowie auf den Ehrgeiz der Obstbauern, beste Veredelungsprodukte zu erzeugen, für die gute Preise zu erzielen sind.
Mit den Obst-Genussregionenen des Landes ("Südburgenländischer Apfel", "Wiesener Ananas Erdbeeren", "Kittseer Marille" und "Leithaberger Edelkirsche") stünden dem Obstbau werbestrategische Plattformen zur Verfügung, die eine hervorragende Ausgangslage für eine Positionierung bei den Verbrauchern bieten, so der LK-Präsident weiter. Nun gehe es darum, vorhandene Möglichkeiten gezielt zu nutzen, um mit hochqualitativen Früchten wieder Erlöse zu erwirtschaften, "die dem heimischen Obstbau eine stabile und zukunftsweisende Lebensgrundlage bieten".
Quelle: lk-oe.at/Landwirtschaftskammer Österreich
Veröffentlichungsdatum: 11.03.2010
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