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Vom Exoten zum regionalen Superfood: Uni Hohenheim erhält Sortenschutz für erste deutsche Chia-Sorte "Juana"

Das Bundessortenamt hat eine Züchtung der Universität Hohenheim in Stuttgart als erste Chia-Sorte in Deutschland zugelassen. Damit ist der Weg frei für den gewerbsmäßigen Anbau des Superfoods in hiesigen Breiten. So kann es der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Foto © Universität Hohenheim / Samantha Jo Grimes / Key Visual: Potente/unger+
Die blau blühende Chia-Pflanze ist im Spätsommer auch eine ideale Bienenweide. Foto © Universität Hohenheim / Samantha Jo Grimes / Key Visual: Potente/unger+

Regionaler Anbau von Chia verbessert Ökobilanz

Der regionale Anbau auf deutschen Äckern soll auch dazu beitragen, die Umweltbelastung durch Pestizide und Kohlendioxid deutlich zu reduzieren und dazu führen, dass in Südamerika die einheimische Bevölkerung eines ihrer Grundnahrungsmittel verstärkt wieder selber nutzt. Gesucht sind nun Saatzuchtfirmen, die „Juana“ in ihr Programm aufnehmen und Landwirten zur Verfügung stellen wollen.

Nicht umsonst tragen sie den Beinamen „Gold der Azteken“: Die Samen der Chia-Pflanze (Salvia hispanica L.) gewannen in den letzten Jahren in Europa sehr stark an Popularität und sind fast überall in den Supermarktregalen zu finden.
 
Ursache ist das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher und die damit verbundene Nachfrage nach so genannten funktionellen Lebensmitteln und „Superfoods“, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Tatsächlich weisen Chia-Samen einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) in einem ernährungsphysiologisch günstigen Verhältnis sowie einen außergewöhnlichen hohen Gehalt an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien auf.

Anbau von Superfood ökologisch oft problematisch
 
Doch noch immer stammen die Chia-Samen in deutschen Supermarktregalen zum größten Teil aus Südamerika – nicht unbedingt zum Vorteil für Mensch und Umwelt: Der Transport um die halbe Welt führt zu einem enormen Kohlendioxid-Ausstoß. Um die erhöhte Nachfrage befriedigen und den Ertrag steigern zu können, setzen zudem die lokalen Landwirte in Südamerika vermehrt Pestizide ein.

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Quelle: Universität Hohenheim

Veröffentlichungsdatum: 12. Mai 2021