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European Convenience Forum 2022: Frische Ideen für die Branche

Wie ist das zögerliche Verkaufsverhalten bei Convenience-Produkten in den deutschen Obst & Gemüse-Abteilungen zu erklären? In den Niederlanden sind z. B. Kochboxen der Renner und in Amerika geben die Verbraucher fünfmal so viel Geld aus für Fresh Cut-Produkte als in Deutschland. Beim ECF in Bonn wurde dazu intensiv diskutiert.

ECF Foto © AMI

Benjamin Singh von Food Freshly zeigte auf, wie sich der US-Markt für Fresh Cut weiterentwickelt und welche Lerneffekte man aus diesem Erfolgsbeispiel für die deutsche Convenience-Branche ziehen könnte. Dazu gehörte die Etablierung von Premium-Marken und die Kooperation ebendieser, ein umfassendes Angebot für vielfältige Lebenssituationen und die Erwähnung möglichst viele sogenannte „Health Claims“ auf den Verpackungen. Auch staatliche Förderprogramme hätten dort für Wachstum des Marktes gesorgt.
Technischer wurde es bei Prof. Stefan Töpfl von der Hochschule Osnabrück, der Möglichkeiten zur Verlängerung der Haltbarkeit und der Entkeimung von Obst und Gemüse in der Verarbeitung gab und innovative Methoden zur Strukturveränderung der Produkte aufzeigte, die nachfolgende Arbeitsschritte deutlich vereinfachen oder optimieren können.

Ruurd Schut vom niederländischen Maschinenbauer Jasa erklärte, dass man bei der Entwicklung der Maschinen den Fokus auf breit gefächerte Anwendungsmöglichkeiten mit leichter Umrüstung legt. Dabei arbeite man mit Lieferanten der Verpackungsmaterialien genauso zusammen wie mit dem LEH, um eine optimale Lösung zu finden.

Als ideale Lösung, insbesondere im B2B-Bereich, stellte Johan Otto von Smit’s Uien die vorgeschnittenen Zwiebeln seines Unternehmens vor. Dies spare nicht nur Zeit, sondern reduziere dank exakter Schnittgröße sogar Lebensmittelverschwendung.

Nachhaltige Strategien liegen auch Nicolas Juignet, Agronomy Director der französischen Floréale Holding, am Herzen. Dazu gehöre neben einer angemessenen Bezahlung der Landwirte auch eine effiziente Produktion, um Lebensmittel- oder Ressourcenverschwendung zu vermeiden.

Olaf Hohmann vom EHI Retail Institut zeigte auf, was Conveniene leisten kann und welche Vorteile – weniger Arbeit und Vorbereitungszeit, bessere Planbarkeit, es wird weniger weggeworfen, weniger aufwendige Vorratshaltung, gleichbleibender Geschmack der Gerichte, aber auch Nachteile – Convenience-Produkte sind teurer als selbst verarbeitete Rohware, Einsatz von Konservierungsstoffen, teilweise schlechtes „Image“, der Verbraucher damit verbindet.

Die abschließende Fragerunde nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung um die vorgestellten Ideen und Konzepte zu diskutieren.

www.ami-akademie.de

Quelle und Copyright: AMI-Akademie / AMI-informiert.de (AMI, 20.06.2022)

Veröffentlichungsdatum: 23. Juni 2022