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Deutsche Umwelthilfe fordert mit Bauern- und Entwicklungsverbänden Verbot des Einkaufs unterhalb der Produktionskosten

Während bei Supermärkten steigende Gewinne prognostiziert werden, können viele Bäuerinnen und Bauern nicht mal Produktionskosten decken.

Bildquelle: Shutterstock.com Einkauf
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Zum Start der Internationalen Grünen Woche warnt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit den Verbänden European Milk Board (EMB) und INKOTA-netzwerk vor absurden Krisenprofiten des Lebensmittelhandels und der Ernährungsindustrie auf Kosten von kleinbäuerlichen Betrieben und der Agrarwende.

Während die Preise in Supermärkten laut Statistischem Bundesamt mit 20 Prozent über dem Vorjahresniveau etwa doppelt so stark steigen wie die allgemeine Inflation, können viele Milch-, Schweine- und Biohöfe am anderen Ende der Lieferkette noch immer nicht ihre Produktionskosten decken. Das bringt sie nicht nur wirtschaftlich in eine prekäre Lage, sondern bremst noch dazu die klimafreundliche Transformation der Landwirtschaft aus. Um das zu stoppen, fordern die Verbände Landwirtschaftsminister Özdemir auf, den Einkauf unterhalb der Produktionskosten schnellstmöglich zu verbieten.

in den globalen Lieferketten sind Kleinbäuerinnen und -bauern zunehmend bedroht. So ist beispielsweise in Ecuador die Anzahl der bananenproduzierenden Familienbetriebe mit einer Fläche von weniger als fünf Hektar zwischen 2015 und 2018 um 60 Prozent gesunken.

Evelyn Bahn von INKOTA-netzwerk: "Agrarprodukte wie Kaffee, Kakao oder Bananen werden aus Ländern des globalen Südens importiert. Armut, Kinderarbeit und Arbeitsrechtsverletzungen gehören zum Alltag vieler Bäuerinnen und Bauern. Eine der Ursachen sind zu niedrige Preise für die Agrarprodukte."

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Quelle: Ot/Deutsche Umwelthilfe e.V.

Veröffentlichungsdatum: 23. Januar 2023