Artikel lesen

CopaCogeca Video: EU-Agrargemeinschaft kann EU-Mercosur-Freihandelsabkommen nicht unterstützen

Eine neue Kampagne soll darlegen weshalb die EU-Agrargemeinschaft das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen in seiner derzeitigen Form nicht unterstützen kann Die Gespräche über die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen Europa und den Mercosur-Ländern wurden mit Beginn der portugiesischen Ratspräsidentschaft wieder aufgenommen.
 


COPA COGECA YouTube

CopaCogeca, CIBE und AVEC haben beschlossen, eine neue Kampagne in den sozialen Medien ins Leben zu rufen, um auf den Punkt gebracht und mit konkreten  Beispielen  darzulegen  welche  Befürchtungen  dieses Abkommen in der Agrargemeinschaft auslöst.

In einem am Donnerstag veröffentlichten sechsminütigen Video stellen sich die drei europäischen Organisationen der Herausforderung, die drei Hauptgründe darzulegen,  die  sie  gegen  das  Juni  2019  getroffene  Abkommen  vorbringen.  Das Video  erinnert  in  der  Einleitung  daran,  dass  die  Agrargemeinschaft  die  EUHandelsagenda  unterstützt  hat  und  im  Vorfeld  des  Brexit  eine  Reihe  von Abkommen  begrüßt  hat.  Wie  jedoch  auch  vom  Parlament  wieder  betont  wurde, weist das Mercosur-Abkommen deutliche Unterschiede auf. In seiner jetzigen Form ist es für EU Landwirtinnen und Landwirte zu einem Zeitpunkt, wo sie Lösungen für die Umsetzung der Zielvorgaben des Green Deals suchen müssen, unakzeptabel.

Die  drei  zentralen  Gründe  werden  im  Video  eindeutig  dargestellt.  Erstens  ist  das Abkommen mit dem Mercosur im Kapitel Landwirtschaft unausgewogen, vor allem in  Bezug  auf  bereits  anfällige  Sektoren.  Ein  Beispiel  aus  dem  Rindfleischsektor verdeutlicht  auf  eingängige  Art  und  Weise  wie  dieses  Abkommen  die Verhandlungsmacht  zum  Nachteil  des  EU-Viehzuchtsektors  und  zugunsten  der großen Marktakteure in den Mercosur-Ländern verlagert.

Zweitens  fürchtet  die  europäische  Landwirtschaft  zurecht  die  kumulativen  und schwer  messbaren  Auswirkungen  aller  bereits  unterzeichneten  sowie  zukünftiger Abkommen.  Dies  wurde  in  einer  Studie  der  Kommission mit  einer  kumulativen Folgenabschätzung für landwirtschaftliche Produkte bestätigt. In diesem Kontext ist das  EU-Mercosur-Abkommen  der  Tropfen,  der  das  Fass  zum  Überlaufen  bringen könnte. Das Beispiel im Video spricht für sich: im Geflügelsektor wird pro Jahr so viel  aus  Mercosur-Ländern  importiert  werden,  wie  Dänemark,  Finnland  und Schweden zusammen produzieren.

Download Bericht hier (Pdf).

Quelle: CopaCogeca

Veröffentlichungsdatum: 16. Februar 2021