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Deutsches Obst und Gemüse: Der Startschuss für die Spargelsaison 2020 ist gefallen!

Endlich wieder frischer Spargel! Darauf freut sich die deutsche Spargelnation jedes Jahr aufs Neue. 131.000 Tonnen* oder 1,7 Kilogramm* pro Kopf konsumierten die Deutschen im vergangenen Jahr. Das entspricht rund 2 Milliarden Stangen – oder auch Spargel-Sticks im Lachs-Blätterteigmantel. (*AMI, Destatis)

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Vorfreude ist die schönste Freude. Das wissen vor allem Spargel-Liebhaber. Denn nach der relativ kurzen Genusssaison von April bis Juni beginnt das lange Warten. Das hat jetzt ein Ende! Der erste Spargel der Saison wurde bereits Anfang März in bodenbeheizten Anlagen gestochen und soeben ist auch der Startschuss für das erste Edelgemüse aus unbeheiztem Anbau gefallen. Jedes Jahr auf’s Neue ist das auch für die Spargelzüchter selbst eine spannende Zeit, denn die Spargelsaison lässt sich immer nur schwer vorhersagen, da sie äußerst wetterabhängig ist. In diesem Jahr ist es besonders „spannend“, denn die Ernte wird überschattet vom Thema Corona ...!

Spargel & Corona

Der Blick in die Spargeldämme ist vielversprechend, der auf den Personalmarkt könnte besser ausfallen. Denn aus Angst vor Ansteckung haben bereits erste Spargelstecher aus den Nachbarländern ihre saisonalen Engagements abgesagt. Andere wiederum kämpfen mit eingeschränkten Transportmöglichkeiten, Reiseformalitäten und Grenzschließungen. Um die diesjährige Spargelernte dennoch sicherzustellen, organisieren die Erzeuger-Betriebe und Genossenschaften wo immer möglich derzeit in Eigenregie Busse und Personentransporte, die die dringend benötigten Arbeitskräfte an der Grenze abholen. Dabei arbeiten alle Landwirtschaftsverbände und Bundesministerien gemeinsam an Lösungen, um die gesamte Obst- und Gemüse-Ernte 2020 mit in- und ausländischen Saisonarbeitskräften einzuholen. Denn auch in Zeiten von Corona soll das Edelgemüse nicht auf den Feldern verderben, sondern seinen Weg auf die Teller der Spargel-Liebhaber finden.

Das königliche Gemüse strebt der Sonne entgegen!

Feine Risse auf der Oberseite der Erdwälle „verraten“ wann die frischen Triebe gestochen werden können. Und die sind jetzt überall sichtbar. Vorsichtig und in Handarbeit muss die Stange dann freigelegt werden, bevor das Spezialmesser in der Tiefe angesetzt und der Spargel gestochen wird. Auf diese Weise werden jetzt täglich die Spargeldämme nach neuen sprießenden Stangen abgesucht – bis zum 24. Juni, dem offiziellen Ende der Spargelsaison.

So sieht’s aus in Nord, Süd, Ost und West

Hans Lehar, Geschäftsführer bei der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden eG resümiert: „Die Spargeldämme waren bis Ende Februar errichtet und die intensiven Sonnentage Mitte März haben zu einem starken Wachstum in den Verfrühungstunneln und unter den schwarz-weißen Doppel-Folien geführt. Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen genügend Erntehelfer verfügbar sind und erwarten dann schnell ansteigende Vermarktungsmengen."

Auch im Westen ist der Spargel schon in Sicht. „Aufgrund des milden Winters konnten wir im Westen in diesem Jahr bereits in der KW 11 den ersten Spargel aus geschütztem und beheiztem regionalem Anbau stechen“, so Labinot Elshani, Generalbevollmächtigter Obst & Gemüse bei Landgard. „Insgesamt setzt sich der Trend zum geschützten Anbau beim Spargel immer mehr durch. Daher rechnen wir auch in diesem Jahr mit einer gleichbleibend guten Qualität und ausreichenden Mengen – immer vorausgesetzt, dass es keine größeren Temperatureinbrüche mehr gibt.“

Auch Hans-Jörg Friedrich, Vorstand der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG zeigt sich optimistisch: „Die Spargelsaison wird in der Pfalz, wenn das Wetter mitspielt, in der KW 13 beginnen. Das bedeutet, dass der deutsche Spargelgourmet auf jeden Fall zu Ostern ein Festessen mit Spargel satt veranstalten kann.“ Und mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Sie wissen ja, der Pfälzer Spargel ist der beste Spargel, weil unsere Erzeuger mit einer guten Pfälzer Rieslingschorle auch den Boden schmackhaft machen. Das gibt’s sonst nirgends.“

Auch im Norden steht der Freilandspargel bereits in den Startlöchern. Die Geschäftsführerin der Erzeugerorganisation Spargel & Beerenfrüchte GmbH, Carola Ernicke sagt dazu: „Auch im Norden ist der Winter praktisch ausgefallen, so dass wir davon ausgehen, dass die Spargelsaison 2020 entsprechend früh beginnen wird, wobei nennenswerte Mengen voraussichtlich erst ab Ende März/Anfang April zu erwarten sein dürften.“

Und auch ganz im Süden stehen die Vorzeichen – abhängig von der Erntehelfersituation – gut für eine exzellente Spargelsaison. Lorenz Boll, Geschäftsführer bei der Erzeugergroßmarkt Südbaden eG ist guter Dinge: „Der Kältereiz durch Frosttage war zwar in diesem Winter für die Spargelpflanzen nicht sehr ausgeprägt. Unsere Spargelbauern haben festgestellt, dass die Spargelpflanzen genügend Reserven gebildet haben und daher mit Ertragszuwächsen gerechnet wird. Wenn während der Saison ausreichend Erntekräfte zur Verfügung stehen, erwarten wir gute Qualitäten und ausreichende Mengen."

Spargel und Deutschland – eine späte Liebe

Im antiken Griechenland war Spargel wegen seiner entwässernden Wirkung bekannt und geschätzt. Kultiviert wurde Spargel aber erstmals von den Römern. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts begann dann auch der Anbau in Deutschland. Seitdem hat sich das Gemüse zu einem wahren Saisonliebling, ja schon fast zum Statussymbol der Deutschen entwickelt.

Rezepten finden Sie auf der Website  von „Deutschland – Mein Garten.

Quelle: BVEO

Veröffentlichungsdatum: 24. März 2020