Die Agraya, die Dachgesellschaft hinter den Marken GLOBALG.A.P. und GGN Label, hat beim AGRAYA SUMMIT 2026 im italienischen Bologna die Changemaker Awards verliehen.
Mit den Changemaker Awards werden Initiativen ausgezeichnet, die weltweit verantwortungsvolle landwirtschaftliche Praxis fördern.
AgriEdge aus Marokko, FKKB Sahakari Samiti Ltd aus Indien und SCOPE aus Kenia wurden zu den Gewinnern der Changemaker Awards 2026 gekürt.

Foto © Agraya
Die drei Projekte, die auf dem AGRAYA SUMMIT 2026 im italienischen Bologna bekannt gegeben wurden, stachen unter mehr als 80 Bewerbungen durch ihre Bemühungen hervor, die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft zu stärken.
Die zweite Ausgabe der Changemaker Awards stand im Zeichen des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 der Vereinten Nationen und würdigte Initiativen zur Stärkung der Rolle von Frauen in der Landwirtschaft.

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Auszeichnungen in drei Preiskategorien: Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement
Die Changemaker Awards zeichneten herausragende Initiativen in drei Kategorien aus.
Der Innovation Award würdigt Lösungen, die Frauen mithilfe von produktivitätssteigernden Technologien dabei unterstützen, eine effektivere Landwirtschaft zu betreiben.
Der Sustainability Award hingegen wird für klimafreundliche Praktiken verliehen, die einen systemischen Wandel hin zu nachhaltigeren Lebensmittel- und Landwirtschaftssystemen vorantreiben.
Mit dem Community Impact Award werden wiederum Initiativen ausgezeichnet, die Frauen stärken, Inklusion fördern und dazu beitragen, faire und resiliente landwirtschaftliche Gemeinschaften aufzubauen.
„Die diesjährigen Bewerbungen zu sichten, hat eindrucksvoll gezeigt, welchen außergewöhnlichen Beitrag Frauen weltweit in der Agrar- und Ernährungswirtschaft leisten“, sagt Manal Saleh, Gründerin des Beratungs- und Schulungsunternehmens für Kleinbauern Blue Moon Ltd. (Ägypten).
„Obwohl Frauen oft keinen gleichberechtigten Zugang zu Land, Bildung, Finanzierung und Technologie haben und zudem nicht gleich bezahlt werden, treiben sie weiterhin Innovationen voran und stärken ihre Gemeinschaften.
Wenn man eine Landwirtin unterstützt, stärkt man nicht nur einen einzelnen Betrieb, sondern eine ganze Gemeinschaft.
Darin liegt der wahre Ertrag von Investitionen in Bäuerinnen: nicht nur eine Ernte, sondern eine widerstandsfähigere Zukunft für alle“, so Saleh.
Wie groß die Unterschiede sind, zeigen auch Untersuchungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): Frauen verdienen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Durchschnitt 78 Cent für jeden Dollar, den Männer verdienen.
Diese Lücke weist auf eine größere Herausforderung hin: Frauen leisten entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette einen wichtigen Beitrag, stoßen jedoch weiterhin auf Hindernisse beim Zugang zu Ressourcen, Chancen und Anerkennung, die ihnen berufliches Fortkommen ermöglichen könnten.
Die Changemaker Awards in den einzelnen Kategorien:
AgriEdge aus Marokko: Changemaker Award für Innovation

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Agrartechnologie kann Frauen neue berufliche Perspektiven eröffnen, die über traditionelle Tätigkeiten in der Landwirtschaft hinausgehen.
Die Initiative von AgriEdge setzt genau hier an: Frauen werden zu Drohnenpilotinnen ausgebildet und erhalten so Zugang zur Präzisionslandwirtschaft und zur Agrartechnologiebranche.
Rund 20 Frauen haben bereits eine Schulung in Drohnensteuerung, Missionsplanung, Bestandsüberwachung, dem gezielten Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln, Sicherheitsvorkehrungen, Wartung und Berichterstattung absolviert.
Die Initiative wirkt den Hindernissen entgegen, denen Frauen beim Zugang zu technischen Berufen und entsprechenden Chancen begegnen – in einem Bereich, in dem sie bislang meist unterrepräsentiert sind.
FKKB Sahakari Samiti Ltd. aus Indien: Changemaker Award für gesellschaftliche Wirkung

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Für die Bäuerinnen aus den Stammesgemeinschaften in den abgelegenen Hügeln von Jaunsar im indischen Bundesstaat Uttarakhand kann der Zugang zu Absatzmärkten unmittelbar über ihre Existenzgrundlage entscheiden.
Mit der Initiative „Market on Wheels“ begegnet FKKB dieser Herausforderung: Die Erzeugnisse werden direkt auf den Höfen abgeholt, die Bäuerinnen erhalten sofort ihr Geld und sind weniger auf Zwischenhändler angewiesen.
Die Initiative hat mehr als 1.600 Frauen unterstützt. Das Haushaltseinkommen stieg den Angaben zufolge um 40 bis 60 Prozent.
Die Wirkung reicht jedoch über das Einkommen hinaus: Die Frauen begannen, bei Dorfversammlungen das Wort zu ergreifen, an Entscheidungen mitzuwirken und unternehmerische Aufgaben zu übernehmen.
SCOPE aus Kenia: Changemaker Award für Nachhaltigkeit

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Das „Schools and Colleges Permaculture Programme“ (SCOPE) verbindet nachhaltige Anbaumethoden mit Einkommensmöglichkeiten für Frauen.
Durch Bildungsangebote zu Permakultur und Agrarökologie lernen die Frauen, nachhaltige Anbaumethoden für ihren Lebensunterhalt einzusetzen und das erworbene Wissen in ihren Gemeinschaften weiterzugeben.
25 Frauen haben Hofläden eröffnet. Weitere Mitglieder erzielen zusätzliches Einkommen, indem sie Dienstleistungen zur Anlage von Permakultur-Gärten anbieten.
Die Initiative setzt auf praxisnahe Bildung und die Umsetzung unter der Leitung von Frauen. So trägt sie zur Ernährungssicherheit und zur Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel bei.
Die Rolle von Frauen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft stand auch im Mittelpunkt der Diskussionen auf dem SUMMIT.
Clara Park, Senior Gender Officer bei der FAO, sprach vor den Delegierten über das International Year of the Woman Farmer.
Sie beleuchtete den Beitrag von Frauen im gesamten Ernährungssystem – von der landwirtschaftlichen Erzeugung und Verarbeitung über den Handel bis hin zur Agrarforschung.
Außerdem unterstrich sie, wie wichtig es sei, die Dynamik dieses Jahres in konkrete Maßnahmen und Investitionen umzusetzen.
Anerkennung für weitere Changemaker
Für die Changemaker Awards 2026 gingen mehr als 80 Bewerbungen aus über 40 Ländern ein. Die Veranstalter dankten allen, die ihre Arbeit vorgestellt hatten.
Zwar wurden nur drei Initiativen ausgezeichnet, doch alle eingereichten Bewerbungen tragen dazu bei, die Rolle von Frauen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu stärken.
„Jede Bewerbung stand für Engagement, Kreativität und konkretes Handeln“, sagt Jurymitglied Stephanie Finkbeiner, Chief Sustainability Officer bei EDEKA Zentrale.
„Als Jury haben wir Projekte ausgewählt, die den Beitrag von Frauen sichtbar machen und ihre Rolle innerhalb landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten stärken.“
Auszeichnung von Projekten aus aller Welt, die nachhaltige Wirkung erzielen
Die internationale Jury der diesjährigen Changemaker Awards bestand aus Christy Slay, CEO von The Sustainability Consortium (USA), Diana Gaglietti, Gründerin der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Diana Gaglietti für den Agrar- und Lebensmittelsektor (Argentinien), Felipe Fuentelsaz, zuständig für Märkte und Standards beim WWF Spanien (Spanien), Manal Saleh, Gründerin des Beratungs- und Schulungsunternehmens für Kleinbauern Blue Moon Ltd. (Ägypten), sowie Stephanie Finkbeiner, Head of Sustainability/CSR bei der EDEKA ZENTRALE STIFTUNG & Co. KG (Deutschland).
„Seit mehr als 25 Jahren verfolgen wir bei Agraya das Ziel, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten, in der die Landwirtschaft langfristig Gemeinschaften stärkt und Ökosysteme schützt.
Die Changemaker Awards haben uns aus erster Hand gezeigt, wie auch Frauen in der Landwirtschaft diese Vision Tag für Tag in die Realität umsetzen.
Durch ihre Arbeit haben wir gesehen, welche nachhaltige Wirkung sie in ihren Gemeinschaften, Unternehmen und darüber hinaus erzielen“, meint Elmé Coetzer-Boersma, Chief Executive Officer bei Agraya.
Die dritte Ausgabe der Changemaker Awards von Agraya findet 2028 statt. Damit soll die Anerkennung von Innovatorinnen und Initiativen fortgesetzt werden, die die Landwirtschaft weltweit neu gestalten.
Quelle: Agraya
Veröffentlichungsdatum: 30. Oktober 2026