Der Frühling hat in mehreren belgischen Apfelanbaugebieten erneut für eine angespannte Lage gesorgt, da lokale Hagelstürme in den letzten Wochen die Plantagen getroffen haben.
Bildquelle: Pixabay
Die Schäden sind in einigen Gebieten erheblich, teilweise wurde mehr als die Hälfte der Apfelernte beschädigt.
Da Schalenschäden an Äpfeln selten „herauswachsen“, könnte ein beträchtlicher Teil der Ernte dauerhaft wertlos werden, berichtet der Ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB).
Birnenplantagen haben die Stürme etwas besser überstanden: Die Sorte Conference ist beispielsweise weniger empfindlich, wenngleich auch hier Schäden in den oberen Baumpartien sichtbar sind. Die Sorte Doyenné du Comice sowie diverse Apfelsorten sind jedoch deutlich anfälliger bei Hagel.
In vielen Fällen haben die Hagelkörner die Fruchtschale durchschlagen und dauerhafte, oft irreparable Qualitätseinbußen verursacht.
Das volle Ausmaß der Schäden lässt sich erst zu einem späteren Zeitpunkt genau beziffern.
Bei Birnen ist noch eine gewisse Regeneration möglich, während die Schäden bei Äpfeln fast immer bestehen bleiben.
Hagelschäden entwickeln sich in Belgien zu einer wachsenden Herausforderung, da extreme Wetterereignisse früher und häufiger auftreten.
Früher rechneten die Erzeuger in dem Zeitraum von Juni bis August mit Hagel, doch mittlerweile treten schwere Stürme bereits im Mai auf. Dies verdeutlicht, dass es zunehmend schwieriger wird, Apfelplantagen ohne Schutzmaßnahmen zu bewirtschaften.
Die Installation von Schutznetzen erscheint als logische Lösung, doch die Investitionskosten sind beträchtlich und amortisieren sich nur bei einer günstigen Entwicklung von Erträgen und Preisen.
Angesichts der derzeit niedrigen Apfelpreise ist es jedoch wenig sinnvoll, neue Obstanlagen mit Hagelschutznetzen auszustatten.
Bei Birnen lässt sich eine solche Investition zwar durchaus rechtfertigen, doch die diesjährige Marktlage in dem Apfelsektor spricht dagegen.
Quelle: FruitVeB.hu
Veröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026