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Spannungen im Iran bedrohen wichtige Düngemittel-Handelsroute

Analysten weisen darauf hin, dass der Nahostkonflikt den globalen Düngemittelmarkt beeinträchtigen könnte. Die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wickelt etwa ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels ab, berichtet das Flämisches Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT). 

„Die Lagerbestände an Harnstoff, dem am häufigsten verwendeten Stickstoffdünger, sind bereits knapp. Eine andauernde Unterbrechung der Lieferungen wird die Preise stark in die Höhe treiben“, so Bloomberg und andere.

Der Konflikt im Iran droht, einen wichtigen Knotenpunkt für die Düngemittelproduktion und den -transport zu stören und damit das Risiko höherer Erntepreise und Lebensmittelinflation zu erhöhen. 

In der Golfregion befinden sich einige der größten Düngemittelfabriken der Welt. Rund ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels verläuft durch die Straße von Hormus.

 Im vergangenen Jahr wies RaboResearch, das Wissenszentrum der Rabobank, auf den Engpass hin, den dieser Seeweg für den Düngemittelhandel darstellt. 

Damals drohte der Iran nach israelischen und US-amerikanischen Militäraktionen mit der Schließung der Wasserstraße. 

Engpass für Harnstoff

Die Straße von Hormus ist ein wichtiger Schifffahrtspunkt, insbesondere für den weltweiten Harnstoffhandel. 

Der Iran ist mit jährlich 5,5 Millionen Tonnen Harnstoff der größte Harnstoffexporteur der Region und nutzt dafür die Schifffahrtsroute. Katar (5 Millionen Tonnen) und die Vereinigten Arabischen Emirate (2 Millionen Tonnen) spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle bei den Harnstoffexporten. 

Laut RaboResearch stammen etwa 30 bis 35 % der weltweiten Harnstoffexporte aus der Golfregion. Würde man Ägypten und den Rest des Nahen Ostens einbeziehen, könnte der Anteil sogar 45 % erreichen.
 
Darüber hinaus verläuft ein erheblicher Teil des Welthandels mit Phosphaten und Schwefel, zwei weiteren wichtigen Rohstoffen für die Düngemittelindustrie, durch die Straße von Hormus. 

Die neuen Spannungen verschärfen die ohnehin schon bestehende Unruhe in Europa über Einfuhrzölle auf Düngemittel und Rohstoffe.

„Eine Schließung der Straße würde die globalen Düngemittelpreise zweifellos in die Höhe treiben, Brasilien und Indien wären jedoch am stärksten betroffen. Sie weisen die größten strukturellen Düngemittelengpässe auf“, hieß es in dem Bericht von letztem Jahr. 

Doch auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle, schrieb Justin van der Sluis, globaler Leiter von RaboResearch Food & Agribusiness, vergangene Woche auf LinkedIn. 

„Zu dieser Zeit des Jahres haben beispielsweise US-amerikanische Landwirte eine höhere Importnachfrage.“


Quelle: Vilt.be

 

Veröffentlichungsdatum: 09. März 2026