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WUR-Forscher sehen für landwirtschaftliche Solarparks eine Zukunft, aber auch Herausforderungen

Es sei möglich, Solarparks und landwirtschaftliche Funktionen auf demselben Gebiet zu kombinieren, schreiben Forscher der Wageningen University & Research (WUR) und Renergize Consultancy in ihrem Positionspapier. Dieses neue Konzept bietet Chancen, erfordert aber auch neue Erkenntnisse sowie geänderte Gesetze und Vorschriften.

Wageningen University & Research Foto © WUR Agri-PV
Wageningen University & Research - Agri-PV. Foto © WUR

Bislang waren Solarparks in den Niederlanden fast immer monofunktional. Das Land wird dann nur noch zur Stromerzeugung genutzt. Dies hat aufgrund der ineffizienten Raumnutzung zu zunehmendem gesellschaftlichen Widerstand geführt. Die Regierungspolitik verlangt auch, dass Grundstücke, die zur Energieerzeugung vorgesehen sind, mehrere Funktionen erfüllen. Auch bekannt als Agri-PV, sind Beispiele hierfür Reihen vertikaler Solarmodule mit Gras oder Kartoffeln dazwischen oder teilweise transparente Solarmodule über Obstbäumen oder Beerenkulturen.

Untersuchungen mit mehreren Erträgen in Deutschland haben gezeigt, dass die Produktion von 1 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und 1 Hektar Solarpark – also insgesamt 2 Hektar – mit Agrar-PV auf nur 1,25 Hektar realisiert werden kann.

Die Forscher weisen darauf hin, dass der Ernteertrag und die Stromproduktion pro Hektar möglicherweise etwas zurückgehen. Um sowohl den Ernte- als auch den Energieertrag zu maximieren, müssen Solarmodule daher an den angebauten Ertrag angepasst werden, und manchmal sind Änderungen in der Anbaumethode erforderlich. Die Forscher gehen davon aus, in den kommenden Jahren weitere Erkenntnisse zu diesen Aspekten zu gewinnen.

Quelle: WUR

 

Veröffentlichungsdatum: 16. Oktober 2023