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BLE-Marktbericht KW 13: Einheimische Äpfel dominierten das Geschehen auf den Märkten

Allen voran bildeten Elstar und Jonagold die Basis des Sortimentes. Braeburn, Boskoop und Royal Gala folgten von der Bedeutung her. Das breite Angebot aus einheimischer Ernte beschickte die Märkte noch nahezu vollumfänglich.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Einzig München berichtete von dem Lieferende von Rubinette. Bei Topaz kündigte sich ebenfalls bereits ein nahendes Lieferende an. Italien schickte vorrangig Royal Gala, Pink Lady, Golden Delicious und Granny Smith. Neben der kontinuierlichen Versorgung, einer stabilen Nachfrage und der überzeugenden organoleptischen Eigenschaften hatten die Händler nur selten Anlass, ihre bisherigen Forderungen zu modifizieren. Frankfurt berichtete von Sonderangeboten im organisierten Handel, welche die Geschäfte auf dem Großmarkt belasteten. Betroffen waren neben den Standardsorten auch Kanzi, Pink Lady und der beliebte Wellant.

Birnen
Das Sortiment setzte sich vorrangig aus italienischen und südafrikanischen Importen zusammen. Zuflüsse aus Argentinien, Türkei, Belgien und den Niederlanden ergänzten. Die Anlieferungen von der südlichen Hemisphäre hatten sich intensiviert, allen voran das breite Sortenspektrum aus Südafrika. Williams Christ, Cheeky, Rosemarie und Packham's Triumph wurden favorisiert gehandelt. Der Bedarf war nicht besonders stark ausgeprägt und konnte ohne Schwierigkeiten gedeckt werden. Verschiedentlich konnten die Früchte aus Übersee nicht hinreichend Aufmerksamkeit generieren, da sowohl die gewünschte Genussreife als auch die Ausfärbung noch nicht den Anforderungen entsprachen. Die Bewertungen verharrten abgesehen von kleineren Schwankungen auf dem Niveau der Vorwoche. Berliner Händler riefen für neuankommende südafrikanische Flamingo 17,- € für den 6,3 kg-Karton auf, kleinere 60er Packham's von ebenda wurden in Frankfurt für 20,- € abgegeben.

Erdbeeren
Trotz des wechselhaften Wetters wuchs die Nachfrage der hierzulande zweitwichtigsten Frucht. Doch bis zur heimischen Haupternte importieren wir vorwiegend aus Südeuropa. Auf den Großmärkten bildeten spanische Früchte die Basis des Sortimentes, wenngleich auch nicht im selben Umfang der Vorjahre. Von der Menge her folgten griechische und italienische Abladungen. Niederländische, örtlich belgische und auch einheimische Produkte ergänzten die Szenerie, waren aber deutlich teurer als die Konkurrenz aus dem Süden. Örtlich mussten einige Händler aufgrund von Qualitätsschwankungen mit einer weit geöffneten Preisschere arbeiten. Tendenziell tendierten die Tarife aber eher wieder leicht aufwärts, nicht zuletzt aufgrund der geringeren Erntemengen, die dann meist an den organisierten Handel gebunden waren. In München dominierten quantitativ die Zufuhren aus Süditalien (Basilikata), aber auch griechische Erzeugnisse fanden in guter Ausfärbung zügig Abnehmer. In Berlin hingegen waren ebendiese nicht so geschätzt und fanden tageweise sogar für 2,- € je 500 g-Schale ihre Käufer. In Frankfurt optisch und geschmacklich ansprechend die Malling Centenary und die frühe Sorte Fandango aus Holland zu 3,50 € bis 4,- € je 500 g.

Zitronen
Das Sortiment setzte sich vorrangig aus spanischen Primofiori und türkischen Lama zusammen. Italienische Früchte komplettierten in Frankfurt mit der unbehandelten Variante mit Blatt für 2,20 bis 2,40 € je Kilo und in Köln mit der Standardqualität für 1,70 € je Kilo. Die Verfügbarkeiten der türkischen Partien schränkten sich örtlich leicht ein. In der Osterwoche rechnet man mit dem beginnenden Wechsel von der spanischen Primofiori auf Verna. Preisliche Veränderungen konnten durch geschickt dosierte Zufuhren vermieden werden.

Bananen
Angebot und Nachfrage hielten sich weitgehend die Waage. Der Bedarf konnte mancherorts nicht immer mit dem reichhaltigen Angebot aller Marken mithalten. Demzufolge sanken die Notierungen der Zweit- und Drittmarken in München und Berlin leicht ab. In Hamburg verbesserten sich die Umsätze etwas, von Kursanhebungen sah man in Anbetracht der bevorstehenden Osterferien aber ab. Kleine Fingerbananen bereicherten den kontinuierlich stabilen Handel in Frankfurt.

Blumenkohl
Nach den wochenlang hohen Forderungen blieben die Tarife mit 10,- bis 12,- € je 6er-Aufmachung weiter moderat. Italienische Produkte teilten sich augenscheinlich mit französischen die Geschäfte. Spanische und nur örtlich verfügbare belgische Partien ergänzten. In Frankfurt waren wenige Chargen mit 8er-Sortierung aus heimischem geschütztem Anbau im Angebot. Tageweise recht deutlich schwankten die Zufuhren in München. Generell veränderten sich die Notierungen im Wochenverlauf schlussendlich kaum, da die Händler den Warenfluss perfekt auf das nicht allzu große Interesse der Kunden abstimmten.

Salate
Eissalat stammte ausschließlich aus Spanien. Die Bewertungen verharrten meist stabil auf dem Niveau der Vorwoche. Hamburg vermeldete rückläufige Zufuhren von der iberischen Halbinsel. Bei Kopfsalat überwogen die belgischen vor den italienischen Zuströmen, einheimische Neuankömmlinge rundeten das Sortiment in Köln, Frankfurt und München ab. In Frankfurt wurde für die 12er Glashauserzeugung 15,- € aufgerufen. Importe aus Belgien und den Niederlanden mussten im Wochenverlauf in Köln Preisabschläge hinnehmen. Die Notierungen italienischer Endivien war in dieser Woche sehr uneinheitlich, während in München die Nachfrage verhalten ausfiel und die Bewertungen deutlich an Wert verloren, hielten die Vertreiber insbesondere in Hamburg an den hohen Vorgaben fest. Bunte Salate aus Frankreich verknappten sich punktuell; diese Lücke wird von anwachsenden einheimischen und italienischen Produkten gefüllt.

Gurken
Belgische Schlangengurken herrschten jetzt vor. Von der Bedeutung her folgten niederländische und einheimische Chargen. Spanische Zufuhren beteiligten sich nur noch örtlich an der Vermarktung, verloren aber weiter an Bedeutung und Wert. Griechische Produkte komplettierten nur noch in Berlin und München an der Grenze der Rentabilität. Die Versorgung genügte um den Bedarf zu befriedigen, wurde aber durch schwankende Kurse durcheinandergewirbelt und führte ab Wochenmitte in Anbetracht der bevorstehenden Osterwoche zu anziehenden Tarifen, insbesondere der BeneluxZugänge. Bei den Minigurken dominierte die Niederlande vor abschwächenden Chargen aus der Türkei und Spanien. Kandidaten aus dem Inland gewannen trotz des stolzen Preises weiter Marktanteile.

Tomaten
Die Marktversorgung entspannte sich bis auf einzelne Ausnahmen weiter. Bei den Rispen dominierte weiter Spanien vor der Türkei und den Niederlanden, die langsam mehr an Bedeutung gewannen. Belgische und italienische Zufuhren ergänzten. Kirschtomaten wurden aus Italien, Spanien und den Niederlanden abgeladen, letztere gewannen an Wert. Aus Marokko und der Türkei trafen unter anderem wegen Ramadan weniger Kontingente ein, was zu leicht anziehenden Notierungen im Segment der Runden Ware führte, auch für die spanische Importe. Generell konnten aber durch die zunehmend aufgefächerten Zufuhren die Tarife gehalten beziehungsweise weiter leicht nach unten korrigiert werden. Auf dem Frankfurter Markt wurden großkalibrige spanische Fleischtomaten der Sorte Daniela Verde für 2,- € je Kilo in der Holzsteige gut beachtet. Niederländische Kirsch-am-Strauch-Tomaten wurden in Berlin noch für stolze 25,- bis 28,- € je 3,7 kg-Karton offeriert.

Gemüsepaprika
Weiterhin dominierten die Zufuhren aus Spanien das Geschehen auf den Märkten. Schoten aus der Türkei ergänzten in den Farben Grün und punktuell als rote Spitz-Variante. Die Präsenz der niederländischen und belgischen Partien dehnte sich weiter aus, konnte aber sowohl monetär als auch mengenmäßig nicht mit den spanischen Offerten mithalten. Spitzförmige Artikel erfreuten zuletzt oft die Kundschaft in Hamburg, so dass jetzt auch ebendiese aus Benelux ihre Marktprämiere feierten. Auch in Frankfurt wurde ab Freitag farbige Spitzpaprika aus Franken offeriert. Marokkanische Ware wurde jetzt fast nur noch aus den Beständen abverkauft. Insgesamt fielen die Kurse sämtlicher Zufuhren nochmals leicht und unterstützten dadurch die weiter anziehende und lebendige Nachfrage in diesem Segment. Einzig Zufuhren aus der Türkei verfestigten ihre Kurse, was insbesondere auf wohl dosierte Zulieferungen und den Fastenmonat Ramadan zurückzuführen ist.

Spargel
Die Plätze waren mit einheimischen weißen und punktuell violetten Stangen aus meist beheiztem Anbau schon gut versorgt. Griechenland, Italien und die Niederlande rundeten den Handel mit weißen und violetten Offerten ab. Die Saison befand sich zwar noch an ihrem Anfang, trotzdem konnte schon örtlich auf ein breites Sortiment, auch einheimischer Ware zugegriffen werden, wenngleich sich die Verfügbarkeit etwas einschränkte. Ausbleibende Sonnenstrahlen und ein eher regnerisches Wetter verzögerten zum einen das Wachstum des Königsgemüses und zum anderen auch die Kauflust der Kunden. Die Nachfrage war insofern nicht in der Kontinuität ausreichend, als dass sich die Händler gezwungen sahen, tageweise die Forderungen für weißen und violetten Spargel nach unten zu modifizieren. So war es ein Auf und Ab der Notierungen um bestmöglich in das Ostergeschäft zu starten. Vor allem in Norddeutschland hielten die Notierungen insoweit Ihr Niveau, als dass der Nachschub aus heimischer Produktion eher spärlich ausfiel. Auch in München blieb das Interesse hinter den Erwartungen zurück; so ließen sich die Kunden oft nur mit preislich ansprechenden Partien aus Griechenland überzeugen. Bei grünen Stangen dominierten Abladungen aus Spanien und Italien, punktuell flankierten erste deutsche Stangen das Sortiment, welche in Frankfurt für stolze 7,- bis 8,50 € je 500 g-Bund offeriert wurden.


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Frankfurt
Spanische Nisperos standen in ansteigenden Mengen und nun attraktiven Fruchtgrößen zur Verfügung. Die Preise lagen zwischen 5,25€ und 6,80€/kg. Die Forderungen für Rhabarber schwankten an den ersten Markttagen, erst zum Freitag verfestigten diese sich auf bis zu 5€ je Kilo. Erste dt. Auberginen zu 3,50-3,60€ je Kilo noch hochpreisig und vernachlässigt. Die Einkäufer griffen lieber bei den belgischen und holländischen Chargen zu, die mit 1,50-1,80€ wesentlich preiswerter waren. Lose Möhren aus Spanien ergänzten zu 1,40-1,50€ das Kilo die ansonsten ebenso teuren belgischen, italienischen und deutschen Offerten. Bei Bundmöhren wurde zwischenzeitlich bis zu 1,75€ je Bunde bezahlt. Bärlauch stand in umfangreichen Mengen bereit und kostete nur noch 10-14€ je Steige. Der Bedarf an Rot- und Weißkohl wurde überwiegend mit niederländischer Ernte abgedeckt. Wirsing stand aus Frankreich, Italien und Portugal zur Verfügung. Chinakohl interessierte und da kaum noch deutscher bereitstand, bediente italienischer, spanischer und portugiesischer Kohl den Handel.

Hamburg
Frische Mispeln aus Spanien in der Größe M kosteten 27€ pro 8kg Holzkiste. Deutscher Rhabarber veranschlagte zum Saisonauftakt 4,75€/kg, Lauchzwiebeln 0,68€ per Bund und Spinat 3,20€ je kg. Unzureichend verfügbarer und damit teurer Rosenkohl aus den Niederlanden ebnete die Einladung für Variationen aus dem Vereinigten Königreich zu 14,50€ per 5kg. Da spanische Gemüsezwiebeln aus dem Kühlhaus zunehmend unter Haltbarkeitsproblemen litten, sehnt der Handel den Beginn chilenischer Formate ab dem kommenden Montag herbei. Die Notierungen für Brechbohnen aus dem östlichen Mittelmeerraum und dem Senegal wurden durch den Konkurrenzkampf negativ beeinflusst.

Köln
Zucchini aus Belgien boten eine Alternative zu Erzeugnissen aus Italien und Spanien. Neben inländischem Chinakohl wurden standweise Offerten aus Polen angeboten. Erster Rhabarber aus inländischem Freiland Anbau konnte ab Dienstag erworben werden. So bekam die schon vorhandene Treibhausware aus den Niederlanden Konkurrenz.

München
Italienische Abladungen von Radicchio und Rucola wurden mit leicht nachlassenden Forderungen gehandelt. Rhabarber südwest- und nordwestdeutscher Provenienz reichte qualitativ nicht an das Niveau der niederländischen Ware heran, daher blieb der signifikante Preisunterschied bestehen; insgesamt aber war mit dem langsamen Fortschreiten der Saison eine schwächere Preistendenz zu vernehmen. Italienische Radieschen konnten vom Kaliber her noch besser überzeugen als die südwestdeutschen Herkünfte und auch preislich boten sie der aufnehmenden Hand Vorteile. Buschbohnen waren weiterhin nur in übersichtlichen Volumen aus ägyptischer und senegalesischer Produktion verfügbar und die Preise blieben fest; marokkanische Stangenbohnen sowie italienische Frischerbsen tendierten preislich etwas schwächer. Aus heimischem Anbau waren nun neben klassischen Frühlingszwiebeln auch erste rote Sorten verfügbar; die Saison für ägyptische Ware wurde beendet. Bei den übersichtlichen Mengen an Haushaltszwiebeln lag der Angebotsschwerpunkt auf neuerntigen neuseeländischen Herkünften, daneben waren noch niederländische und österreichische Abpackungen greifbar; spanische Gemüsezwiebeln wurden einstandsbedingt nochmals fester gefordert, zum erste Signale Richtung (frühzeitigem) Saisonende ausgesendet wurden, mit Überseeherkünften wird in den kommenden Tagen gerechnet – mit dem absehbaren Ende für weiße Zwiebeln aus Italien trafen erste mexikanische Offerten ein.

Berlin
Attraktive, gelagerte Gemüsezwiebeln aus Spanien wurden zunehmend rarer und so vermehrt durch Kühlhausware von ebenda ersetzt. Dies trieb das bereits hohe Preisniveau weiter nach oben und mündetet in Kursen von 31,- € bis 36,- € je 25-kg-Sack. Dementsprechend wurden Importe aus Übersee finanziell zunehmend interessant, so dass zum Wochenende hin erste Einfuhren aus Chile für 40,- € je 25-kg-Sack offeriert wurden. Dies stellt für den Berliner Großmarkt eine wirkliche Besonderheit dar, zumal ebendiese auch auf freundliche Beachtung stießen.
 

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 13/ 23
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Veröffentlichungsdatum: 06. April 2023