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BLE-Marktbericht KW 48 /22: Weihnachtsäpfel, meist Red Chief, wurden in Berlin und Hamburg gerne mitgenommen

Das Apfelsortiment stellte sich unverändert dar. Einheimische Offerten herrschten vor. Von der Menge her folgten italienische und französische Produkte. Anlieferungen aus Belgien, Polen und den Niederlanden hatten ergänzenden Charakter. Der Bedarf war nicht besonders stark ausgeprägt und konnte ohne Schwierigkeiten befriedigt werden.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

Weihnachtsäpfel, meist Red Chief, wurden in Berlin und Hamburg von den Kunden gerne mitgenommen, in Frankfurt verlief ihre Unterbringung eher ruhig. Dort waren Clubsorten aufgrund ihrer hohen Bewertungen nicht sonderlich beliebt. In preislicher Hinsicht tat sich insgesamt nicht viel: Die Notierungen verharrten oftmals auf dem Niveau der Vorwoche, da sich Angebot und Nachfrage hinreichend die Waage hielten. Leichte Vergünstigungen waren aber eher zu verzeichnen als Verteuerungen: Von den niedrigeren Forderungen erhofften sich die Händler eine flottere Abwicklung.

Birnen
Italienische Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ dominierten vor türkischen Santa Maria. Aus den Niederlanden stammten vorrangig Gute Luise und Conference. Inländische Conference, Alexander Lucas und Gute Luise komplettierten die Geschäfte. Der Handel verlief unaufgeregt: Die Verfügbarkeit genügte leicht, um das Interesse problemlos zu stillen. Die Vertreiber hatten nur selten Anlass, ihre Aufrufe der 47. KW zu modifizieren. In Köln zogen die Preise für türkische Santa Maria leicht an, während die der italienischen Chargen etwas abbröckelten. In Berlin waren kleinfruchtige Partien nicht sonderlich beliebt, weshalb sie meist nur mit Verbilligungen umgeschlagen werden konnten. In Frankfurt griffen die Kunden etwas häufiger als zuvor auf großkalibrige Devici aus der Türkei zu.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Im Bereich der Clementinen herrschten spanische Anlieferungen vor. Punktuell wurden sie von wenigen italienischen und marokkanischen Abladungen flankiert. Satsumas stammten überwiegend aus der Türkei; verschiedentlich gesellten sich spanische Offerten hinzu. Bei den Mandarinen konnte ausschließlich auf südafrikanische Importe zugegriffen werden. Die herbstliche Witterung hatte das Interesse verstärkt. Auch der näher rückende Nikolaustag verbesserte offensichtlich die Unterbringungsmöglichkeiten. Die Notierungen tendierten demzufolge aufwärts. In Frankfurt beschleunigten die Verkäufer die Geschäfte nochmals, indem sie ihre bisherigen Aufrufe etwas senkten, was die Nachfrage nochmals intensivierte. Dort hatten die italienischen Produkte zu viele Kerne, weshalb ihre Vermarktung nicht ganz reibungslos verlief.

Zitronen
Spanische Partien herrschten vor. Von der Bedeutung her folgte türkische Importe. Zuflüsse aus Italien und Griechenland ergänzten das Geschehen. Infolge der Erkältungswelle und des nasskalten Wetters verstärkte sich die Nachfrage. Die Notierungen tendierten aber nicht generell nach oben. Verschiedentlich konnten die Händler ihre Aufrufe aber durchaus erhöhen, was die Abwicklung aber nicht entscheidend abbremste.

Bananen
Angebot und Nachfrage hielten sich in den meisten Fällen die Waage. Hinsichtlich der Notierungen waren kaum Veränderungen auszumachen. Lediglich in Köln verzeichnete man bei den Zweitmarken aus Panama und Costa Rica Vergünstigungen. In Berlin war der Reifegrad der Offerten schon zu weit geschritten, was den Verkauf merklich ausbremste.

Blumenkohl
Französische und italienische Artikel überwogen vor spanischen und belgischen. Niederländische Partien verschwanden fast gänzlich aus dem Sortiment. Die Saison einheimischer Chargen endete mit dem Verkauf der letzten Erzeugnisse. Die Qualität konnte generell oftmals überzeugen. Die Bewertungen tendierten häufig ein wenig nach oben, da sich die Nachfrage nicht gerade unfreundlich zeigte. Lediglich in Berlin verbilligten sich italienische Produkte; sie passten sich so dem Preisniveau der französischen Konkurrenz an.

Gurken
Spanische Schlangengurken dominierten, aus Belgien, Marokko und den Niederlanden kamen nur geringfügige Abladungen. Die spanischen Offerten nutzten in Berlin ihre monopolartige Stellung und verteuerten sich. In Köln wurden sie zunächst günstiger, ehe zum Wochenende hin die Preise wieder anstiegen. Minigurken kamen aus Spanien, der Türkei und den Niederlanden. Die Notierungen tendierten verschiedentlich aufwärts: In Berlin verteuerten sich die türkischen Importe infolge einer verbesserten Qualität. In Hamburg zogen die Bewertungen der niederländischen Produkte leicht an. In Köln schwankten die Preise in ihren üblichen Spannen.

Tomaten
Es konnte auf ein breitgefächertes Angebot zugegriffen werden, in dem niederländische und belgische Offerten überwogen. Anlieferungen aus Marokko und Spanien folgten von der Bedeutung her. Türkische und italienische Chargen hatten eher ergänzenden Charakter. In Frankfurt trafen erste tunesische Kirschtomaten ein, die 12,- € je 3 kg kosteten. Das kalte Wetter beflügelte nicht gerade die Nachfrage. Um Bestände zu vermeiden oder zu minimieren, kamen die Händler daher nur selten um Vergünstigungen herum. Dabei war vor allem Rispenware von den Verbilligungen betroffen. Die Qualität der Früchte konnte nicht immer vollends überzeugen, was sich neben der mangelhaften Kundenbeachtung ebenfalls negativ auf die Notierungen auswirkte. Verteuerungen waren selten und insbesondere in Köln zu beobachten: Hier stiegen die Bewertungen der Runden Tomaten meistens an. Auch für spanische Rispenprodukte musste mehr als zuvor bezahlt werden.

Gemüsepaprika
Spanische Abladungen herrschten vor. Begleitet wurden sie von türkischen und marokkanischen Importen, die aber jeweils nur in den Farben rot und grün zur Verfügung standen. Niederländische Offerten hatten sich im Wochenverlauf aus der Vermarktung verabschiedet. Die Bereitstellung genügte, um den Bedarf zu befriedigen. Die Vermarktung verlief in sehr ruhigen Bahnen. Preislich tat sich nicht viel: Die Bewertungen schwankten in ihren bisherigen Spannen, ohne größere Ausreißer in eine der beiden Richtungen.


Weitere Informationen

Frankfurt
Deutscher Zuckerhut (Cichorium intybus 'Pan di Zucchero) fand zu 15,- € je 7,5-kg-Kiste und lilafarbener Chinakohl zu 18,- € je 10-kg-Kiste sofortige Aufnahme. Frankreich hatte zu 18,- € Mix-Kohl mit zwei Mini-Blumenkohl, zwei Mini-Wirsing und zwei Mini-Romanesco als Besonderheit im Programm. Portugiesischer Spitzkohl machte einen riesigen Preissprung auf bis zu 1,55 € je kg. Die Verkaufspreise für Auberginen kletterten mächtig nach oben. Großblättrige Gartenkresse in der Steige mit 10 Bunden wurde gerne eingekauft. Italiensicher Rucola musste einstandsbedingt mit Verteuerungen von 20 bis 25 % angeboten werden. Marokko lieferte wie im letzten Jahr wieder Radicchio der je 4-kg-Holzsteige 8,50 € kostete.

Hamburg
Erdbeeren wurden weiterhin gut gehandelt, vor allem waren auch große Kaliber gefragt. Wieder im Sortiment waren griechische Offerten zu 3,75 € je 500-g-Schale. Früchte aus Ägypten im ansehnlichem rötlichem Gewand starteten zu 2,60 € je 250 g. Kirschen aus Chile wurden in 2 Größen in exzellenter Qualität angeboten: Produkte mit 28 bis 30 mm kosteten 18,- € je kg und Artikel mit 30 bis 32 mm 20,- € je kg. Pfirsiche und Nektarinen aus Südafrika wurden zu 15,- € je 2,5-kg-Kiste umgeschlagen. Zucchini aus Marokko zu günstigeren Einstandspreisen setzte spanische Ware unter Druck. Offerten aus Italien und der Türkei blieben unbeeindruckt. Spanische und türkische Auberginen konnten im Wochenverlauf preislich nochmals deutlich zulegen. Erste Grapefruit der Sorte Ruby Red aus US Florida traf zu 42,- € je 56er-Gebinde ein.

Köln
Neben Erdbeeren aus niederländischen Treibhäusern waren inzwischen auch Offerten aus Spanien und Ägypten verfügbar. Ebenfalls aus Ägypten wurden erste Lauchzwiebeln vorgefunden. Wirsing und Spinat aus Frankreich ergänzten das bestehende Angebot an Erzeugnissen aus dem Inland und Belgien. Staudensellerie aus Spanien stand für die Einkäufer zum Wochenende hin bereit.

Berlin
Kiwis aus Italien und Griechenland in 10-kg-Aufmachungen verbuchten allein durch Verbilligungen eine Absatzbelebung. Das für die Jahreszeit umfangreiche Beerenobstkontingent aus zahlreichen Einfuhren wurde mit den frostigen Temperaturen vernachlässigt und musste sich bei Überhängen mit Konditionsdefiziten als flexibel zeigen. Rosenkohl, Grünkohl, Rotkohl und Weißkohl aus deutschen Landen erfreuten sich durch die kalte Witterung eines stetigen Bedarfs, ohne dabei preislich zulegen zu können.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 48/ 22
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Veröffentlichungsdatum: 08. Dezember 2022