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BLE-Marktbericht KW 33/ 22: Preiskurve Wassermelonen in Frankfurt steil nach oben

Die Präsenz der neuerntigen Äpfel aus dem Inland wuchs kräftig an. Insbesondere Delbarestivale, Elstar und Gravensteiner gewannen an Bedeutung. Neu zum Sortiment hinzu stießen James Grieve. Die Relevanz von italienischen Royal Gala und Golden Delicious hatte sich ein wenig intensiviert.

Bildquelle: Shutterstock.com Wassermelonen
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Aus Frankreich kamen vorrangig Akane, die in München jedoch zu kleinfruchtig ausfielen. Erste Elstar trafen daneben in Frankfurt ein. Aus Spanien wurden mittlerweile Granny Smith zugeführt. Insgesamt konnte die Qualität in der Regel überzeugen, sodass die Kunden relativ freundlich zugriffen. Vergünstigungen waren dennoch nicht immer zu vermeiden, da das Angebot etwas zu umfangreich ausfiel. Die europäischen Produkte aus der Ernte 2022 verminderten ihre Relevanz. Ihre Kondition schwächte sich mancherorts spürbar ab. Verbilligungen sollten den Abverkauf beschleunigen. Dies war auch bei den Importen aus Übersee erkennbar. Die neuseeländischen und chilenischen Chargen wurden meist ruhig umgeschlagen. Speziell Clubsorten waren beliebt. Die gesenkten Aufrufe seitens der Vertreiber beschleunigten die Geschäfte.

Birnen
Die Wichtigkeit deutscher Clapps Liebling und Williams Christ dehnte sich spürbar aus. Auch italienische Santa Maria wurden merklich bedeutender. Die Saison türkischer Santa Maria gewann an Schwung: Die Abladungen weiteten sich aus und kosteten in Berlin zwischen 8,- und 12,- € je 4-kgAufmachung. Aus Italien kamen hauptsächlich Williams Christ und Abate Fetel. Frankreich schickte vorrangig Dr. Jules Guyot, die aber infolge zu kleiner Kaliber kaum auf Interesse stießen. Die europäische Warenpalette war also relativ breit aufgestellt. Demgegenüber schränkte sich die Verfügbarkeit der Produkte von der südlichen Hemisphäre augenscheinlich ein. Die wenigen chilenischen und südafrikanischen Artikel generierten kaum noch Beachtung. Hinsichtlich der Notierungen war kein klarer Trend auszumachen: Minimal steigende Preise waren ebenso zu verzeichnen wie leichte Vergünstigungen.

Tafeltrauben
Auch in diesem Sektor veränderte sich das Sortiment recht offensichtlich. Die italienischen Anlieferungen in Form von Michele Palieri, Victoria, Italia und Superior Seedless dehnten sich augenscheinlich aus. Auch französische Alphonse Lavallée sowie griechische Sunred Seedless gewannen an Relevanz. Die türkische Kampagne wurde mit ersten Crimson Seedless und Sultana angekurbelt, die Früchte gesellten sich zu den bereits etablierten Red Globe. Der Verkauf verlief uneinheitlich: Einerseits waren die Unterbringungsmöglichkeiten punktuell begrenzt, sodass Vergünstigungen den Absatz beschleunigen sollten. Andererseits zeigte sich auch ein sehr freundliches Interesse, sodass die Vertreiber ihre Aufrufe durchaus anheben konnten. In Frankfurt gab es regionale Erzeugnisse aus dem Raum Heidelberg, die mit Kern für 2,50 € je kg offeriert wurden.

Erdbeeren
Langsam bog die Saison auf die Zielgerade ein. Die Abladungen hatten sich augenscheinlich begrenzt und auch der Kundenzugriff verminderte sich kontinuierlich. Die organoleptischen Eigenschaften ließen immer häufiger Wünsche offen. Das Sortiment setzte sich aus einheimischen, niederländischen, belgischen und polnischen Anlieferungen zusammen. Die Bewertungen tendierten summa summarum aufwärts, was meist auf dem eingeschränkten Angebot gründete. Örtlich etablierte sich auch eine weite Preisspanne, hervorgerufen durch die divergierende Qualität der Artikel.

Aprikosen
Französische Zuflüsse herrschten vor, türkische und italienische folgten von der Bedeutung her. Abladungen aus dem Osten Europas waren meist relativ günstig und konnten daher flott abgewickelt werden. Insgesamt hatte sich die Verfügbarkeit offensichtlich begrenzt. Da sich aber auch die Nachfrage vermindert hatte, veränderten sich die Bewertungen nicht grundlegend. Hin und wieder musste die Güte der Produkte bemängelt werden. Dafür waren exklusive Chargen knapp und mit bis zu 5,- € je kg relativ teuer.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanische Früchte dominierten vor italienischen das Geschehen. Abladungen aus Frankreich, Griechenland und der Türkei ergänzten. Die Versorgung hatte sich zwar eingeschränkt, genügte aber, um den steten Bedarf zu decken. Das Interesse war nicht besonders stark ausgeprägt, eine gewisse Kundensättigung war zu diesem Saisonzeitpunkt nicht von der Hand zu weisen. Dennoch veränderten sich die Notierungen nicht wesentlich. In Frankfurt tauchten einheimische Pfirsiche aus der Pfalz in 5-kgSteigen auf, die zwischen 2,30 und 2,40 € je kg kosteten.

Pflaumen
Es stand ein breitgefächertes Sortiment bereit, in dem einheimische Früchte dominierten. Die Präsenz von Cacaks Fruchtbare und Hauszwetschge hatte sich augenscheinlich ausgeweitet. Zudem konnte auf erste inländische Stanley zugegriffen werden. Demgegenüber hatte sich die Bedeutung deutscher Cacaks Schöne und Bühler Frühzwetschge merklich eingeschränkt. Aus der Republik Moldau und Ungarn wurden Lepotica eingeführt, zudem gab es serbische Stanley. Diese bekamen mit dem Saisonbeginn polnischer Chargen aber Konkurrenz, was sich unweigerlich auf die Notierungen auswirkte. Die Geschäfte verliefen uneinheitlich. In Hamburg fehlten die osteuropäischen Produkte komplett, was sich positiv auf die Bewertungen der einheimischen Erzeugnisse auswirkte. In Köln konnte die Nachfrage nicht mit dem ausgedehnten Angebot Schritt halten, weshalb die Preise absanken. In München zeigten die badischen Offerten bereits Abbauerscheinungen, weshalb die Kunden zunehmend auf die ungarischen Importe zugriffen.

Bananen
Hitze und Ferien sorgten mancherorts für ein eingeschränktes Interesse. Um Überhänge zu vermeiden kamen die Händler in diesen Fällen um Vergünstigungen kaum herum. In Hamburg hatte sich die Nachfrage zwar verbessert, ein zu umfangreiches Angebot verhinderte aber Verteuerungen. In Köln stiegen die Notierungen der Drittmarken aus Kolumbien, in Frankfurt die der Zweitmarken. In München mussten die Kunden für das gesamte Sortiment etwas tiefer in die Tasche greifen.

Blumenkohl
Einheimische Offerten herrschten vor, belgische und niederländische rundeten die Warenpalette ab. Die hohen Temperaturen wirkten nicht gerade förderlich für das Interesse. Zudem erschwerten konditionelle Probleme die Unterbringung mancher Chargen. Die Notierungen sackten flächendeckend ab, stabile Preise waren eigentlich nur in Berlin zu verzeichnen.

Gurken
Das Angebot der Schlangengurken setzte sich aus vorwiegend einheimischen und niederländischen Offerten zusammen. In Frankfurt und München ergänzten wieder zunehmende Chargen aus Belgien das Sortiment. Kleinere Kaliber verstärkten die Präsenz auf den Märkten. Das Interesse hatte sich ein wenig eingeschränkt. Die Vertreiber senkten örtlich ihre Forderungen oftmals. Sie versuchten so, den Absatz zu intensivieren, was aber nicht immer gelang. Zum Wochenende hin fielen die Notierungen unisono leicht ab. Auch die Notierungen der Minigurken sackten häufig ein wenig ab. In diesem Sektor hatten einheimische Chargen vor niederländischen und türkischen die Nase vorn.

Gemüsepaprika
Niederländische Abladungen dominierten vor türkischen und belgischen. Offerten aus Polen und Deutschland komplettierten die Woche, in der allerhand Bewegung zu verzeichnen war. Die Notierungen für Offerten aus den Niederlanden und Belgien zogen aufgrund eines Lieferrückganges deutlich an. Probleme mit Schädlingen in den Glashäusern könnte eine Ursache sein. So mussten in Frankfurt für gelbe Schoten bis zu 27,- € und für den die roten bis zu 21,50 € je 5-kg-Karton gezahlt werden. Abladungen tricolor aus Polen sowie grüne Produkte aus der Türkei sprangen in die Bresche und vermarkteten vielerorts zu moderaten Preisen. In Berlin trafen diese Artikel neben regionalen Klasse II Partien auf regen Zuspruch, insbesondere durch die preissensible Gastronomie.


Weitere Informationen

Frankfurt
Nur wenige Wassermelonen waren verfügbar, daher zeigte die Preiskurve steil nach oben. Türkische Offerten trafen zum Wochenschluss ein und kosteten 1,25 € je kg. Über Usbekistan zugeführte kasachische Melonen fanden problemlos Aufnahme. Italienische Kaktusfeigen räumten in größeren Mengen. Polen hatte günstige Auberginen zu 7,- bis 8,- € je 5 kg und Chinakohl zu 0,80 € je kg in der Einfuhr. Die Präsenz von deutschem Zucchini verringerte sich und so kletterten die Preise auf 4,50 bis 6,50 € je 5-kg-Steige. Brokkoli blieb knapp und mit 14,- bis 16,50 € je 5 kg für die Jahreszeit sehr teuer. Die Aufrufe von Gemüsezwiebeln aus der spanischen Ernte wurden nochmals angehoben; auf bis zu 19,- € je 25-kg-Sack. Kleinere Mengen an rumänischen Steinpilzen waren am Montag zu 25,- bis 26,- € je kg präsent. Bis zum Wochenschluss stiegen die Anlieferungen kräftig an und die Notierungen gaben auf 22,- bis 25,- € je kg nach. Pfifferlinge waren ab Donnerstag gesucht und besonders der Freitag brachte einen enormen Umsatzschub.

Hamburg
Dem Mehraufkommen italienischer und türkischer Feigen fehlten belebende Elemente und deshalb war es kaum verwunderlich, dass die Bewertungen ins Wanken gerieten. Eine flüssige Eliminierung der Überhänge von Melonen aus dem Mittelmeerraum ermöglichte tagesaktuellen Ankünften anziehende Forderungen. Aufgrund des spärlichen Nachschubs verteuerten sich Blondorangen von der südlichen Hemisphäre. Die Preise von knappen aber sehr ansprechende Auberginen stiegen an. Der heftige Konkurrenzdruck verbilligte Lauch aus dem Binnenland, Belgien und den Niederlanden.

München
Die abgeschwächte Nachfrage bei Himbeeren und Kulturheidelbeeren führte bei gleichzeitig leicht rückläufigem Angebot im Wochenverlauf zu einer Bestätigung der Notierungen. Erst zum Wochenausklang hin zogen diese wieder etwas an. Bayerische und polnische Waldheidelbeeren litten qualitativ unter der anhaltenden Trockenheit. Das knappe Angebot an Wassermelonen aus dem Mittelmeerraum wurde sehr lebhaft aufgenommen und zu festeren Bewertungen umgesetzt. Aufgrund von Erntebehinderungen und verlangsamten Wachstums wegen Hitze und Trockenheit waren die Mengen von Speisezwiebeln auf Erzeugerebene begrenzt. Die saisonüblichen Vergünstigungen konnten daher noch nicht verzeichnet werden. Stattdessen verteuerten sich die besonders knappen großen Kaliber bei den spanischen Gemüsezwiebeln. Süddeutscher Dill sowie Frischerbsen und belgischer Chicorée waren nur eingeschränkt verfügbar und die Händler setzten ihre Aufrufe erneut herauf. Inländischer Brokkoli kämpfte mit der anhaltenden Hitze und Trockenheit; der höhere Bewässerungsaufwand spiegelte sich teils in höheren Eingangsforderungen wider. Der kontinuierliche Warenfluss von Pfifferlingen aus Osteuropa mündete in stabilen Kursen. Wieder reichlichere Steinpilze aus Rumänien und Bulgarien wurden im Vergleich zur Vorwoche um die Hälfte billiger umgeschlagen.

Berlin
Die Saison von Kirschen bog auf ihre Zielgerade ein, sodass nur noch wenige Kordia aus Polen und Regina aus Deutschland anzutreffen waren. Die zunehmend auftretenden Konditionsprobleme mündeten in einem Preisspektrum von 5,- bis 8,- € je kg.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 33/ 22
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Veröffentlichungsdatum: 25. August 2022