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BLE-Marktbericht KW 25: Erste inländische Ruth Gerstetter Pflaumen aus Baden in Berlin

Inzwischen bildeten eher die Äpfelimporte aus Übersee die Basis des Sortiments und gewannen an Bedeutung. Hier dominierten Royal Gala aus Neuseeland und Chile. Von ebenda kamen nun auch verstärkt Breaburn, Elstar und Pink Lady auf die Märkte.

Bildquelle: Shutterstock.com Pflaumen
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Präsenz europäischer Partien aus den Lägern verminderte sich nur leicht. Einheimische Jonagold, Boskoop und Royal Gala komplettierten die Szenerie. Insgesamt überzeugten die Qualitäten weiterhin sowohl für die alterntige Lagerware als auch der neuerntiger Überseeware. Da sich Angebot die Waage hielten verharrten die Notierungen unverändert auf der Basis der Vorwoche. In München trafen groß fallende Braeburn und Granny Smith in 18-kg-Teleskop-Kartons aus Südafrika ein. In Berlin taten sich die neuseeländischen Importe, aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Forderungen zunehmend schwer Kunden zu finden.

Birnen
Südafrikanische und Chilenische Abladungen dominierten, argentinische komplettierten. Die alte europäische Kampagne stand vor ihrem Ende. Letzte italienische Abate Fetel sowie niederländische und belgische Conference hielten weiterhin ihre Stellung aber stießen kaum auf Beachtung. Generell war der Bedarf begrenzt; er konnte ohne Anstrengungen befriedigt werden. Die Bewertungen verharrten in der Regel auf bisherigem Niveau. In Hamburg trafen erste extrem kleinfallende Formate der Sorte „Armut“ aus der Türkei ein, welche für 15 € je 5-kg-Karton offeriert wurden. Und in München erholte sich der Preis für die farbige südafrikanische Forelle.

Erdbeeren
Einheimische Offerten in guter Qualität prägten fast monopolartig das Geschehen und drängte die wenigen niederländischen in den Hintergrund. Hier und da ergänzten Partien aus Polen und Belgien das Geschehen. Da die Verkaufsdynamik im Verlauf der Woche nicht immer zufriedenstellend war, mussten die Händler ihre Tarife oft anpassen. Summa summarum zeigten die Notierungen aber dennoch, dank des sommerlichen Wetters und der knapper werdenden Versorgung einen nach oben gerichteten Trend. In Frankfurt konkurrierte einheimische Früchte für je 2,40 bis 2,60 € je Kilo mit stabiler Glashausware aus den Niederlanden für knapp 3,50 € je Schale. In Hamburg stiegen die Preise fast täglich von anfänglich 1,70 bis 2,10 € je 500-g-Schale. Wunderschöne 500-g-Schalen aus den Niederlanden und Polen ergänzten punktuell in Berlin.

Aprikosen
Spanien dominierte vor Türkei, Frankreich und Italien die Szenerie. Griechische und ungarische Partien ergänzten. Inländische Früchte trafen gegen Wochenende in Berlin ein, ebenso in Frankfurt wo die 19,- bis 22,50 € je 5-kg-Karton erlösten. Hier und da traten Erzeugnisse auf, die wegen ihrer konditionellen Schwächen mit Vergünstigungen offeriert werden mussten. Spanische und italienische Varietäten vergrößerten den Anteil weicher Partien in München, da der Absatz nicht mit zu Zufuhren mithalten konnte. Das Interesse war aber im Prinzip durchaus freundlich, sodass die Bewertungen auch mal nach oben tendierten. Die türkischen Zuckeraprikosen Sekerpare intensivierten ihre Präsenz merklich und wurden lokal ab 13,- € je 4-kg-Karton angeboten.

Kirschen
Das Volumen heimischer Güter dehnten spürbar aus, kämpfte allerdings zunehmend mit seiner ambivalenten Güte. Die frühen hochsommerlichen Temperaturen ließen die Früchte auf voll hängenden Bäumen schnell reifen, was eher kleinere Kaliber zur Folge hat. Somit ergab sich für ebendiese ein sehr uneinheitliches Preisbild, denn die Nachfrage lag vorzugsweise bei großen Kalibern bis 32 mm. Daneben waren auch viele europäische Länder am Geschehen beteiligt, vorrangig die Türkei, Spanien und Griechenland. Die Verfügbarkeit wuchs summa summarum an. Insgesamt verlief der Abverkauf in ruhigen Bahnen und auf einem gleichbleibenden Level. Italienische Ferrovia verloren punktuell an Bedeutung. Derweil sorgte die Qualität der spanischen Abladungen für Vergünstigungen. Türkische Napoleon generierten in Berlin und München hingegen erfreulichen Zuspruch, da sie in ihrem PreisLeistungsverhältnis nicht zu toppen waren.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanien lieferte sowohl bei den gelbfleischigen Nektarinen als auch bei den Pfirsichen die Hauptmengen, gefolgt von italienischen. Frankreich ergänzte mit gelfleischigen Nektarinen, Griechenland punktuell mit gelbfleischigen Pfirsichen. In Hamburg blieben weißfleischige Varietäten wie Bergpfirsiche oder Bergnektarinen eher Mangelware. Die Kauflust war nicht allzu stark, so dass nahezu das gesamte Portfolio Einbußen hinnehmen musste. In Berlin waren großkalibrige Top-Qualitäten gefragt, welche dann auch zeitnah und stets über 3,- € je Kilogramm räumten. Mit ersten türkischen Zuläufen werden bereits in der kommenden Woche in München gerechnet.

Bananen
Der Markt zeigte sich unaufgeregt und die Reiferein passten die Bereitstellung der Nachfrage an. Somit verharrten die Kurse mehrheitlich auf dem Niveau der Vorwoche. Lediglich München verzeichnete nach dem Ende der Pfingstferien einen leichten Anstieg bei allen Marken und Herkünften. In Köln verteuerte sich die Drittmarke am Dienstag.

Gurken
Bei den Schlangengurken bildeten die Niederlande und Deutschland die Basis der Warenpalette, Belgien ergänzte örtlich. Die Nachfrage bei guter Versorgung verlief ruhig aber stetig. Die Tarife blieben weitestgehend unangetastet. In Berlin intensivierten sich die Zuläufe regionale Schmorgurken, die durch günstigere Tarife auch flotter räumten.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien prägten die Szenerie; Deutschland, Polen und Italien komplettierten sie. Die Nachfrage dehnte sich dank des sommerlichen Wetters leicht aus. Rispentomaten aus den Niederlanden und Belgien standen im Mittelpunkt und wurden durch generell ansteigenden Zufuhren etwas leichter gehandelt. Bei den Kirschtomaten konnte zu nahezu unveränderten Konditionen weiter auf niederländische, belgische und auch einheimische Partien zugegriffen. Italienische und spanische Partien verabschiedeten sich langsam aus dem Geschehen. Fleischtomaten und Runde Tomaten wurden aus Belgien zugeführt, Polen dominierte bei letzteren die Szenerie in Berlin. Heimische Erzeugnisse fanden in Frankfurt zu festeren Konditionen ausreichend Käufer.


Weitere Informationen

Frankfurt
Nach der Aufhebung von Corona-Beschränkungen sind Frankfurt am Main und Wien in einer Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt wieder deutlich nach vorne gerückt. Im diesjährigen Index der britischen Economist Gruppe, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, landete diesmal Frankfurt auf Platz 7 und erreicht somit den Spitzenplatz in Deutschland. Dies schlug sich auch augenscheinlich auf die Umsatzentwicklung nieder. Beerenobst wie Brombeeren, Himbeeren, rote Johannisbeeren und nicht zuletzt die immer beliebter werdenden Kulturheidelbeeren räumten flott. Auch Wassermelonen aus der Türkei, Marokko, Italien und Spanien fanden insbesondere durch das hochsommerliche Wetter schnell Käufer. Das Liefervolumen bei italienischen grünen und blauen Feigen stieg unaufhörlich, niedrigere Forderungen sollten einen Absatzschub bringen. Lauch der neuen dt. Ernte wurde zu 10- 13 € je 10kg-Kiste vermarktet. Erste Auberginen aus regionaler Glashauserzeugung wurden ab Donnerstag zu 2€/kg schnell aufgenommen. Die Saison der deutschen Haushaltszwiebeln begann am Freitag mit 40/60mm Sortierung zu 25€ je 25kg-Sack. Pfifferlinge und Steinpilze mussten einstandsbedingt über die Woche zu höheren Forderungen verkauft werden.

München
Das Beerenangebot aus dem südwestdeutschen Anbau nahm, bedingt durch die guten Reifebedingungen, weiter zu; besonders bei Himbeeren und Kulturheidelbeeren war ein klarer Mengenanstieg zu verzeichnen. Dasselbe galt für Wasser- und Dessertmelonen aus dem Mittelmeerraum, für die sich temperaturbedingt immer bessere Absatzmöglichkeiten ergaben. Italienische Frischfeigen und südamerikanische Limetten blieben gut gefragt und verzeichneten stetige Absatzzahlen.

Berlin
Mit Wochenbeginn fanden sich erste inländische Pflaumen – in Gestalt formidabler Ruth Gerstetter aus Baden - am Platz, welche trotz 3,- € je Kilogramm reges Interesse hervorriefen. Die Kauflust und auch das Angebot an Pfifferlingen aus Belarus, Litauen und Polen weitete sich merklich aus, so dass weiterhin – je nach Qualität - zwischen 15,- € und 27,- € je Kilogramm fällig wurden.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 25/ 22
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Veröffentlichungsdatum: 30. Juni 2022