Artikel lesen

Nationaler Dialog zu nachhaltigen Ernährungssystemen geht weiter

Dr. Ophelia Nick: "Wir brauchen mehr Wahrheit an der Supermarktkasse"

Bilden Lebensmittelpreise tatsächlich die Kosten ab, die mit ihrer Herstellung und Produktion verbunden sind? Dieser Frage ging gestern die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Ophelia Nick gemeinsam mit Akteuren der Land- und Ernährungswirtschaft, Wissenschaft, Handel, Zivilgesellschaft und Verbrauchern nach.

Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick. Foto © Bundesregierung/Steffen Kugler
Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick. Foto © Bundesregierung/Steffen Kugler

"Gemeinsam nachhaltig ernähren: Was kosten Lebensmittel wirklich?" –

Dr. Ophelia Nick: "Die wahren Kosten unserer Lebensmittel sind längst nicht die, die an der Supermarktkasse angezeigt werden. Wir müssen uns hier ehrlicher machen und Ernährungssysteme in ihrer Ganzheit betrachten. Dabei müssen auch die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt berücksichtigt werden. Nur wenn alle Kosten eingepreist werden, kommen wir zu mehr Tierwohl in Ställen, weniger Pestiziden auf den Äckern und somit zu einer resilienten Umwelt und mehr Artenvielfalt."

Die tatsächlichen Kosten eines Produkts werden mit dem sogenannten True Cost Accounting (TCA) ermittelt. Hierbei werden externe Kosten mittels einer Kostenrechnung unter Berücksichtigung der verursachten gesamtgesellschaftlichen Kosten in den Produktpreis eingerechnet. Neben den direkten Produktionskosten werden somit auch die ökologischen und sozialen Folgekosten einbezogen.

Die heutige Veranstaltung ist Teil eines längerfristigen Dialogprozesses zum UN Food Systems Summit 2021, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Juni 2021 startete und der seit Anfang des Jahres unter dem Titel "Gemeinsam nachhaltig ernähren" mit mehreren Veranstaltungen und der interaktiven Dialogplattform www.ble-live.de fortgeführt wird. Auf der Plattform haben alle Akteure die Möglichkeit, sich direkt zu vernetzen und Lösungen für nachhaltige Ernährungssysteme in Deutschland auch vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen gemeinsam zu entwickeln. Damit soll auch die Arbeit an dem nationalen Weg zu nachhaltigen Ernährungssystemen (National Pathway) weitergeführt und ein Beitrag zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt werden.

Quelle:BMEL

 

Veröffentlichungsdatum: 11. März 2022