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Super-Jubiläumsjahr 2021 für Bioland im Osten

2021 gibt es für den ökologischen Anbauverband Bioland einigen Grund zu feiern: vor 50 Jahren wurde der Bioland Verband in Baden-Württemberg gegründet, vor 20 Jahren begann Bioland mit der Gründung der Regionalgruppe Brandenburg in den östlichen deutschen Bundesländern Fuß zu fassen, die Zahl der Mitglieder wuchs und führte zur Gründung des Bioland Landesverbandes Ost 2011 auf Schloss Calberwisch in Sachsen-Anhalt.

Voller Einsatz für das Beste - seit Tag eins. Foto © Bioland/Sonja Herpich
Voller Einsatz für das Beste - seit Tag eins. Foto © Bioland/Sonja Herpich

Heute wirtschaften beim Bioland Landesverband Ost 400 landwirtschaftliche Betriebe nach den Bioland-Richtlinien und tragen ihren Teil zum Schutz von Artenvielfalt, gesundes Wasser und gesunde Böden bei.

„Wir sind sehr stolz, dass wir hier auf dem Gebiet des Landesverbandes Ost zu dem Wachstum im ökologischen Bereich beitragen können. Wir beraten umstellungsinteressierte Betriebe und stehen unseren Mitgliedern und Partnern mit Rat und Tat zur Seite. Die großen regionalen Unterschiede sind eine besondere Herausforderung für unser Team, dessen Mitarbeiter*innen in den verschiedenen ostdeutschen Bundesländern sitzen“, erklärt Heike Kruspe, Geschäftsführerin des Bioland Landesverbandes Ost und bereits seit 27 Jahren dabei. „Wir haben hier im Osten Bioland mit Unterstützung der westdeutschen Kollegen aufgebaut, da unsere landwirtschaftlichen Strukturen und die anfangs fehlende Vermarktung zu einigen Schwierigkeiten führten. Aber die Menschen wollten ökologisch wirtschaften und verarbeiten und es gab Kunden, die gesunde Bio-Lebensmittel kaufen wollten. Viele engagierte Menschen haben zum Anstieg des Ökolandbaus beigetragen. So haben wir zum Beispiel in Brandenburg jetzt 14 Prozent Bioflächen“, führt Heike Kruspe weiter aus.

Hintergrund zur Historie von Bioland in den ostdeutschen Bundesländern

Obwohl es zu Zeiten der DDR offiziell keinen Ökolandbau gab, wurde dieser trotzdem auf einigen wenigen Betrieben halb inoffiziell durchgeführt. Einer dieser Betriebe ist der Hof Marienhöhe in Brandenburg, der als ältester Demeter-Hof Deutschlands bereits seit 1928 ökologisch wirtschaftet. Die damalige DDR-Umweltbewegung beschäftigte sich mit dem ökologischen Landbau und informierte darüber meist unter dem Deckmantel der evangelischen Kirche. Diese Aktiven haben dann im Jahr 1989 den ökologischen Anbauverband Gäa gegründet, der seit 2015 eng mit Bioland zusammenarbeitet.

Nach der Wende wurden schnell Kontakte von westdeutschen Bioland-Höfen zu ostdeutschen ökologisch wirtschaftenden Betrieben geknüpft. So entstand eine erste Vernetzung auf Mitgliederebene, die das gegenseitige Verständnis stärkte und bis heute als sehr wertvoll erachtet wurde und wird. Die Aktivitäten mündeten in der Gründung der Bioland Regionalgruppe Brandenburg im Jahre 1991 auf dem Landgut Gronenfelde (Frankfurt/Oder). Der Bioland-Landesverband Nordrhein-Westfalen unterstützte dabei. In den Jahrzehnten danach wuchs die Anzahl der Mitglieder und schließlich kam es im Jahr 2011 zur Gründung des Bioland Landesverbandes Ost. Die Geschäftsstelle ist in Berlin, neben den Mitarbeitenden gestaltet der ehrenamtliche Vorstand die Aktivitäten des Verbandes. Stand jetzt besteht das Team aus 11 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen, die von Mecklenburg bis Sachsen über die östlichen Bundesländer verteilt sind.

Weitere Infos: https://www.bioland.de/bioland-blog/bioland-wird-50

Quelle: Bioland Ost e.V.

Veröffentlichungsdatum: 27. August 2021