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BLE-Marktbericht KW 42/ 20: In Hamburg verbilligten sich zu große deutsche Wellant

Inländische Elstar, Tenroy und Jonagold dominierten vor Braeburn und Boskoop. Einheimische Holsteiner Cox und Pinova verloren an Wichtigkeit, Fuji und Kanzi gewannen an Relevanz. Italien schickte vorrangig Royal Gala, Golden Delicious und Granny Smith. Frankreich sendete Braeburn und Granny Smith, spielte generell aber nur eine kleine Rolle. Niederländische Anlieferungen hatten komplettierenden Charakter.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Die Verfügbarkeit war hinreichend auf die Nachfrage abgestimmt. Verschiedentlich senkten die Verkäufer ihre Forderungen ein wenig, um den Umschlag zu beschleunigen.

In Hamburg verbilligten sich zu große deutsche Wellant. Jazz und Pink Lady aus Neuseeland wurden inzwischen auch in 18-kg-Kartons abgewickelt. Chilenische Chargen verschwanden zusehends aus dem Geschäft.

Tafeltrauben
Italien bestimmte mit Italia, Crimson Seedless, Michele Palieri und Regal Seedless die Szenerie. Aus der Türkei kamen Sultana und Crimson Seedless: Letztere gab es inzwischen auch in 7-kg-Steigen, die schnell umgeschlagen wurden. Griechische Thompson Seedless und Crimson Seedless ließen hinsichtlich ihrer Güte keinerlei Wünsche offen und waren daher ziemlich teuer. Französische Alphonse Lavallée hatten sich aus dem Geschäft fast komplett verabschiedet. Die Versorgung begrenzte sich zwar, sie reichte aber aus, um die Nachfrage zu decken. Bezüglich der Bewertungen war kein einheitlicher Trend auszumachen: Sie stiegen genauso an wie sie sanken. In Hamburg wird mit dem Auftauchen erster brasilianischer Importe in der 43. KW gerechnet.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Clementinen stammten vorrangig aus Spanien: Neben Oronules gab es mittlerweile auch Clemenrubi, die in Frankfurt mit Blatt angeboten wurden und hervorragend schmeckten. In Hamburg etablierte sich eine weite Preisspanne, hervorgerufen durch unterschiedliche Marken. Hier überzeugten Oronules mit ihrer Ausfärbung nicht vollends. Bei Satsumas aus Spanien, der Türkei und Italien mussten ebenso des Öfteren Ausfärbung und Aroma moniert werden. Selbst mit gestatteten Vergünstigungen beschleunigte sich der Verkauf nicht. Lediglich 0,79 € je 1-kg-Netz sollten die Kunden in Frankfurt bezahlen, dennoch gelang eine Räumung nicht. Mandarinen aus Südafrika und Chile, Nadorcott, litten unter konditionellen Schwächen und verbilligten sich. Insgesamt hatte sich die Verfügbarkeit augenscheinlich ausgedehnt. Parallel dazu intensivierten sich die Unterbringungsmöglichkeiten. Trotzdem bröckelten die Notierungen in den meisten Fällen leicht ab.

Zitronen
Spanische Abladungen dominierten vor türkischen und südafrikanischen. In Frankfurt wuchs die Präsenz der Importe aus der Türkei an: Diese Produkte waren relativ günstig und ließen sich flott umschlagen. Dadurch gerieten die teureren spanischen Chargen unter Druck, die sich daraufhin manchmal verbilligten. In München stieg das Interesse aufgrund der schlechten Witterung kräftig an: Die Versorgung reichte nicht aus, um es zu stillen. Die hohen Notierungen der Vorwoche hatten daher fortwährend Bestand.

Bananen
Das Herbstwetter intensivierte häufig die Nachfrage. Aus den Reifereien flossen genügende Mengen nach, um diese hinlänglich zu bedienen. Die Notierungen verharrten vielfach auf einem recht konstanten Niveau. Örtlich führte das verstärkte Auftreten günstiger Drittmarken zu Verbilligungen bei der Zweitmarke. Eine reduzierte Verfügbarkeit bewirkte lokale Verteuerungen bei der Erstmarke: nacheinander bei sämtlichen Herkünften. Bloß punktuell und nur bei der Premiumware mussten die Händler ihre Forderungen infolge eines nicht ganz so glatt verlaufenden Absatzes ein wenig absenken.

Blumenkohl
Deutschland dominierte; die Niederlande, Belgien und Polen komplettierten das Geschehen. Die kühle Witterung belebte verschiedentlich das Interesse und die Bewertungen tendierten manchmal aufwärts. In München hatte der beschleunigte Umschlag derweil keine Effekte auf die Notierungen. In Hamburg tauchten erste polnische Partien auf: Sie waren günstiger als die einheimischen, was deren Preise ins Rutschen brachte.

Salat
Bei Eissalat schränkte sich die Präsenz inländischer Offerten augenscheinlich ein. Spanische Produkte in 10er-Kartons sollten die entstandene Lücke füllen, was aber nicht immer gelang. Niederländische Chargen ergänzten, belgische rundeten in Köln den Handel ab. Die Notierungen blieben halbwegs konstant, sie schwankten bloß in den üblichen Spannen. Bei Kopfsalat verringerte sich die Relevanz der deutschen Erzeugnisse offensichtlich. Sie lagen von der Menge her aber mit den belgischen in etwa gleichauf. Lediglich die Importe verteuerten sich punktuell. Bei den Bunten Salaten merkte man örtlich bereits wieder die Auswirkungen von Covid 19, denn die Gastronomie orderte weniger. Die Bewertungen sanken also leicht ab. In Hamburg hingegen verharrten die Preise bei einem flotten Verkauf auf ihrem bisherigen Level. Erste italienische Endivien kosteten in Hamburg 9,50 € je 8 Stück.

Gurken
Spanische Schlangengurken gaben mittlerweile den Ton an, derweil spielten inländische die zweite Geige. Niederländische und belgische Abladungen komplettierten die Warenpalette. Die Vermarktung verlief uneinheitlich: Mal recht schnell, mal ziemlich schleppend. Dementsprechend entwickelten sich die Notierungen, die sowohl anstiegen als auch abbröckelten. In Frankfurt verteuerten sich spanische Artikel, was deren Umschlag aber bremste. In Hamburg dehnten sich die spanischen Zuflüsse stark aus, was zu Vergünstigungen bei den mitteleuropäischen Partien führte. In Berlin kletterten die Preise zunächst nach oben, während sie zum Wochenende hin abfielen. Die Bewertungen von einheimischen und niederländischen Minigurken konnten das Niveau der 41. KW aufgrund zu langsamer Geschäfte nicht halten und sackten ab.


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Frankfurt
Trotz dieses späten Saisonzeitpunkts konnten die Erdbeeren qualitativ noch immer überzeugen. Spitzenpreise von bis zu 4,20 € je 500-g-Schale wurden von den Kunden bewilligt. Frische türkische Oliven fanden zu 2,20 bis 2,50 € je kg und Pistazien zu 6,- € je kg ausreichend Käufer. Deutsche Schwarzwurzeln schlug man zu 12,- € je 5-kg-Karton und niederländische zu 20,- bis 25,- € je 12,5-kg-Steige um. Ab Dienstag wurde auch erstmalig inländischer Grünkohl angeboten. Auberginen und Zucchini verteuerten sich sukzessive und konnten trotzdem flott vermarktet werden. Am Montag waren Steinpilze zunächst sehr knapp und kosteten 45,- € je kg. Ab Donnerstag fielen die Notierungen auf 24,- bis 35,- € je kg.

Hamburg
Die üppigen Vorräte von Blondorangen aus Übersee machten den Handel nervös, denn der Anfang der spanischen Kampagne rückt näher, sodass an Vergünstigungen kein Weg vorbeiführte. Italienischer Spinat kostete 11,- € je 5-kg-Packstück, Stängelkohl 9,50 € je 6 kg und dicke Rettiche 9,50 € je 15 Stück. Die infolge der Corona-Krise sich anbahnende verfrühte Sperrstunde der Gastronomie verbilligte Erdnüsse aus Israel. Zum Start der 43. KW werden Artischocken aus Spanien sowie Zucchini aus Marokko erwartet.

München
Mit den niedrigeren Temperaturen verlor sich langsam das Interesse an Beerenobst, das zumeist kaum noch aus Europa, sondern zunehmend aus Übersee kam. Die Kampagne von inländischen Pflaumen ging mit stark angezogenen Bewertungen zu Ende. Witterungsbedingt verminderte sich die Nachfrage nach Melonen aus Südamerika. Festere Preise wurden für belgischen Chicorée erzielt. Die Präsenz von deutschen Buschbohnen und Stangenbohnen schränkte sich ein. Für einheimische Zucchini war der Saisonschluss abzusehen. Zucchini und Auberginen aus Italien und Spanien verteuerten sich ebenso wie Lauch.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 42/ 20
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Veröffentlichungsdatum: 22. Oktober 2020