Europa: Hitzewellen ließen die Gurkenpreise in dieser Saison steigen
Extremwetterereignisse und ein knapperes Angebot in ganz Europa haben zu einem deutlichen Preisanstieg bei Gurken geführt. Für Gurkenerzeuger/innen in Europa war das laufende Jahr durchaus positiv, da über weite Strecken der Saison hohe Preise erzielt werden konnten.

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Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gestaltete sich jedoch deutlich volatiler als in den Vorjahren, vor allem aufgrund extremer Wetterereignisse.
Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren und Wassermangel beeinträchtigten die Produktion und führten zu erheblichen Preisschwankungen, wie der Ungarische Fachverband Obst und Gemüse (FruitVeB.hu) berichtet.
In den ersten Monaten des Jahres 2026 konnten Gurken zu hohen Preisen abgesetzt werden. Dies war vor allem auf das ungünstige Wetter in Spanien zurückzuführen, wo Überschwemmungen die Produktion beeinträchtigten, was zu einer vorübergehenden Verknappung des Angebots in Südeuropa führte.
Während im März noch vorteilhafte Preise herrschten, kam es im April infolge der Erholung der spanischen Produktion zu einem deutlichen Überangebot.
Infolgedessen sank der Durchschnittspreis im April auf nur 0,19 EUR pro Stück. Zu diesem Zeitpunkt blickten die Akteure des Sektors mit großer Sorge auf den weiteren Verlauf der Saison.
Ab Mitte Mai begann sich die Marktsituation allmählich zu verbessern. Frankreich und Spanien wurden von extremer Hitze heimgesucht, was sich negativ auf die Gurkenproduktion auswirkte.
Das sinkende Angebot traf auf eine starke Nachfrage, was die Preise kräftig in die Höhe trieb. Zeitweise wurden sogar Höchstpreise von 1,20 EUR pro Stück erreicht.
Besonders stark war die Nachfrage bei dem belgischen Vermarktungsunternehmen BelOrta, da viele Exporteure versuchten, die durch Produktionsprobleme in Spanien und Frankreich entstandenen Lieferlücken zu schließen.
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Im Juli lag der Durchschnittspreis bei BelOrta bei 0,66 EUR pro Stück, wobei für Gurken bester Qualität in den Größenklassen 35 und 40 weiter Preise von 1,20 EUR pro Stück erzielt wurden.
Nach Angaben der Erzeugergenossenschaft Oxin Growers lagen die Gurkenpreise zwischen Mitte Juni und Mitte September durchgehend über dem Niveau des Vorjahres. Das günstigere Marktumfeld spiegelte sich auch in den Einnahmen wider.
Der Umsatz der Organisation aus dem Verkauf von Gurken stieg im Vergleich zum Vorjahr um 20 %. Der Durchschnittspreis in den ersten 39 Wochen der Saison lag über alle Größenkategorien hinweg bei 0,43 EUR pro Stück.
Interessanterweise weitete sich die Anbaufläche auf 165 Hektar aus, ohne dass der Ertrag nennenswert stieg. Dies ist auf den zunehmenden Druck durch Viruserkrankungen sowie die Auswirkungen sommerlicher Hitzewellen zurückzuführen, die das Produktionspotenzial begrenzten.
Bei BelOrta entsprach die angelieferte Warenmenge in diesem Jahr in etwa dem Vorjahresniveau. Im September lag der Durchschnittspreis bei 0,42 EUR pro Stück.
Das milde und sonnige Wetter wirkte sich positiv auf den Konsum aus, was dazu beitrug, die Nachfrage aufrechtzuerhalten und die Preise auf einem hohen Niveau zu stabilisieren.
Obwohl Spanien wieder in großen Mengen auf dem europäischen Markt vertreten ist, reicht das Angebot im Oktober noch nicht aus, damit Einzelhandelsketten vollständig auf spanische Ware umstellen können.
Ende September übte das zunehmende spanische Angebot Druck auf die Preise aus, Anfang Oktober führten jedoch Störungen bei den Lieferungen nach Nordeuropa wieder zu einem Preisanstieg.
Die Preise für Ware bester Qualität sind daraufhin wieder auf 0,60 bis 0,65 EUR pro Stück angestiegen.
Im weiteren Verlauf des Herbstes nimmt das Angebot allmählich ab. Kältere Nächte verlangsamen das Wachstum der Bestände, sodass die Erzeuger/innen seltener ernten. Bei BelOrta waren in Woche 44 noch etwa 80 Hektar Anbaufläche in Produktion.
Der Winteranbau ist stark von den Energiepreisen betroffen. Die Experten und Expertinnen von Oxin Growers und BelOrta gehen davon aus, dass die Anbaufläche für Winterkulturen mit Beleuchtung zurückgehen wird, da die Gas- und Energiekosten weiter hoch sind. Infolgedessen werden einige Erzeuger/innen den Anbau früher als üblich beenden.
Obwohl Mitte Dezember auf etwa 10 Hektar mit der Frühgurkenproduktion begonnen wird, ist davon auszugehen, dass die in den letzten Jahren übliche ganzjährige, kontinuierliche Versorgung wegfallen wird.
Quelle: FruitVeB.hu
Veröffentlichungsdatum: 03.11.2026